Sei du selbst! So lautet, auf den Punkt gebracht, Herrn Sakows These zum Auffinden, Ergreifen und Behalten einer Sklavin. Authentizität ist der Dreh- und Angelpunkt, um bei der Suche nach der passenden Sklavin erfolgreich zu sein. Neben allen sinnvollen Tipps und Anregungen, die stets mit Humor an den Leser gebracht werden, kehrt Herr Sakow immer wieder zurück zu dem Punkt, an dem Mann erkennen kann: Wer bin ich eigentlich? Was will ich wirklich? Wie wirke ich auf mein Gegenüber? Mit viel ironischer Distanz baut er dem Leser Brücken, Stege, breite Autobahnen, um sich vom eigenen Idealbild zu lösen und zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu kommen. Denn: taxiert und bewertet wird Dom ohnehin spätestens beim ersten Kontakt durch die potenzielle Sklavin.
Dass Selbsterkenntnis der erste Weg zur "Besserung" ist, geht nicht als Neuigkeit durch. Dass sich dominante Männer aufgrund ihrer Dominanz selbst oft falsch, auf jeden Fall aber abweichend von der dienenden Frauenwelt einschätzen, mag für die Zielgruppe dieses Buches eine neue Erkenntnis sein. Eine Erkenntnis, die jedoch nicht schmerzt, sondern in mundgerechten und fein abgeschmeckten Häppchen serviert wird. Insofern ist Herrn Sakow auch der Dank der (submissiven) Frauenwelt sicher, weil er in seinem Ratgeber dominanten Männern verdeutlicht, dass der Wille allein und ein paar Accessoires noch keinen Dom ausmachen und dass das Objekt der Begierde vor der Versklavung zunächst als denkendes und handelndes Subjekt zu betrachten und zu respektieren ist.
Einem selbstbewussten dominanten Mann einen Rat-Schlag zu verpassen, ist in etwa so einfach, wie barfuß auf einer Rasierklinge zu steppen. Dessen war sich Herr Sakow wohl bewusst, denn er tritt dem Leser nicht allein gegenüber, sondern scharrt vier Frauen um sich, die die Funktion des griechischen Chors übernehmen und zwischendurch immer wieder um Meinung und Kommentar gebeten werden. Auf diese geschickte Art verleiht Sakow auch den weiblichen Aussagen Authentizität und Glaubwürdigkeit. Mithin repräsentieren die vier Frauentypen einen guten Einblick in das, was potenzielle Sklavinnen denken und wollen. Dem dominanten Leser weibliches Denken und Wollen vor Augen zu führen, darin liegt ein weiteres Verdienst von Herrn Sakow. Die Ableitung daraus kann nur lauten: Partnerwahl ist immer ein Abgleich zwischen eigenen Wünschen und Vorstellungen mit denen des Objekts der Begierde.
Hat Dom sich zunächst also Klarheit darüber verschafft, was er will, findet er in diesem Sachbuch jede Menge Tipps, Anregungen, Ideen und Vorschläge, um möglichst effizient auf die Suche zu gehen: von der "Vorbereitung zur Jagd" über die Grundregeln der Kommunikation sowie ihre Tücken und Fallen im großen Kapitel "Begegnung mit dem Wild" bis hin zu nachsorgenden Gedanken im Abschnitt "Vom Jäger zum Meister" sind alle Bereiche lehr- und hilfreich, nie jedoch belehrend abgehandelt. Grau unterlegte Merksätze fassen das Wichtigste eines Abschnitts zusammen; freie Felder für Notizen des Lesers machen aus dem Sachbuch gleichzeitig ein nützliches Arbeitsheft. Auch der differenzierte "Anhang" mit weiterführender sowie anregender Literatur, interessanten Web-Adressen und einer Vorlage für ein Profil bei der Sklavenzentrale runden das Buch ab.
"Wie Mann seine Sklavin findet" ist ein gutes Sachbuch, weil es den Leser mit Esprit und Witz unterhält und ihm dabei en passant alle relevanten Informationen zur Weiterbildung und Aufklärung vermittelt. Aus der Sicht der Beute wird bestätigt: Ja, Ihr Doms da draußen in den Weiten des Universums, so fängt Mann seine Sklavin. Zum Schluss möchte ich Sakows Tipp-Liste um einen wichtigen Punkt ergänzen: Sprecht von Euren Gefühlen, wehrte Herren, das macht Euch unwiderstehlich.