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Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte. Unbekannter Einband – 2003


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  • Unbekannter Einband
  • ASIN: B00857M7GK
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (48 Kundenrezensionen)

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65 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 28. April 2000
Format: Taschenbuch
Schon der Titel dieses Buches ist doch ein Wurf, oder? „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte". Oliver Sacks, Professor für Klinische Neurologie, legt uns damit eine Sammlung von Menschenschicksalen vor, deren Schilderung sowohl durch fachliche Genauigkeit als auch durch - bei einem Naturwissenschaftler nicht unbedingt selbstverständliche - menschliche Wärme besticht. Allesamt sind diese Menschen durch Krankheit oder Unfall aus der „normalen" Wirklichkeit herausgefallen, verfügen plötzlich über enorme Gedächtniskräfte, Wahrnehmungsfähigkeiten und künstlerische Begabungen oder sind auch sozusagen über Nacht Opfer des Ausfalls eines Sinnes geworden: können kein Gleichgewicht mehr halten, keine lebendigen Strukturen erkennen, keine Erinnerungen bewahren.
Auch wenn die amerikanische Originalausgabe schon 1985 erschien hat das Buch nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: Gerade auf dem Hintergrund der Ergebnisse der neueren Hirnforschung beispielsweise eines Sir John Eccles bekommen viele der hier aufgeworfenen Fragen eine neue, nahezu dramatische Dimension. Wird ein Mensch wirklich nur durch seine intellektuellen Fähigkeiten zum Menschen? Oder gibt es da noch ganz andere, von der Wissenschaft bisher eher stiefmütterlich behandelte Bereiche? - Diesen Fragen spürt Sacks in seiner „Fallsammlung" mit viel Humor, mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen nach - und lässt uns teilhaben an der Entdeckung der „erdabgewandten Seite unseres Gehirns", der rechten Hirnhälfte, die in ihren Defekten wie in ihren Überschüssen weit schwieriger zugänglich ist als die linke, Heimstatt von Ratio und Kalkül.
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56 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 29. Juni 2001
Format: Taschenbuch
Wer dieses Buch aus der rein medizinischen Perspektive lesen will, wer sich Wissen aneignen will über neuropsychiatrische Störungen, wer eine Art Lehrbuch der Neurologie sucht, der ist mit "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" schlecht bedient.
Dieses Werk will weniger als streng wissenschaftliche Abhandlung über die Funktionen oder als Auflistung der Dysfunktionen des menschlichen Gehirns, denn vielmehr als ein kleiner Einblick in die ganz persönlichen Lebenswelten von Menschen verstanden werden, deren Gehirn auf die ein oder andere Weise ein wenig anders arbeitet als das der meisten Menschen, der "Normalen". Diese Menschen werden nicht als die bloße Summe der Symptome ihrer Krankheit, sondern als einzigartige Individuen porträtiert. Dabei ist ihre "Störung" nur ein Aspekt ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit. Diese Lebensweisen aufzudecken und nachempfindbar zu machen (wobei es freilich letztlich nur bei dem Versuch des Nachempfindens bleiben kann) ist der Sinn des Werkes. Weil es ein Leben gibt jenseits der Diagnose.
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67 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Sandra Krehan am 14. Mai 2001
Format: Taschenbuch
"Der Neuropsychologe Oliver Sacks erzählt 20 Geschichten von Menschen, die aus der "Normalität" gefallen sind."
Die Neuroanatomie befasst sich nicht mit rein psychischen Problemen, sondern mit Störungen, die aufgrund von z.B. Verletzungen, Ausfälle im Gehirn usw. hervorgerufen wurden. "Eine winzige Hirnverletzung, ein kleiner Tumult in der cerebralen Chemie - und wir geraten in eine andere Welt."
Das Buch ist dabei so geschrieben, dass man es auch verstehen kann, wenn man sich noch nie mit Medizin, Neurologie oder Psychiatrie befasst hat. Es geht dabei auch nicht um den medizinischen Aspekt, sondern um die Darstellung der "Welt" in der diese Menschen leben. Dieses Buch macht klar, dass unsere Wahrnehmung alleine vom Gehirn abhängt, dass sich unsere Realität im Kopf abspielt. Für uns "Normale" ist es z.B. unvorstellbar, wie ein Mann seine Frau mit einen Hut verwechseln kann, dass dieser Patient zwar Dinge sieht, sie aber nicht beim Namen nennen kann. Eine Rose identifiziert er z.B. als "rotes, gefaltetes Gebilde mit einem geraden grünen Anhängsel". Diese Geschichten erscheinen also in erster Linie wie teils lustige, teils traurige Geschichten, zeigen aber gleichzeitig zu was das menschliche Gehirn fähig ist, wie schnell man seine "Realität" verlieren kann und was letztendlich die Persönlichkeit ausmacht...
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 21. November 1998
Format: Broschiert
Funktioniert das Gehirn wie ein Computer? Die klare Antwort, die Oliver Sacks gibt: NEIN, denn dem Computer fehlt nicht nur die integrierende rechte Gehirnhälfte, sondern noch viel mehr.
In 14 Geschichten, die dem Leser unter die Haut gehen, versucht er das so schwer zu Greifende zu beschreiben, was die eigene Persönlichkeit ausmacht. Uns "Normalen" ist das reibungslose Funktionieren von Teilen des Gehirns am besten klarzumachen, wenn etwas fehlt. In der medizinischen Sprache sind das alles Wörter mit "A" wie Aphasie, Agnosie, Amnesie.. Oliver Sacks beschreibt mit beängstigender Einfühlsamkeit die Welt von Leuten, deren Wirklichkeit sich grundlegend durch diese Verluste geändert hat.
In der Geschichte: "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" wird jedem klar, wieviele Schaltstellen im Gehirn einwandfrei zusammenspielen müssen, damit unsere Bilderkennung überhaupt funktioniert, auch wenn unsere Augen voll funktionstüchtig sind. Ein Testmuster beschreibt der Patient so: "Eine durchgehende Oberfläche, die eine Umhüllung bildet... die fünf Ausstülpungen zu haben scheint... eine Art Behälter". Die Abstraktionsarbeit für das ikonische Erkennen, die unsere rechte Gehinhälfte leistet, wenn sie solches Datenmaterial von der linken geliefert bekommt, ist uns Normalen gar nicht klar; wir würden diese Daten sofort als Handschuh "sehen".
In der Geschichte: "Die körperlose Frau" beschreibt er den Fall, wie dem Gehirn dieser Frau die Fähigkeit verloren gegangen ist, die Rückmeldungen Ihrer eigenen Extremitäten zu verarbeiten: sie hat ihren Körper "verloren".
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