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Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte
 
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Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte (Taschenbuch)

von Oliver Sacks (Autor), Dirk van Gunsteren (Übersetzer)
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 30 (18. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499187809
  • ISBN-13: 978-3499187803
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 2.141 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Der Spiegel

Hüter der heiligen Narren

Es gebe Bücher, in denen »verwandelt sich Wissenschaft in Poesie«, hat Oliver Sacks über ein Werk des von ihm schon früh bewunderten, ja als Idol verehrten russischen Psychologen und Hirnforschers Alexander Lurija (1902–1977) geschrieben. Dieses Lob trifft ganz sicher auch auf die meisten Bücher des 1933 geborenen, aus Großbritannien stammenden und in den USA praktizierenden Neurologen und Psychiaters Sacks selber zu. Von den schrecklichen, erschütternden, manchmal auch zum Lachen Anlass gebenden Leiden seiner Patienten erzählt dieser Autor auf bezaubernde Art, mit einem schönen Sinn für klaren Ausdruck, mit einer geradlinigen Menschlichkeit und in einem bei aller Nüchternheit wärmenden Ton.

In der im amerikanischen Original im Jahr 1985 erschienenen Fallsammlung »Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte« berichtet Sacks beispielsweise von einem Patienten, der sich in grotesker Schieflage voranbewegt und dabei so ähnlich aussieht wie ein Matrose auf Landgang beim Vorspielen seiner Seefahrerabenteuer bei Windstärke zwölf; von einer Frau, die im Alter von beinahe neunzig Jahren plötzlich unverhofften Appetit auf junge Männer entwickelt und ahnt, dass dies zusammenhängt mit einer Syphiliserkrankung in jungen Jahren; von einem Musikprofessor, der versucht, Parkuhren fürsorglich zu tätscheln, weil er sie für Kinder hält, und von den am so genannten Tourette-Syndrom gezeichneten Menschen, die überraschend fluchen, ohne äußeren Anlass herumschreien oder mit den Augen zwinkern oder sonst von einem Tic gequält werden.

Die Schilderungen aus der neurologischen Praxis, die Sacks da versammelt, üben einen seltsamen Reiz aus. Sie lassen den Leser gruseln über die oft bizarren Folgen einer Verletzung oder Erkrankung des menschlichen Gehirns und des Nervensystems, und sie geben ihm Einsicht in eine bis heute nur unzulänglich erforschte, verwirrende und aufregende Welt. Die Faszination dieser Fallgeschichten erklärt sich also nicht allein durch den wohligen Schauer, den fast jede Krankenstory bei vielen sich gesund wähnenden Zuhörern oder Lesern erzeugt – sie hat damit zu tun, dass der Autor Sacks seine Leser mitnimmt auf die Expedition in ein erst allmählich erkundetes, bis in die Gegenwart nur höchst unzureichend kartografiertes Land.

Als Sacks sein Buch schrieb, konnte er nicht wissen, dass die Erforschung des menschlichen Gehirns sich in den folgenden Jahren zu einem Mode- und Schlüsselbereich der modernen Wissenschaft entwickeln würde. Er selber nennt seine Patienten in »Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte« einmal »Reisende, unterwegs in unvorstellbare Länder – Länder, von deren Existenz wir sonst nichts wüßten«. Ganz sicher hat die Hirnforschung in den beiden Jahrzehnten, die seit dem Erscheinen von Sacks’ Buch vergangen sind, ungeheure Fortschritte gemacht. Fortschritte, die manche Propheten der Zunft, darunter den in Frankfurt forschenden Neurobiologen Wolf Singer und seinen in Bremen tätigen Kollegen Gerhard Roth, öffentlich in Frage stellen ließen, ob so etwas wie der menschliche Wille überhaupt existiere; die Folge war ein Disput mit Philosophen, Juristen und anderen Hirnforschern, der bis heute anhält.

Erzählt Sacks also Geschichten aus einer Zeit der heiteren, poetischen Ahnungslosigkeit? Die Londoner Zeitung »The Times« nannte ihn schon bei Erscheinen seines berühmtesten Buches einen begnadeten Märchenerzähler, eine »Scheherazade der Neurologie«. Tatsächlich: Über ein paar der in »Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte« beschriebenen Defekte und »Überschüsse«, wie Sacks sie nennt, wissen Neurologen und Psychologen zwei Jahrzehnte später einiges mehr. Und doch sollte man insgesamt die Geschwindigkeit des wissenschaftlichen Fortschritts nicht überschätzen. Meist ergänzt das neue Wissen nur das alte. Sacks gibt dafür in seinem Buch etwa das schöne Beispiel der menschlichen Eigenwahrnehmung. Deren Mechanismen und Steuerfunktionen »bergen noch immer viele Geheimnisse«, schreibt Sacks, dabei habe die Wissenschaft im Grundsatz seit den neunziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts kapiert: »Wir haben fünf Sinne, die wir leicht identifizieren können und auf die wir uns mit einem gewissen Stolz verlassen. Auf sie gründet sich unser Verständnis der sinnlich faßbaren Welt. Aber es gibt noch andere Sinne – verborgene Sinne, ›sechste Sinne‹ –, die ebenso lebenswichtig, aber praktisch unbekannt sind.«

Natürlich ist es möglich, dass schon in wenigen Jahren ganz neue Erkenntnisse über das Funktionieren und die Krankheiten des Gehirns vorliegen – und dass jüngere Bewohner unserer Welt dann ihre Vorfahren ein bisschen dafür verachten, wie gebannt und verwirrt und glotzäugig sie die Fallgeschichten des Doktor Sacks bestaunten als kleine Wunder, zu denen die Natur offenbar fähig ist, als lauter Berichte von heiligen Narren. Es ist aber auch möglich, dass der Respekt und das Staunen vor der komplizierten und raffinierten Konstruktion des menschlichen Gehirns sogar noch ein bisschen anwachsen angesichts neuer Forschungsergebnisse.

Der virtuose und gelehrte Erzähler Sacks jedenfalls, der Nietzsche ebenso gern zitiert wie Goethe, wurde mit dem Buch »Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte« endgültig zu einem berühmten Mann. Er durfte beim Hollywood-Welterfolg »Rain Man« als Berater mitwirken, damit Dustin Hoffman möglichst wirklichkeitsgetreu die diversen komischen und erschütternden Defekte eines autistischen Mannes nachahmen konnte. Schon zuvor hatte er die Vorlage für den Film »Zeit des Erwachens« geschrieben, die davon berichtet, wie die Opfer einer bestimmten Gehirnerkrankung jahrzehntelang in Lethargie verharrten und dann von Sacks und seinen Kollegen durch ein neues Medikament für kurze Zeit aus ihrem Dämmerschlaf geweckt wurden; der Autor Sacks wurde im Film von Robin Williams dargestellt.

Der Komponist Michael Nyman hat 1986 eine Oper aus dem Stoff seiner Fallstudien gemacht, der große britische Theatermacher Peter Brook benutzte einige der Patientengeschichten für sei¬ne schlichte, ergreifende, auch ein bisschen kitschige Bühnenadaption unter dem Titel »L’homme qui«, die 1993 in Paris Premiere hatte und danach auf Gastspielreise durch die halbe Welt ging. Brook ließ seine Schauspieler die Tics, Verwirrtheiten, Gefühlsausbrüche der Sacks-Patienten nachspielen. Sie taten es diskret, auf die Vermeidung jeder Darsteller-Eitelkeit sichtlich erpicht, in einem Bühnenbild, das gleichfalls so dezent wie möglich sein sollte. Trotzdem stellte sich ein Vorführeffekt ein, den der Autor Sacks auf bewundernswerte Weise vermeidet.

Man darf sich Oliver Sacks selber übrigens als ziemlich sonderlichen Menschen vorstellen. Er ist bekannt dafür, dass er sich vorzugsweise in Räumen aufhält, in denen eine Temperatur von 14 Grad Celsius herrscht. Er ist berüchtigt für ein freundlich exzentrisches Auftreten und für eine fast sagenhafte und Ehrfurcht gebietende Neugier auch auf eher abseitige Dinge. Eine seiner Nebenleidenschaften gilt Farnen. In seinem kuriosen Buch »Die feine New Yorker Farngesellschaft« zum Beispiel schrieb Sacks im Jahr 2002, was ihn an einigen großen Naturforschern der Geschichte, zu denen er unter anderem Alexander von Humboldt zählt, so fasziniere. »Sie alle waren in einem gewissen Sinne Amateure – Autodidakten, die aus eigenem Antrieb handelten – und sie lebten, so schien es mir manchmal, in einer glücklichen Welt, in einer Art Paradies, das noch nicht von den geradezu mörderischen Rivalitäten einer zunehmend professionalisierten Welt infiziert und erschüttert war.«

Der Leser von »Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte« ahnt, dass der Hirn- und Nervenkundler Oliver Sacks in diesem Sinne bis heute ein Amateur geblieben ist. Angetrieben (wie er es Humboldt und Konsorten unterstellt) nicht »von Egoismus und dem Verlangen nach Ruhm und Prestige, sondern vielmehr von Abenteuerlust und Staunen« – so berichtet Sacks aus einer glücklichen Welt, einer Art Paradies.

Nachwort von Wolfgang Höbel zu Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte. SPIEGEL-Edition Band 12 -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte
OT The man who mistook his wife for a hat and other clinical tales OA 1985 DE 1987 Form Fallgeschichten Epoche Gegenwart
Oliver Sacks berühmtestes Buch Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte versammelt 24 Geschichten von Menschen mit seltsamen, sich auf die Persönlichkeit auswirkenden neurologischen Störungen. Die emphatisch beschriebenen Fallstudien vermitteln dem Leser, dass es noch eine andere Normalität als die allgemein gültige geben kann.
Inhalt: In der titelgebenden Geschichte ist ein erfolgreicher Musikwissenschaftler und Sänger an visueller Agnosie erkrankt, der sog. Seelenblindheit. Aufgrund einer winzigen Verletzung in der rechten Gehirnhälfte kann Dr. P. die Gegenstände nicht mehr erkennen und greift statt nach seinem Hut zum Gesicht seiner Frau. Während im ersten Teil des Buchs Menschen vorgestellt werden, die wie Dr. P. an einem spezifischen Verlust leiden, stehen im zweiten Teil Patienten im Mittelpunkt, bei denen sog. neurologische Überschüsse vorliegen. So erfährt beispielsweise Natasha K. im Alter von 89 Jahren einen Überschwang an Gefühlen, der von Sacks als Neurosyphilis diagnostiziert und den Wünschen der beschwingten Dame entsprechend nur gemäßigt, nicht aber vollständig geheilt wird. In einem dritten Teil schildert Sacks seine Begegnungen mit Menschen, die visionäre Fähigkeiten aufweisen oder deren Wahrnehmungen sich plötzlich verändert haben, wie z. B. bei Stephen D., der eines Morgens mit dem Geruchssinn eines Hundes erwacht. Der letzte Teil versammelt Geschichten von Menschen mit geistigen Behinderungen und besonderen Fähigkeiten; Sacks berichtet u. a. von seiner Behandlung geistig und körperlich retardierter Zwillinge, die durch ihr phänomenales Zahlengedächtnis das Interesse von Wissenschaft und Medien auf sich gezogen hatten.
Neben der Schilderung kurioser Krankheiten hebt Sacks die außerordentlichen Fähigkeiten hervor, welche die Patienten unbewusst entwickelt haben, um ihre neurologischen Defekte zu kompensieren. Im Vorwort zu seinem Buch schreibt er: »Klassische Sagen und Legenden sind von archetypischen Figuren, von Helden, Opfern, Märtyrern und Kriegern bevölkert. Die Patienten eines Neurologen sind Verkörperungen dieser Figuren.« In Nachschriften zu den einzelnen Geschichten gibt Sacks medizinische Erklärungen, sodass das Werk gleichermaßen als Kompendium skurriler, authentischer Geschichten wie auch als populärpsychologisches Sachbuch gelesen werden kann.
Wirkung: Das vom Rowohlt-Verlag als Sachbuch vertriebene Werk mit dem kuriosen Titel wurde zum Bestseller und fand insbesondere in der darstellenden Kunst große Resonanz. So diente die Titelgeschichte als Vorlage für eine 1986 von dem Komponisten Michael Nyman uraufgeführte Kammeroper; 1993 suchte der Regisseur Peter Brook in seinem Stück L‘homme qui nach einer Schauspielsprache für die Darstellung neurologischer Defekte. M. Si.

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35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Neuropsychologie für Laien als Einstieg, 14. Mai 2001
Von Sandra Krehan "Kunstseidene" (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
"Der Neuropsychologe Oliver Sacks erzählt 20 Geschichten von Menschen, die aus der "Normalität" gefallen sind."

Die Neuroanatomie befasst sich nicht mit rein psychischen Problemen, sondern mit Störungen, die aufgrund von z.B. Verletzungen, Ausfälle im Gehirn usw. hervorgerufen wurden. "Eine winzige Hirnverletzung, ein kleiner Tumult in der cerebralen Chemie - und wir geraten in eine andere Welt."

Das Buch ist dabei so geschrieben, dass man es auch verstehen kann, wenn man sich noch nie mit Medizin, Neurologie oder Psychiatrie befasst hat. Es geht dabei auch nicht um den medizinischen Aspekt, sondern um die Darstellung der "Welt" in der diese Menschen leben. Dieses Buch macht klar, dass unsere Wahrnehmung alleine vom Gehirn abhängt, dass sich unsere Realität im Kopf abspielt. Für uns "Normale" ist es z.B. unvorstellbar, wie ein Mann seine Frau mit einen Hut verwechseln kann, dass dieser Patient zwar Dinge sieht, sie aber nicht beim Namen nennen kann. Eine Rose identifiziert er z.B. als "rotes, gefaltetes Gebilde mit einem geraden grünen Anhängsel". Diese Geschichten erscheinen also in erster Linie wie teils lustige, teils traurige Geschichten, zeigen aber gleichzeitig zu was das menschliche Gehirn fähig ist, wie schnell man seine "Realität" verlieren kann und was letztendlich die Persönlichkeit ausmacht...

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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die erdabgwandte Seite des Gehirns, 28. April 2000
Von Ein Kunde
Schon der Titel dieses Buches ist doch ein Wurf, oder? „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte". Oliver Sacks, Professor für Klinische Neurologie, legt uns damit eine Sammlung von Menschenschicksalen vor, deren Schilderung sowohl durch fachliche Genauigkeit als auch durch - bei einem Naturwissenschaftler nicht unbedingt selbstverständliche - menschliche Wärme besticht. Allesamt sind diese Menschen durch Krankheit oder Unfall aus der „normalen" Wirklichkeit herausgefallen, verfügen plötzlich über enorme Gedächtniskräfte, Wahrnehmungsfähigkeiten und künstlerische Begabungen oder sind auch sozusagen über Nacht Opfer des Ausfalls eines Sinnes geworden: können kein Gleichgewicht mehr halten, keine lebendigen Strukturen erkennen, keine Erinnerungen bewahren.

Auch wenn die amerikanische Originalausgabe schon 1985 erschien hat das Buch nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: Gerade auf dem Hintergrund der Ergebnisse der neueren Hirnforschung beispielsweise eines Sir John Eccles bekommen viele der hier aufgeworfenen Fragen eine neue, nahezu dramatische Dimension. Wird ein Mensch wirklich nur durch seine intellektuellen Fähigkeiten zum Menschen? Oder gibt es da noch ganz andere, von der Wissenschaft bisher eher stiefmütterlich behandelte Bereiche? - Diesen Fragen spürt Sacks in seiner „Fallsammlung" mit viel Humor, mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen nach - und lässt uns teilhaben an der Entdeckung der „erdabgewandten Seite unseres Gehirns", der rechten Hirnhälfte, die in ihren Defekten wie in ihren Überschüssen weit schwieriger zugänglich ist als die linke, Heimstatt von Ratio und Kalkül.

Das beeindruckendste Kapitel hebt Sacks sich bis zum Schluss auf. Dort spricht er von den „Einfältigen", den geistig Zurückgebliebenen, wie sie gemeinhin genannt werden. Und wir begreifen, dass das jüdische Mädchen Rebecca, die zwar nicht zählen, aber begnadet Theater spielen kann, dass auch die Zwillinge, die nicht addieren oder subtrahieren können, aber mit 20stelligen Primzahlen jonglieren als wären es Bauklötzchen, dass diese Menschen uns nötigen, eine Perspektivenkorrektur vorzunehmen: „Normal" ist eine sehr fragwürdige Schublade, und wir können sie vermeiden, indem wir nicht fragen, was diesen Menschen fehlt, sondern was sie uns voraus haben.

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50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jenseits der Diagnose, 29. Juni 2001
Von Ein Kunde
Wer dieses Buch aus der rein medizinischen Perspektive lesen will, wer sich Wissen aneignen will über neuropsychiatrische Störungen, wer eine Art Lehrbuch der Neurologie sucht, der ist mit "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" schlecht bedient.

Dieses Werk will weniger als streng wissenschaftliche Abhandlung über die Funktionen oder als Auflistung der Dysfunktionen des menschlichen Gehirns, denn vielmehr als ein kleiner Einblick in die ganz persönlichen Lebenswelten von Menschen verstanden werden, deren Gehirn auf die ein oder andere Weise ein wenig anders arbeitet als das der meisten Menschen, der "Normalen". Diese Menschen werden nicht als die bloße Summe der Symptome ihrer Krankheit, sondern als einzigartige Individuen porträtiert. Dabei ist ihre "Störung" nur ein Aspekt ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit. Diese Lebensweisen aufzudecken und nachempfindbar zu machen (wobei es freilich letztlich nur bei dem Versuch des Nachempfindens bleiben kann) ist der Sinn des Werkes. Weil es ein Leben gibt jenseits der Diagnose.

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