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Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte
 
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Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte [Taschenbuch]

Oliver Sacks , Dirk van Gunsteren
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 33 (18. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499187809
  • ISBN-13: 978-3499187803
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 772 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte
OT The man who mistook his wife for a hat and other clinical tales OA 1985 DE 1987 Form Fallgeschichten Epoche Gegenwart
Oliver Sacks berühmtestes Buch Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte versammelt 24 Geschichten von Menschen mit seltsamen, sich auf die Persönlichkeit auswirkenden neurologischen Störungen. Die emphatisch beschriebenen Fallstudien vermitteln dem Leser, dass es noch eine andere Normalität als die allgemein gültige geben kann.
Inhalt: In der titelgebenden Geschichte ist ein erfolgreicher Musikwissenschaftler und Sänger an visueller Agnosie erkrankt, der sog. Seelenblindheit. Aufgrund einer winzigen Verletzung in der rechten Gehirnhälfte kann Dr. P. die Gegenstände nicht mehr erkennen und greift statt nach seinem Hut zum Gesicht seiner Frau. Während im ersten Teil des Buchs Menschen vorgestellt werden, die wie Dr. P. an einem spezifischen Verlust leiden, stehen im zweiten Teil Patienten im Mittelpunkt, bei denen sog. neurologische Überschüsse vorliegen. So erfährt beispielsweise Natasha K. im Alter von 89 Jahren einen Überschwang an Gefühlen, der von Sacks als Neurosyphilis diagnostiziert und den Wünschen der beschwingten Dame entsprechend nur gemäßigt, nicht aber vollständig geheilt wird. In einem dritten Teil schildert Sacks seine Begegnungen mit Menschen, die visionäre Fähigkeiten aufweisen oder deren Wahrnehmungen sich plötzlich verändert haben, wie z. B. bei Stephen D., der eines Morgens mit dem Geruchssinn eines Hundes erwacht. Der letzte Teil versammelt Geschichten von Menschen mit geistigen Behinderungen und besonderen Fähigkeiten; Sacks berichtet u. a. von seiner Behandlung geistig und körperlich retardierter Zwillinge, die durch ihr phänomenales Zahlengedächtnis das Interesse von Wissenschaft und Medien auf sich gezogen hatten.
Neben der Schilderung kurioser Krankheiten hebt Sacks die außerordentlichen Fähigkeiten hervor, welche die Patienten unbewusst entwickelt haben, um ihre neurologischen Defekte zu kompensieren. Im Vorwort zu seinem Buch schreibt er: »Klassische Sagen und Legenden sind von archetypischen Figuren, von Helden, Opfern, Märtyrern und Kriegern bevölkert. Die Patienten eines Neurologen sind Verkörperungen dieser Figuren.« In Nachschriften zu den einzelnen Geschichten gibt Sacks medizinische Erklärungen, sodass das Werk gleichermaßen als Kompendium skurriler, authentischer Geschichten wie auch als populärpsychologisches Sachbuch gelesen werden kann.
Wirkung: Das vom Rowohlt-Verlag als Sachbuch vertriebene Werk mit dem kuriosen Titel wurde zum Bestseller und fand insbesondere in der darstellenden Kunst große Resonanz. So diente die Titelgeschichte als Vorlage für eine 1986 von dem Komponisten Michael Nyman uraufgeführte Kammeroper; 1993 suchte der Regisseur Peter Brook in seinem Stück L‘homme qui nach einer Schauspielsprache für die Darstellung neurologischer Defekte. M. Si.

Kurzbeschreibung

Ein Musikwissenschaftler tätschelt Hydranten, weil er sie für spielende Kinder hält. Eine 90jährige Frau bekommt plötzlich wieder Appetit auf junge Männer. Ein Student kann eine Zeitlang riechen wie ein Hund – und vermißt es, als es vorbei ist: Eine winzige Hirnverletzung, ein kleiner Tumult in der cerebralen Chemie, und Menschen geraten in eine andere Welt, in die Gesunde nicht vordringen. Oliver Sacks’ Bestseller erzählt von ihnen in 24 faszinierenden Fallgeschichten. «Oliver Sacks hat die medizinische Fallstudie zur literarischen Kunstform erhoben.» DER SPIEGEL

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55 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Neuropsychologie für Laien als Einstieg, 14. Mai 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte (Taschenbuch)
"Der Neuropsychologe Oliver Sacks erzählt 20 Geschichten von Menschen, die aus der "Normalität" gefallen sind."

Die Neuroanatomie befasst sich nicht mit rein psychischen Problemen, sondern mit Störungen, die aufgrund von z.B. Verletzungen, Ausfälle im Gehirn usw. hervorgerufen wurden. "Eine winzige Hirnverletzung, ein kleiner Tumult in der cerebralen Chemie - und wir geraten in eine andere Welt."

Das Buch ist dabei so geschrieben, dass man es auch verstehen kann, wenn man sich noch nie mit Medizin, Neurologie oder Psychiatrie befasst hat. Es geht dabei auch nicht um den medizinischen Aspekt, sondern um die Darstellung der "Welt" in der diese Menschen leben. Dieses Buch macht klar, dass unsere Wahrnehmung alleine vom Gehirn abhängt, dass sich unsere Realität im Kopf abspielt. Für uns "Normale" ist es z.B. unvorstellbar, wie ein Mann seine Frau mit einen Hut verwechseln kann, dass dieser Patient zwar Dinge sieht, sie aber nicht beim Namen nennen kann. Eine Rose identifiziert er z.B. als "rotes, gefaltetes Gebilde mit einem geraden grünen Anhängsel". Diese Geschichten erscheinen also in erster Linie wie teils lustige, teils traurige Geschichten, zeigen aber gleichzeitig zu was das menschliche Gehirn fähig ist, wie schnell man seine "Realität" verlieren kann und was letztendlich die Persönlichkeit ausmacht...

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41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die erdabgwandte Seite des Gehirns, 28. April 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte (Taschenbuch)
Schon der Titel dieses Buches ist doch ein Wurf, oder? „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte". Oliver Sacks, Professor für Klinische Neurologie, legt uns damit eine Sammlung von Menschenschicksalen vor, deren Schilderung sowohl durch fachliche Genauigkeit als auch durch - bei einem Naturwissenschaftler nicht unbedingt selbstverständliche - menschliche Wärme besticht. Allesamt sind diese Menschen durch Krankheit oder Unfall aus der „normalen" Wirklichkeit herausgefallen, verfügen plötzlich über enorme Gedächtniskräfte, Wahrnehmungsfähigkeiten und künstlerische Begabungen oder sind auch sozusagen über Nacht Opfer des Ausfalls eines Sinnes geworden: können kein Gleichgewicht mehr halten, keine lebendigen Strukturen erkennen, keine Erinnerungen bewahren.

Auch wenn die amerikanische Originalausgabe schon 1985 erschien hat das Buch nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: Gerade auf dem Hintergrund der Ergebnisse der neueren Hirnforschung beispielsweise eines Sir John Eccles bekommen viele der hier aufgeworfenen Fragen eine neue, nahezu dramatische Dimension. Wird ein Mensch wirklich nur durch seine intellektuellen Fähigkeiten zum Menschen? Oder gibt es da noch ganz andere, von der Wissenschaft bisher eher stiefmütterlich behandelte Bereiche? - Diesen Fragen spürt Sacks in seiner „Fallsammlung" mit viel Humor, mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen nach - und lässt uns teilhaben an der Entdeckung der „erdabgewandten Seite unseres Gehirns", der rechten Hirnhälfte, die in ihren Defekten wie in ihren Überschüssen weit schwieriger zugänglich ist als die linke, Heimstatt von Ratio und Kalkül.

Das beeindruckendste Kapitel hebt Sacks sich bis zum Schluss auf. Dort spricht er von den „Einfältigen", den geistig Zurückgebliebenen, wie sie gemeinhin genannt werden. Und wir begreifen, dass das jüdische Mädchen Rebecca, die zwar nicht zählen, aber begnadet Theater spielen kann, dass auch die Zwillinge, die nicht addieren oder subtrahieren können, aber mit 20stelligen Primzahlen jonglieren als wären es Bauklötzchen, dass diese Menschen uns nötigen, eine Perspektivenkorrektur vorzunehmen: „Normal" ist eine sehr fragwürdige Schublade, und wir können sie vermeiden, indem wir nicht fragen, was diesen Menschen fehlt, sondern was sie uns voraus haben.

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51 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jenseits der Diagnose, 29. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte (Taschenbuch)
Wer dieses Buch aus der rein medizinischen Perspektive lesen will, wer sich Wissen aneignen will über neuropsychiatrische Störungen, wer eine Art Lehrbuch der Neurologie sucht, der ist mit "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" schlecht bedient.

Dieses Werk will weniger als streng wissenschaftliche Abhandlung über die Funktionen oder als Auflistung der Dysfunktionen des menschlichen Gehirns, denn vielmehr als ein kleiner Einblick in die ganz persönlichen Lebenswelten von Menschen verstanden werden, deren Gehirn auf die ein oder andere Weise ein wenig anders arbeitet als das der meisten Menschen, der "Normalen". Diese Menschen werden nicht als die bloße Summe der Symptome ihrer Krankheit, sondern als einzigartige Individuen porträtiert. Dabei ist ihre "Störung" nur ein Aspekt ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit. Diese Lebensweisen aufzudecken und nachempfindbar zu machen (wobei es freilich letztlich nur bei dem Versuch des Nachempfindens bleiben kann) ist der Sinn des Werkes. Weil es ein Leben gibt jenseits der Diagnose.

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