Aus der Amazon.de-Redaktion
Vier Jahre liegen zwischen Aki Kaurismäkis
Der Mann ohne Vergangenheit und seinem Vorgänger
Juha. Das ist eine lange Zeit, vor allem wenn man bedenkt, dass der finnische Regisseur noch bis weit in die 90er-Jahre hinein zu den produktivsten Filmemachern der europäischen Kunstkino-Szene gehört hat. Man könnte also fast von einem Comeback sprechen, zumal
Juha, dieser "letzte Stummfilm des 20. Jahrhunderts", längst nicht die Zustimmung erfahren hat, derer sich Kaurismäki bei seinen früheren Arbeiten sicher sein konnte. Und wie bei einem klassischen Comeback vermischt sich auch in
Der Mann ohne Vergangenheit Altes und Neues. Auf der einen Seite wirkt er fast wie die Summe von Kaurismäkis bisherigem Schaffen, auf der anderen deutet sich mit ihm eine neue Richtung in seinem Werk an.
Der von Markku Peltola mit einem schon stoischen Gleichmut verkörperte "Mann ohne Vergangenheit" wird gleich bei seiner Ankunft in Helsinki zum Opfer einer Bande von Schlägern. Als er schließlich im Krankenhaus wie durch ein Wunder wieder zu sich kommt -- die Ärzte hatten ihn schon für tot erklärt --, kann er sich weder an seinen Namen noch an seine Geschichte erinnern. Doch dieser Verlust seiner Vergangenheit scheint ihn kaum zu belasten. Mit einem verblüffenden Pragmatismus beginnt er sein neues Leben und zieht in einen gerade freigewordenen Container auf einem Schrottplatz. Kleidung und Essen bekommt er von der Heilsarmistin Irma (Kati Outinen), in die er sich zaghaft verliebt. Als er schließlich einen Job als Schweißer findet und zugleich noch die Kapelle der Heilsarmee in eine Rockband verwandelt, hat er sich eine Zukunft erobert, von der bis dahin kaum eine Kaurismäki-Figur auch nur träumen durfte.
In seinen Anfängen, vor allem in der Phase seiner "proletarischen Trilogie" (Schatten im Paradies, Das Mädchen aus der Streichholzfabrik und Ariel), war Aki Kaurismäki vor allem ein Realist. Seine Filme waren Teil einer weltweiten Bewegung, die in den späten 80er-Jahren noch einmal alle filmischen Realismus-Konzepte erneuerte. Ein gewisser Hang zum Realistischen, zu einer bewussten Hässlichkeit der Bilder, in der sich die Tristesse unserer immer kälter werdenden Welt spiegelt, ist auch in Der Mann ohne Vergangenheit noch zu spüren. Doch Kaurismäki kontrastiert das Realistische hier mit einer geradezu märchenhaften Kino-Ästhetik. So erstrahlt die Müllhalde am Rand von Helsinki, die zur neuen Heimat des Namenlosen wird, in den schönsten Technicolor-Farben. In ihnen offenbart sich eine unerschütterliche Hoffnung und ein neuer Glaube an die Menschen.
Nach dem frühen Tod von Matti Pellonpää, dessen Gesicht wie das von Kati Outinen untrennbar mit Kaurismäkis Welt und ihren Geschichten verbunden war, sah es so aus, als ob der finnische Regisseur eine der Säulen seines Kinos verloren hätte. Doch mit Markku Peltola hat er einen Nachfolger gefunden, der die entstandene Lücke mehr als nur ausfüllt. Auch wenn die Vergleiche einiger Kritiker, die Peltola zu einem finnischen Robert Mitchum ernannt haben, wohl doch etwas zu weit gehen, kommt man nicht umhin, in ihm den entscheidenden Faktor zu sehen, der Kaurismäki eine Öffnung hin zu einem optimistischeren Kino ermöglicht hat. Seine Gelassenheit und sein lakonisches Auftreten zeugen nicht von Distanz und Resignation, sie sind eher Ausdruck einer warmherzigen Weisheit, die das Leben in all seinen Fassetten umarmt. --Sascha Westphal
Video Jakob Kurzinhalt
"Ein Namenloser, nach einer Zugfahrt überfallen und ausgeraubt und von den Ärzten für tot erklärt, findet sich plötzlich erinnerungslos in einem zweiten Leben wieder. Er siedelt sich in einem Schrottkontainer an, versorgt mit Kleidern von der Heilsarmee und bald auch mit der scheuen Liebe einer Heilsarmistin. Mit Zähigkeit, Phantasie und Überlebenswillen kehrt er ins Leben zurück. Bis er, versehentlich eines Banküberfalls verdächtigt, identifiziert wird. Muss er nun zurück in seine frühere Welt, an die er sich immer noch nicht erinnern kann?"
VideoMarkt
Nach einem brutalen Überfall verliert ein Mann in Helsinki das Gedächtnis. Bald schon findet der Namenlose jedoch eine neue Heimat und in der zurückhaltenden Heilsarmeesoldatin Irma eine Geliebte. Aber weil man auch in Finnland nicht ohne Sozialversicherungsnummer, Konto und Pass leben darf, ist das bescheidene, kleine Glück nur von kurzer Dauer. Als ein ehrgeiziger Polizist ein Foto des Mannes ohne Namen veröffentlicht, meldet sich prompt eine Frau, die behauptet, die Gattin des mysteriösen Fremden zu sein...
Video.de
Aki Kaurismäki entdeckt in seinem neuesten Werk - ganz gegen seine Art - die Lebensfreude und schuf mit der sympathischen Liebesgeschichte ein kleines Kinojuwel. Der verschrobene Finne verehrt seine Figuren; eine Haltung, die die Hauptdarsteller, der kantige Markku Peltola ("Juha") und das Minimalismus-Wunder Kati Outinen ("Zugvögel - Einmal nach Inari") mit grandiosen Leistungen quittieren. Der mit dem Jury-Preis in Cannes bedachte Film sollte somit auch Kunstliebhaber jenseits des Kaurismäki-Fanblocks begeistern.
Blickpunkt: Film
Ein Mann, der nach einem brutalen Überfall in Helsinki das Gedächtnis verloren hat, findet in der zurückhaltenden Heilsarmeesoldatin Irma eine Geliebte. Doch da man auch in Finnland nicht ohne Sozialversicherungsnummer, Konto und Pass leben darf, sind Probleme vorprogrammiert... Atypisches Werk von Aki Kaurismäki, der hier einmal die Lebensfreude feiert und eine sympathische Liebesgeschichte präsentiert.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Skurrile Tragikomödie um einen Mann, der aus dem Koma erwacht und sich und sein Leben neu erfindet.
Kurzbeschreibung
Ein Namenloser, nach einer Zugfahrt überfallen und ausgeraubt und von den Ärzten für tot erklärt, findet sich plötzlich erinnerungslos in einem zweiten Leben wieder. Er siedelt sich in einem Schrottkontainer an, versorgt mit Kleidern von der Heilsarmee und bald auch mit der scheuen Liebe einer Heilsarmistin. Mit Zähigkeit, Phantasie und Überlebenswillen kehrt er ins Leben zurück. Bis er, versehentlich eines Banküberfalls verdächtigt, identifiziert wird. Muss er nun zurück in seine frühere Welt, an die er sich immer noch nicht erinnern kann?
Produktbeschreibungen
Ein Namenloser, nach einer Zugfahrt überfallen und ausgeraubt und von den Ärzten als tot erklärt, findet sich plötzlich erinnerungslos in einem zweiten Leben wieder. Er siedelt sich in einem Schrottcontainer an, mit Kleidern versorgt von der Heilsarmee und bald auch mit der scheuen Liebe einer Heilsarmistin. Mit Zähigkeit, Phantasie und Überlebenswillen kehrt er ins Leben zurück. Bis er, versehentlich eines Banküberfalls verdächtigt, identifiziert wird. Muss er nun zurück in seine frühere Welt, an die er sich immer noch nicht erinnern kann?