Gerald Messadié überzeugt, wie schon mit dem Buch "Ein Mensch namens Jesus", wieder durch perfekte Recherche und einen durchweg flüssigen Erzählstil. Seine Geschichte des Saul bietet einige Überraschungen (so z.B. das er ein Abkömmling aus dem Hause der Herodier gewesen sein soll), die aber im geschichtlichen Kontext stimmig sind. Die Beweggründe für Sauls Konvertierung zum damals noch nicht existierenden Christentum, die ihn dann zum ersten wirklichen Missionar macht, seine Querelen mit den anderen Jüngern wegen seiner erfolgreichen Versuche, die Heiden zu bekehren und den christlichen Glauben aus dem Judentum auszugliedern, werden von Messadié klar beleuchtet. Ebenso erfährt man einiges über das damalige Machtgefüge in den römischen Provinzen, in Rom selbst, in Jerusalem, die Lebensumstände und Intrigen zur Zeit des 1. Jahrhunderts. Wie schon in "Ein Mensch namens Jesus" sind die Anmerkungen des Autors bemerkenswert: Sie verdeutlichen, wie und warum Messadié zu seinen Schlußfolgerungen kommt. Das Buch ist sehr spannend geschrieben. - Ein hervorragender, historisch fundierter Roman, der einem die Gestalt des "Apostels Nr.1 " wirklich näherbringt.