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Manche Leute mögen diese Wendung belächeln, aber das können sie nur, weil sie von der Welt keine Ahnung haben. Menschen sterben an gebrochenem Herzen. Das geschieht jeden Tag, und es wird geschehen bis ans Ende aller Zeiten. Paul Auster macht abgegriffene Sätze wieder fühlbar. Auf gerade mal 220 Seiten erzählt er von generationsübergreifenden Gefühlen, webt passend zur US-Wahl eine politische Parabel ein. Über sein großes Einfühlungsvermögen für die Liebe und den Schmerz seiner Hauptfiguren kommt er der Idee, was Menschsein wirklich bedeutet, so nah wie kaum ein Autor zuvor. In "Mann im Dunkel" hantiert Auster meisterlich mit verschiedenen Fiktionsebenen, er lässt sie scheinbar ineinanderlaufen und nähert sich der perfekten Entsprechung von Inhalt und Form. Hauptfigur und Erzähler ist der 72-jährige Literaturkritiker August Brill. Ans Bett gefesselt kämpft er gegen die Schlaflosigkeit und flieht vor den quälenden Erinnerungen an seine verstorbene Frau, indem er Geschichten erfindet. Doch er kommt nicht umhin, sich seiner Wirklichkeit zu stellen, denn mit ihm leben seine Tochter und die Enkelin. Auch sie haben ihren Schmerz, der sie die Nächte durchwachen lässt. Und ganz am Ende steht ein Satz, der jedem Leser einen Kloß in den Hals drückt, dabei aber all die intelligenten Betrachtungen des Romans in sich trägt und in seiner Einfältigkeit nur um so mehr unterstreicht, dass man es mit dem vielleicht wichtigsten Buch dieses Jahrzehnts zu tun hat: "Die wunderliche Welt dreht sich weiter." (cs)
Pressestimmen
«Er versetzt immer wieder in Erstaunen, dieser Paul Auster, mit seiner seltsam faszinierenden Art des Erzählens.» (Welt am Sonntag)
Kurzbeschreibung
«allein im dunkel wälz ich die welt in meinem kopf, durchlebe den nächsten kampf mit meiner schlaflosigkeit, die nächste weiße nacht in der großen amerikanischen wildnis.» «mann im dunkel» ist eine glanzvolle parabel um krieg und macht, eine einfühlsame reflexion über das altern, die liebe und ihren verlust. ein literarisches vexierspiel, souverän und unerbittlich. «paul auster ist ein begnadeter geschichtenerzähler.» nzz am Sonntag
Über den Autor
wurde am 3. 2.1947 als Nachkomme eingewanderter österreichischer Juden in Newark, New Jersey geboren. Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University New York (B.A. und M.A.) und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. 1971-74 lebte er in Frankreich, hauptsächlich in Paris. Nach seiner Rückkehr in den USA nahm er einen Lehrauftrag an der Columbia University an und arbeitete zusätzlich als Übersetzer französischer Autoren (Blanchot, Bouchet, Dupin, Joubert, Mallarmé, Sartre) sowie als Herausgeber französischer Literatur in amerikanischen Verlagen. Paul Auster lebt in Brooklyn, New York, ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder. Er erhielt Stipendien der National Endowment for the Arts (1977 für Lyrik, 1983 für Prosa), den France Culture Prix Etranger (1988) und den Morton Dauwen Zabel Award (1990).
Auszug aus dem ersten Kapitel. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Aus dem Englischen von Werner Schmitz