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Mann im Dunkel
 
 
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Mann im Dunkel [Gebundene Ausgabe]

Paul Auster , Werner Schmitz
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: rowohlt; Auflage: 3 (1. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498000802
  • ISBN-13: 978-3498000806
  • Originaltitel: Man in the Dark
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 145.862 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Paul Auster
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Manche Leute mögen diese Wendung belächeln, aber das können sie nur, weil sie von der Welt keine Ahnung haben. Menschen sterben an gebrochenem Herzen. Das geschieht jeden Tag, und es wird geschehen bis ans Ende aller Zeiten. Paul Auster macht abgegriffene Sätze wieder fühlbar. Auf gerade mal 220 Seiten erzählt er von generationsübergreifenden Gefühlen, webt passend zur US-Wahl eine politische Parabel ein. Über sein großes Einfühlungsvermögen für die Liebe und den Schmerz seiner Hauptfiguren kommt er der Idee, was Menschsein wirklich bedeutet, so nah wie kaum ein Autor zuvor. In "Mann im Dunkel" hantiert Auster meisterlich mit verschiedenen Fiktionsebenen, er lässt sie scheinbar ineinanderlaufen und nähert sich der perfekten Entsprechung von Inhalt und Form. Hauptfigur und Erzähler ist der 72-jährige Literaturkritiker August Brill. Ans Bett gefesselt kämpft er gegen die Schlaflosigkeit und flieht vor den quälenden Erinnerungen an seine verstorbene Frau, indem er Geschichten erfindet. Doch er kommt nicht umhin, sich seiner Wirklichkeit zu stellen, denn mit ihm leben seine Tochter und die Enkelin. Auch sie haben ihren Schmerz, der sie die Nächte durchwachen lässt. Und ganz am Ende steht ein Satz, der jedem Leser einen Kloß in den Hals drückt, dabei aber all die intelligenten Betrachtungen des Romans in sich trägt und in seiner Einfältigkeit nur um so mehr unterstreicht, dass man es mit dem vielleicht wichtigsten Buch dieses Jahrzehnts zu tun hat: "Die wunderliche Welt dreht sich weiter." (cs)

Pressestimmen

«Er versetzt immer wieder in Erstaunen, dieser Paul Auster, mit seiner seltsam faszinierenden Art des Erzählens.» (Welt am Sonntag)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wenn die Schatten sich senken..., 16. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Taschenbuch)
...und in der Lebensbilanz das Ungeklärte, Indifferente und Selbstvorwürfe überwiegen, mag man sich den drängenden Fragen nicht unbedingt stellen und erfindet neue Wirklichkeiten.

So geht es dem 74-jährigen Literaturprofessor August Brill.

Nach einem Unfall ist sein Bein zertrümmert und da er allein ist, nimmt seine Tochter ihn bei sich auf.

Sie ist gerade von ihrem Mann verlassen worden und ist so nicht allein im Haus.

Auch ihre Tochter, Augusts Enkelin, hat Zuflucht im Elternhaus gesucht.

Nach fünfjähriger Beziehung ist ihr Freund unter mysteriösen Bedingungen ums Leben gekommen.

Drei gebrochene Menschen, bei denen jedoch jeder seine eigenen Dämonen zu bekämpfen hat, sowie die Phantasien des alten Mannes sind Gegenstand dieses Romans von Paul Auster.

August Brill liegt schlaflos wach in langen Nächten und erfindet die Geschichte von Brick, einem Mann, der sich eines Tages in einem Erdloch befindet. Er wird von einem Militär für eine Aufgabe rekrutiert, die er nicht erfüllen möchte. Das Amerika, das er kennt, existiert nicht mehr. Stattdessen herrscht ein zermürbender Stellungskrieg, der bereits Millionen von Opfern gekostet hat.

Brick bekommt die Aufgabe, den Verursacher dieses Geschehens zu töten.

Das ist ausgerechnet Brill, denn er hat sich dieses so andere Amerika schließlich ausgedacht...

Eine Selbstmordphantasie also, oder doch weit mehr? Darüber wird der Leser lange im Unklaren gelassen.

Paul Auster switcht zwischen Traumwelt und Realität und doch ist beides so beklemmend deutlich, das man als Leser Mühe hat, sich abzugrenzen und beides voneinander zu unterscheiden.

Knapp zweihundert Seiten dauert dieser Alptraum und die Wirklichkeit des August Brill; zweihundert Seiten, durch die der Leser atemlos jagt!

Das kunstvollste an diesem starken Stück Prosa ist aber, wie sehr er Wirklichkeit und Traum verzahnt, auch mit den Geschicken der weiteren Familienmitglieder.

Hier greift ein erzählerischer Haken in den anderen, auf anrührend-tragische Art und Weise.

Auster erzeugt bei der Lektüre innere Bilder, die man so schnell nicht vergessen kann. "mann im dunkel" verknüpft dabei Traumbilder von unterschiedlichsten Kriegsszenarien mit den Zweifeln und Sehnsüchten, aber auch einem tiefen Verständnis zwischen Großvater und Enkelin. Man entkommt diesem Buch - einmal mit der Lektüre begonnen - einfach nicht. Das ist manchmal nur schwer auszuhalten. Aber dann ist da noch die Sensibilität, mit der er jedes kleinste Detail seiner Geschichte stimmig einfügt, so das man als Leser am Ende berührt, bewegt und schlicht dankbar ist -- für ein großartiges Stück amerikanische Gegenwartsliteratur!
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Oberzauberer, 22. Oktober 2008
Von 
Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Gebundene Ausgabe)
Paul Auster spielt mit Realitätsebenen. Fiktion oder Wirklichkeit, gibt es überhaupt einen Unterschied? Der Krieg scheint überall zu sein.

Am 17. Februar 1600 wurde der italienische Philosoph Giordano Bruno in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Grund: In einer Zeit, wo für die meisten die Erde der Mittelpunkt von Allem war, vertrat Bruno die Meinung, dass neben einem unbegrenzten und unendlichen Weltall, dieses außerdem von unzähligen Welten erfüllt sei, die womöglich ebenso bewohnt und belebt seien wie die Erde. Zudem hatte er die Vorstellung, dass alle Körper beseelt seien und sich in einer lebendigen Wechselwirkung im Universum befänden.

Auch in Paul Austers neuem Roman "Mann im Dunkel" erfährt die Philosophie Brunos Bedeutung. Der alternde 72-jährige Literaturkritiker August Brill liegt in schlaflosen Nächten wach und erträumt sich Geschichten. "Nichts Besonderes, aber solange ich mich damit beschäftige, muss ich schon nicht an die Dinge denken, die ich lieber vergessen möchte." Vergessen will er seine Schmerzen an Körper und Geist. Durch einen Autounfall ist er beinahe bewegungsunfähig an Bett und Rollstuhl gefesselt. Seine Frau starb vor einiger Zeit an Krebs. Nun wohnt er bei seiner Tochter Miriam und seiner Enkelin Katya. Auch diese beiden haben in jüngster Zeit Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Miriam wurde von ihrem Mann verlassen und Katyas Freund Titus kam auf entsetzliche Art und Weise ums Leben (wie, dies verrät Auster erst am Ende des Buches). Alle drei versuchen ihre Traumata auf eigene Art und Weise zu überdecken - mit Bildern. Der eine erspinnt Geschichten, die Enkelin schaut sich exzessiv Filme an und Miriam schreibt an einer Biografie über Rose Hawthorne, einer Frau, die nach Jahren des Scheiterns spät noch zum Glauben konvertierte und dreißig Jahre lang unheilbar Kranke pflegte.

"Nichts Besonderes" meint Brill zu seinen Wachträumen. Doch weit gefehlt. Sie scheinen in einer Art Parallelwelt wahr zu werden. Einer Welt, in der zwar das World Trade Center in New York noch steht und 9/11 genauso wenig stattgefunden hat wie die Invasion der USA im Irak, zur gleichen Zeit jedoch ein blutiger, von Terror gepeinigter inneramerikanischer Bürgerkrieg das Land spaltet. Seit einer betrügerischen Wahl im Jahr 2000 kämpfen die Föderalisten unter George W. Bush gegen sechzehn unabhängige Einzelstaaten, die damals mehrheitlich demokratisch gewählt hatten. 13 Millionen Tote hat das sinnlose Gemetzel bereits gefordert.

Die Kritik des Autors an der Politik der USA springt einem geradezu aus den Seiten an.

August Brills erträumte Figur - Owen Brick ein bald dreißigjähriger Profizauberer, der unter dem Namen "Der Große Zavallo" hauptsächlich bei Kindergeburtstagen auftritt - wacht eines Tages in dieser wüsten Welt auf. Seinen Auftrag erfährt er recht schnell: eben jenen Erfinder dieser bösen Geschichten umbringen. Brick will nicht töten. Doch bei Zuwiderhandlung droht man ihm und seiner Frau eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Zwar gelingt es Brick in die reale Welt zurückzukehren, aber seine Häscher finden ihn auch hier.

Schnitt. Abrupter Szenenwechsel.

Nach zwei Dritteln des Buches ist das Szenario beendet. "Der Große Zavallo" hat ausgezaubert, wird mit keinem Wort mehr erwähnt. "Giordano Bruno und die Theorie unendlicher Welten.", sinniert Brill, "aber es gibt noch andere Brocken auszugraben."

Und genau das tut Auster. Eine nahezu sanfte und sentimentale Stimmung stellt sich nun ein. Die letzten 75 Seiten handeln von Erinnerungen des alten Kritikers und einem nächtlichen Gespräch mit seiner Enkelin und steuern mit Bedacht auf die Enthüllung erschreckender Details hin. "Ich habe unser Gespräch zu einer Nacht der Wahrheit im Schloss der Verzweiflung gemacht..."

Der Autor setzt erneut auf sein altbekanntes Stilmittel. Er schafft Verwirrung, bricht Handlungen abrupt ab und überlagert Bilder. Der Leser schwebt ständig in einem Wechselbad der Gefühle. Wo führt das hin? Hat dies alles mit der Trauerarbeit der Protagonisten zu tun? Wird es das sogenannte Licht am Ende des Tunnels noch geben?

Paul Auster erweißt sich selbst als der "große Zauberer". Was in der Quantenphysik ein bekanntes Phänomen ist, findet hier in der Literatur statt: alles scheint miteinander verschränkt. Meisterhaft, wie er mit ein zwei Strichen ein ganzes Panorama unterschiedlicher Universen entwirft - ein Multiversum.

Letztendlich dreht sich die wunderliche Welt immer noch.

Fazit:

"Mann im Dunkel" ist ein spannender, komplexer, origineller und politischer Roman des amerikanischen Autors. Er ist sanft und ergreifend, zugleich jedoch auch grausam und schockierend. Ein großartiges Buch!

Werner Schmitz hat es vorzüglich in die deutsche Fassung übertragen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Guter Anfang, danach ewas abgebaut!, 27. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Mann im Dunkel (Audio CD)
Das Buch Mann im Dunkel von Paul Auster hat ein gutes Grundkonzept und läßt sich sehr gut an. Die Geschichte in der Geschichte hat Potential und mach Spass. Allerdings wird sie viel zu früh beendet, ich hatte die ganze Zeit die Hoffnung, dass es weiter geht damit. Aber leider verkomtm das Buch in den letzten Kapiteln zu einer Aufarbeitung der Vergangeheit des Hauptcharakters August Brill. Dies aber doch sehr leblos und langweilig in einer Art Nacherzählung für seine Enkeltochter, sodass der Wunsch auf eine Rückkehr seiner ausgedachten Geschichte immer größer wird. Dieser Wunsch wird aber wie bereits erwähnt herbe enttäuscht, sodass das Buch nicht mehr als Durchschnitt ist. Leider eine große Chance verpasst meiner Meinung nach!
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