Aus der Amazon.de-Redaktion
Was tun, wenn es einen einzigen Nachmittag lang nur um Sex geht? Sich pornografisch austoben? Selbstredend verbietet sich dies bei einer feinnervigen Autorin wie Madame Olmi. Andeutungen, ja! Es darf auch schon mal feuchter und durchbluteter werden, aber Literatur solls, bitteschön, bleiben. Also wird doch wieder geredet. Wenn schon nicht mit dem klobigen, schweigsamen Bekannten aus früheren Tagen, der mit behaarter Breitbrust seiner Tätigkeit über ihr ruhig und gemessen nachgeht, dann eben mit sich selbst. Nach schamhaftem Beginn -- das Alter ist an beiden nicht spurlos vorübergegangen -- gewinnt die Frau langsam ihre Sicherheit zurück. Und wie! Eine Suada heftigster Innigkeitssprache beginnt aus ihr zu strömen.
Penis oder Schwanz? Die Unsicherheit in der Benennung verrät das Dilemma der Autorin. Sex als Befreiungsschlag vor Toresschluss, ein letztes, heißes Toben in einer ernüchternd frostigen Welt. Das eigentliche Thema. Aber die gebildete und kultivierte Véronique Olmi bewahrt Haltung. Lässt sich lediglich literarisch hinfortreißen vom Überschäumen allerfeinster Empfindungen, einem Zucken der Wimpern, Grübchen und Härchen. Je nach Erregungsgrad regnen ihre Satzkaskaden ohne Punkt und Komma die Seiten nur so herab. Was entsteht, ist erotische Literatur. Und die ist spätestens, seit man zwischen Buchdeckeln höchstens lustvoll aufseufzen durfte, bevor sich der Gazeschleier des Himmelbettes über die Liebenden senkte, megaout. Heute besetzen junge Frauen vom Schlage einer Helen Walsh und ihrer Millie das Feld. Offen, derb, unverbrämt deutlich. Vielleicht der wahrhaftigere Weg. Immerhin scheint der Sex mit dem Fremden gut gewesen zu sein. Mehr konnte man von den Beteiligten leider nicht erfahren. --Ravi Unger
Kurzbeschreibung
Klappentext
Glamour
"Bücher, die so lebenswahr, so weise sind, in denen sich Liebende mit 'trunkener Langsamkeit' nähern, in denen Liebende einander noch erkennen, muss man lieben."
Literarische Welt
"Es sind die kleinen Gesten, in denen die Gefahr lauert und die Véronique Olmi meisterhaft in Szene setzt, um deutlich zu machen, welche Klippen ein Paar überwinden muss, das zur Sache kommen will, ohne miteinander vertraut zu sein."
Süddeutsche Zeitung
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.