Auch wenn man es angesichts des Titels und der Beschreibung vermuten könnte: einen Kriminalroman hat man hier nicht vor sich. Vielmehr handelt es sich um eine Ausführung über die einander bedingende Beziehung von Leben und Tod, die in naturwissenschaftlicher Nüchternheit kein noch so grausam erscheinendes Detail ausspart. Und dabei doch so sachlich bleibt, dass einem der über den Rücken laufende Schauer schon fast unpassend erscheint. Gewalt wird als biologische Gegebenheit dargestellt und dient nicht als ein Mittel zum Zweck der Spannungs- oder Gänsehaut-Erzeugung.
Diese Betrachtungsweise lässt dann auch den Unterschied zwischen dem Mörder, der seine beiden Opfer kaltblütig mit einem Granitstein erschlägt, und der Fliege, die sich am Blut der Ermordeten labt, ins Unbedeutende versinken. In beidem schließt sich lediglich der ewige Kreislauf von Entstehen und Vergehen. Moralische Aspekte bleiben außen vor, die biologischen Abläufe stehen im Vordergrund.
Trotzdem ist die Geschichte weder langweilig noch lehrbuchartig trocken. Nur wenigen Stellen leiden aufgrund der dort etwas überbreiten Auswälzung des Lebens der Hauptfiguren an Langatmigkeit. Kurze Momente später entschädigen den Hörer jedoch wieder Sprache und zu vermittelnde Erkenntnis der Erzählung.
Ende und Anfang, Leben und Tod verschwimmen in dieser Geschichte und die dazwischenliegende, kurze Zeitspanne wird abwechselnd in vorwärts und rückwärts gerichteten Blenden betrachtet. Trotzdem verliert der Hörer nie den Faden, denn wenn man die Handlung chronologisch brav aneinander reihen würde, wäre sie so wenig komplex wie das Leben selbst.
Von einiger Entfernung aus betrachtet, versteht sich.