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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Moorleichen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel (Gebundene Ausgabe)
Gerade habe ich diesen spannenden Roman fertig gelesen und bin sehr begeistert. Der Titel ist etwas irreführend, denn eine Zeitreise ist es nicht, sondern eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.Der Handlungsort ist Worpswede mit seiner Künstlerkolonie, dem Teufelsmoor und seinen Himmeln; obwohl es in Berlin beginnt. Die Auseinandersetzung mit der Kunst findet auf vielen Ebenen statt - großartig. Sinn und Unsinn von Kunst, Kunstkonsum, die Wirkung von Kunst auch auf deren Schöpfer und dessen Umfeld und dem eigentlichen kreativen Schöpfungsprozess. Ein Mittdreißiger ist der Hauptprotagonist namens Paul Wendland. Weil sein Erbe im Teufelsmoor zu versinken droht, verlässt er auf Drängen seiner Salat schickenden Mutter mit esoterisch indiensakralem Psychotick seine glücklose Galerie, um in das Elternhaus seiner frühsten Kindheit zurückzukehren und von der Vergangenheit eingeholt zu werden. Als Enkel des angesehenen und beneideten Bildhauers Paul Kück räumt er stückweise auf mit der unseligen Geschichte, den Verstrickungen in die Nazidiktatur und den ungeliebten Familienmitgliedern. Dabei durchlebt er eine ganz eigene und für ihn wichtige Emanzipation von seiner Mutter und deren Eltern und muss auch für seine Biografie etwas Neues entdecken. Die Figuren sind alle sehr gut detailliert beschrieben und wirken authentisch. Herrlich ist die schwer verständliche Mundart der Region, die familiären Namensgebungen bis hin zum Nullkück". Es gibt Lichtgestalten", die mir ans Herz gewachsen sind und mit denen ich gelitten habe; daneben gibt es dankbare Hassgestalten". Ich empfehle es sehr gern weiter, auch als Schullektüre für die Oberstufe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
46 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Worpswas? Worpswede!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbares Buch. Der Autor nimmt einen mit auf die Reise durch ein Jahrhundert und man begleitet die Familie Kück durch Jahrzehnte und nimmt an verschiedenen Epochen teil. Man erlebt die 68er, die schwierigen Jahre des Nationalsozialismus und kommt immer wieder zurück in das Jetzt.Der Roman liest sich sehr flüssig und man kommt schnell bei der Handlung an. Man erlebt bildlich den Ort Worpswede mit seinen Künstlern und Bauern und all die anderen Bewohner. Der Autor lässt einen schnell am Geschehen teilhaben und man entwickelt Sympathie auch für die skurrilsten Figuren. Moritz Rinke versteht es glaubwürdig das Reale mit dem Fiktiven zu vermischen und den Spannungsbogen bis zum Ende zu halten. Auch wenn hier ein ernstes Thema wie der Nationalsozialismus angesprochen wird, kommen der Humor und die Ironie nie zu kurz. Ein Thema zum nachdenken und selbstverständlich kommt die Frage auf, wie hätte ich gehandelt?" Dennoch hat man sehr viel Spaß beim lesen und möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich gleich noch einmal von vorne angefangen und mich erneut amüsiert. Ich hatte auf jeden Fall den Wunsch, nach Worpswede fahren zu wollen und diesen so wundervoll beschriebenen Ort zu besuchen. Natürlich gibt es für diesen einzigartigen Roman volle 5 Sterne von mir. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Roman über die Verdrängung,
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel (Gebundene Ausgabe)
Der junge Paul, erfolgloser Galerist, kommt aus Berlin zurück in sein Heimatdorf, eine berühmte Künstlerkolonie in Norddeutschland, um sich um sein Erbe, das Haus seines verstorbenen Großvaters zu kümmern. Dieses droht im Moor zu versinken.Bei der Arbeit daran entdeckt er Unbekanntes aus der Geschichte seiner Familie. So hatte der Großvater, einer der bekannteren Künstler der Kolonie, ein deutlich besseres Verhältnis zum Nationalsozialismus, als man es bislang annehmen konnte bzw. als es dem jungen Paul lieb ist. Zudem tun sich auch zunehmend innerfamiliäre Abgründe auf. "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" ist ein gut zu lesender Roman mit skurrilen Figuren und teils witzigen, teils sehr nachdenklich machenden Passagen. Das Buch hat autobiographische Elemente, Rinke ist in Worswede geboren. Interessant finde ich seine Auseinandersetzung mit der Rolle der Künstlerkolonie zwischen 1933 und 1945 und deren Nähe zu der Ideologie der Nationalsozialisten. Es ist aber auch eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart für die der junge Paul steht. Denn auch dieser versucht zur Wahrung seines eigenen Vorteils die Realität zu verdrängen bzw. zu vertuschen. Insgesamt finde ich Rinkes Ambitionen in Sachen Vergangenheitsbewältigung aber angenehm gelassen. Vielleicht hat mir der Roman deswegen so gut gefallen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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