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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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am 15. Dezember 2011
Moritz Rinke, einer der erfolgreichsten Dramenautoren Deutschlands, hat mit "Der Mann der durch das Jahrhundert fiel" seinen ersten Roman vorgelegt. Die tragikomische Familiengeschichte ist auch ein spannender Krimi. Nebenbei bietet das Buch eine kleine Kunst- und Kulturgeschichte der bekanntesten deutschen Künstlerkolonie Worpswede und gleichzeitig eine geschichtliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus dort.

Paul Wendland, ein erfolgloser Galerist eines blinden Malers aus Berlin, kehrt nach Worpswede, dem Ort seiner Kindheit zurück, um sein Erbe, das Haus seines Großvaters, vor dem Versinken im Teufelsmoor zu retten. Dort wohnt Pauls Cousin, der Buchweizenpfannkuchen bäckt und Liebesbriefe an Frauen schreibt, die er auf "landflirt.de" kennenlernt. Da dieser geistig behindert geboren wurde, wurde er vom Großvater nicht als Vollmitglied der Familie Kück anerkannt und erhielt kurzerhand den Namen Null-Kück. Pauls Großvater war der Bildhauer Paul Kück, der Büsten berühmter Persönlichkeiten wie Max Schmeling, Heinz Rühmann und Willy Brandt modellierte und in Bronze goss. Das Haus ist voll skurriler Utensilien, die die Familie mit der großen (Kunst-) Geschichte Deutschlands verbindet. Da ist der Rilke-Topf, den Pauls Großmutter angeblich von Rilkes Frau Clara geschenkt bekam, und in dem sie immer Linsensuppe kochte ebenso wie ein Stück Butterkuchen, das Willy Brand anbiss aber nicht zu Ende aß, weil eine Staatsaffäre ihn zurück nach Bonn rief. Doch nach und nach gibt das Moor nicht nur des Großvaters nationalsozialistische Verstrickungen preis, sondern offenbart auch eine Familientragödie und mindestens ein Verbrechen. Pauls anfängliche Probleme mit seiner Freundin, die in Barcelona lebt, verlieren anhand des aufgedeckten Netzes aus Lügen und Verbrechen immer mehr an Bedeutung. Anhand von Pauls durchgeknallter Mutter, die ihm Salat mit der Post aus Lanzarote schickt, rechnet Rinke auch gleich noch mit der 68er Generation ab.

Rinke gelingt es in seinem Roman über den Untergang einer Familie die wichtigsten Stationen der deutschen Geschichte zu verankern. Dabei versinkt er nicht in falscher Befindlichkeit, sondern schafft es mit Lust am Erzählen und Liebe zu skurrilen Details den Leser emotional zwischen Freude und Entsetzen zu halten. Eine spannende und lustvolle Lektüre!
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am 28. Dezember 2011
Der erfolglose Galerist Paul kommt aus Berlin in seinen Geburtsort Worpswede, weil das frühere Wohnhaus der Familie im Moor zu versinken droht. Die Rettungsversuche scheinen zunächst erfolgversprechend. Doch das Moor verschluckt nicht nur Dinge, es gibt auch manche wohl entsorgt gedachte Altlast wieder frei. Und so entwickelt sich eine skurrile Familiengeschichte, die die Verstrickungen mancher Worpsweder Künstler in der NS-Zeit ebenso aufdeckt wie sie die selbstverliebte Kunstszene persifliert, selbstgerechte Alt-Achtundsechziger entlarvt und schließlich sich zu einem Krimi entwickelt, der ein schauriges Geheimnis lüftet. Das alles ist locker geschrieben und wird nie langweilig. Der Schluß ist offen genug für eine Fortsetzung.
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am 27. März 2012
Es ist ein wundervolles Buch. Moritz Rinke, kannte ich bis dato nur durch seine Nibelungen und durch Kolumnen und Kurzgeschichten. Es ist sein erster Roman und die Langstrecke hat er wirklich bravorös gemeistert.

In Paul Wendland-Kück sehe ich jemanden, der durch die Halbwahrheiten, Legenden und Lügen der Vergangenheit, mit der aufgewachsen ist, gehindert wird, seine Zukunft anzugehen. Er ist ein ziemlicher Träumer. Einer der immer aufs falsche Pferd setzt. Sei es bei Frauen oder beruflich. Selbst von Teneriffa aus, per Billig-Telefon-Tarif, hält ihn seine Mutter mit Salatsendungen und Gesprächen, in denen sie. von keinerlei Logik behindert, ihre Forderungen vertritt, in Atem. Er kommt einfach nicht los von dem Kückschen Erbe, das ihm in Berlin auch wenig nützt. Für den Erhalt des Hauses setzt er sich nur auf müttlerlichen Befehl hin ein und um es endlich verkaufen zu können. Was ein wenig schwierig werden würde, weil sein leicht debiler Onkel ' 'Nullkück' ' genannt, in dem Haus lebt, es in Ordnung hält, Liebesbriefe an einsame Frauen im Umland verschicht und Buchweizenpfannkuchen backt. Die Herkunft dieses Onkels ist für Paul immer ein Rätsel. Alle Berechnungen ergeben, das er anscheinend von einer unfruchtbaren Frau geboren und von einem toten Vater gezeugt wurde.

Doch mit der eventuellen Nazivergangenheit der Kücks, kommen auch die Schweinereien innerhalb der Familie aufs Tapet. Letztlich klärt sich sogar, was mit der 'Schönen Marie ' der leuchtenden Frau, dem Mackensen-Modell, passiert ist.

Der ganze Roman ist sehr szenisch geschrieben. Man merkt die Theaternähe des Autors und seine Liebe zur Sprache. Die Figuren sind unglaublich farbig. Wenn er über Ohlrogge schreibt, der im 'Paulas-Emanzipationshaus' wohnt und immer bei Regenwetter ins Worpsweder Bordell fährt, um sich ein wenig menschliche Nähe zu erkaufen, dann sitzt der/die LeserIn quasi auf Ohlrogges Gepäckträger.

Rinkes Sprache Erzählstil ist leicht, aber davon sollte mensch sich nicht täuschen lassen. Vielleicht zünden die diversen Bomben die um Paul Wendland-Kück hochgehen, gerade deswegen mit so einer gewaltigen Sprengkraft. Mich jedenfalls hat dieser Roman tief erschüttert zurück gelassen. Bei mir sind viele Fragen nach der eigenen Herkunftsfamilie hochgekommen. Nach den diversen unverknüpften Fäden.
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am 28. Mai 2012
Aber trotzdem lesenswert!

Als das Elternhaus droht, im Moor zu versinken, muss sich Paul aus dem fernen Berlin aufmachen, dies aufzuhalten. Doch anstatt eine baulichen Rettung zu koordinieren, entwickelt sich eine kuriose Geschichte, geheimnisvoll, nordisch kühl mit herrlich trockenem Witz und einer durchaus unerwarteten Wendung. Ein bisschen Krimi mit viel Melancholie und eine parallel zur Jetztzeit erzählte Geschichte aus der Vergangenheit sind der rote Faden durch das Buch - durchweg gut zu lesen, aber wie erwähnt manchmal etwas zäh.
Glücklicherweise beschreibt Herr Rinke die Gedanken des Protagonisten Paul so hervorragend, dass man doch weiterlesen möchte. Aber vielleicht liegt es auch an dem sich entwickelnden Mitgefühl des Lesers zum letzten Bewohner des versinkenden Hauses, dem mental gehandicapten Nullkück?

Aber egal warum - die Geschichte hat "Etwas"!

Fazit: Eine tragische Familiengeschichte im Teufelsmoor, mit teilweise sehr verworrenen menschlichen Beziehungen, unerwarteten Ereignissen und einem doch sehr nordisch-angenehmen Humor.
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am 24. April 2012
Großartiges Buch! Ich sehe den Film zum Buch schon vor mir, so bildhaft ist die Sprache: ein etwas lethargischer Berliner auf dem Land zwischen Sumpfgrau und weitem Himmel, der versucht, ein zerbrechendes Haus zu retten. Muttersalate aus Lanzarote und ein Reichsbauernführer, der den Arm aus dem Moor reckt...bis er ihn abgesägt bekommt. Skurrile Charaktere (und Skulpturen), die sehr gut ins "Teufelsmoor" passen, wo der Roman spielt.

Hatte es als Urlaubslektüre nach Norddeutschland mitgenommen und wurde bestens unterhalten - aber das funktioniert sicherlich auch auf dem heimischen Sofa.
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am 17. November 2011
Ich bin ja ein Fan von schrägen Charakteren und irren Gestalten - sie bewegen meiner Meinung nach mehr als 0-8-15-Typen und sind auch viel amüsanter. Meine Favoriten in diesem Roman: Ohlrogge, der verschmähte Liebhaber im abgelegenen Paula-Modersohn-Haeuschen und Nullkück, das Familienanhaengsel, der die absumpfenden Bronzefiguren mit bizarr vertauten Seilen vor dem Untergang bewahren will. Paul ist dagegen blaß, unerwachsen, farblos, für mich ohne Kontur. Jemand, der noch in seinem Jugendzimmer übernachtet ohne sein eigenes Leben im Griff zu haben. Einer von denen, von denen es viele gibt. Dem Autor Moritz Rinke ist es zu verdanken, daß sich um Paul herum die Ereignisse abspielen, wieder aufspulen und aus der Vergangenheit auftauchen, während er nur mit sumpfigen, nassen Füßen durch sein Leben tappt.
"Mein ganzes Leben, nasse, sumpfige Füsse", resümiert der Worpsweder Heimkehrer am Ende seiner Geschichte. Wen wunderts bei so wenig Enthusiasmus und Durchsetzungskraft. Ein gut erzählter, heiter-ironischer Roman.
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TOP 500 REZENSENTam 11. April 2015
Ein im Moor versinkendes Haus, durchaus moralisch verwerfliche und im Garten vergrabene Skulpturen, geschaffen vom eventuell berühmten Großvater, ein Geburtsschrank, eine von den Kanaren aus Kopfsalat per Post versendende Mutter und andere vermeintliche Absurditäten machen dieses Buch zu einem äußerst unterhaltsamen Leseerlebnis, in dessen Verlauf mit nie ganz klar war, für welche der an der Handlung beteiligten Personen – lebendig oder tot – ich letztlich eigentlich latentes Mitleid empfinden soll. Sehr amüsant, vielleicht hier und dort etwas tragisch, in jedem Fall aber so fesselnd, dass ich es quasi in einem Rutsch gelesen habe!
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am 16. März 2010
Ein wunderbares Buch. Der Autor nimmt einen mit auf die Reise durch ein Jahrhundert und man begleitet die Familie Kück durch Jahrzehnte und nimmt an verschiedenen Epochen teil. Man erlebt die 68er, die schwierigen Jahre des Nationalsozialismus und kommt immer wieder zurück in das Jetzt.
Der Roman liest sich sehr flüssig und man kommt schnell bei der Handlung an. Man erlebt bildlich den Ort Worpswede mit seinen Künstlern und Bauern und all die anderen Bewohner. Der Autor lässt einen schnell am Geschehen teilhaben und man entwickelt Sympathie auch für die skurrilsten Figuren.
Moritz Rinke versteht es glaubwürdig das Reale mit dem Fiktiven zu vermischen und den Spannungsbogen bis zum Ende zu halten.
Auch wenn hier ein ernstes Thema wie der Nationalsozialismus angesprochen wird, kommen der Humor und die Ironie nie zu kurz.
Ein Thema zum nachdenken und selbstverständlich kommt die Frage auf, wie hätte ich gehandelt?"
Dennoch hat man sehr viel Spaß beim lesen und möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich gleich noch einmal von vorne angefangen und mich erneut amüsiert.

Ich hatte auf jeden Fall den Wunsch, nach Worpswede fahren zu wollen und diesen so wundervoll beschriebenen Ort zu besuchen.

Natürlich gibt es für diesen einzigartigen Roman volle 5 Sterne von mir.
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am 26. Mai 2010
Gerade habe ich diesen spannenden Roman fertig gelesen und bin sehr begeistert. Der Titel ist etwas irreführend, denn eine Zeitreise ist es nicht, sondern eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Der Handlungsort ist Worpswede mit seiner Künstlerkolonie, dem Teufelsmoor und seinen Himmeln; obwohl es in Berlin beginnt. Die Auseinandersetzung mit der Kunst findet auf vielen Ebenen statt - großartig. Sinn und Unsinn von Kunst, Kunstkonsum, die Wirkung von Kunst auch auf deren Schöpfer und dessen Umfeld und dem eigentlichen kreativen Schöpfungsprozess.
Ein Mittdreißiger ist der Hauptprotagonist namens Paul Wendland. Weil sein Erbe im Teufelsmoor zu versinken droht, verlässt er auf Drängen seiner Salat schickenden Mutter mit esoterisch indiensakralem Psychotick seine glücklose Galerie, um in das Elternhaus seiner frühsten Kindheit zurückzukehren und von der Vergangenheit eingeholt zu werden.
Als Enkel des angesehenen und beneideten Bildhauers Paul Kück räumt er stückweise auf mit der unseligen Geschichte, den Verstrickungen in die Nazidiktatur und den ungeliebten Familienmitgliedern. Dabei durchlebt er eine ganz eigene und für ihn wichtige Emanzipation von seiner Mutter und deren Eltern und muss auch für seine Biografie etwas Neues entdecken.
Die Figuren sind alle sehr gut detailliert beschrieben und wirken authentisch. Herrlich ist die schwer verständliche Mundart der Region, die familiären Namensgebungen bis hin zum Nullkück". Es gibt Lichtgestalten", die mir ans Herz gewachsen sind und mit denen ich gelitten habe; daneben gibt es dankbare Hassgestalten".
Ich empfehle es sehr gern weiter, auch als Schullektüre für die Oberstufe.
11 Kommentar| 39 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Moritz Rinke, selbst in Worpswede bei Bremen geboren, versucht dem Künstlerdorf mit diesem Roman ein literarisches Denkmal zu setzen. Er schildert in einer fantastischen Spielhandlung um den samt diverser Skulpturen langsam im Teufelsmoor versinkenden Hof der Nachfahren eines Bildhauers. Sein Protagonist begibt sich auf die Spuren seines Großvaters und führt dem Leser damit eine Chronik einer untergehenden Familie vor Augen.

Diese Familie Kück mit ihren mehr oder weniger eigenwilligen Mitgliedern ist Gegenstand der Geschichte und der Autor versteht es durchaus, mit Mitteld der Groteske und Überzeichnung den Leser zum Schmunzeln zu bringen und seiner Spurensuche zu folgen.

Die Fülle des Materials und die Vielzahl seiner Figuren macht es dem Leser nicht immer leicht, Rinke Wanderung durch die deutsche Geschichte, die sich hier stets als Geschichte von Individuen herausschält, zu folgen. Im Ergebnis lässt sich der »Grundbruch« des Gebäudes und damit der Sippe nicht aufhalten. Alles versinkt im Morast der Zeit und das lässt sich im eingeschränkten Sinne auch auf das Buch beziehen, das einen mitunter zähen, durchaus torfigen Stil aufweist.
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