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Angeregt duch Fragen ihres erwachsenene Sohnes beginnt Ruth Rehmann sich intensiv mit dem Leben und der politischen Haltung ihres Vaters zu beschäftigen. Sie befragt die wenigen noch Lebenden, die sich an ihn erinnern können, der 1940 im Alter von fünfundsechzig Jahren starb, sie liest in alten Briefen und Familiendokumenten und sieht sich bald mit einer anderen Wirklichkeit konfrontiert als der, die sie im Gedächtnis bewahrt hat...
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Facettenreiche Milieu- und Charakterstudie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Mann auf der Kanzel. Fragen an einen Vater. (Sondereinband)
Die Autorin versucht sich der Person ihres Vaters zu nähern, indem sie sich intensiv zurückversetzt in die komplexe Welt des rheinischen Pastorenhauses, in dem sie in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgewachsen ist. Sie schildert ihre Eindrücke aus Sicht des Kindes, gleichzeitig reflektiert sie das Erlebte aus der zeitlichen Distanz der Erwachsenen. Dies geschieht mit Hilfe von Briefen und Dokumenten, doch vor allem im Gespräch mit einem ehemaligen Lehrer, einem "Roten", eigentlich einem Widersacher des Pastors. Ihr geht es darum, das Verhalten des Vaters vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die Hitlers Aufstieg mit sich brachte, objektiv beurteilen zu können.Dafür geht sie weit zurück in die Vergangenheit des Vaters, der selbst einer Pastorenfamilie entstammte, zeigt, wie sein Elternhaus und dessen Umfeld ihn prägten. Man war konservativ und kaisertreu, rüttelte nicht am Gesellschaftssystem und den staatlichen Strukturen. So war es denn auch neben seinem arglosen Naturell zum Teil der Zwiespalt zwischen den Bibelworten "Seid untertan der Obrigkeit!" und "Du sollst Gott mehr gehorchen als den Menschen!", welcher eine eindeutige Stellungnahme des Pastors gegen Hitlers Staatskirche erschwerte. Die Sprache der Autorin erscheint sehr gehaltvoll, dabei ohne ein überflüssiges Wort. Mit wenigen eindeutigen, prägnanten Sätzen vermag sie eine Atmosphäre nuancenreich wiederzugeben, einen Menschen lebendig zu charakterisieren oder eine Situation eindrücklich nachzuzeichnen. Dieses Buch regt auf vielfältige Weise zum Nachdenken an und bringt dem Leser die Lage der Evangelischen Kirche im Dritten Reich anhand der intimen Kenntnisse der Autorin über einen ihrer Vertreter nahe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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