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Manja
 
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Manja [Audiobook] [Audio CD]

Anna Gmeyner , Iris Berben
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD: 1 Seiten
  • Verlag: Hörkultur; Auflage: 1. (1. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3952308749
  • ISBN-13: 978-3952308745
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 266.002 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Anna Gmeyner
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Der Roman ist ein document humain von äusserster Eindrücklichkeit. Wer vom Menschen her erkennen will, was 1933 bedeutet hat, darf Manja nicht auslassen. (Hans Kühner, Jüdische Rundschau/Basel)

Bei einer Autorin wie Anna Gmeyner, deren sprachliche Genauigkeit für mich eine Offenbarung ist, stellt man fest, wie sehr unsere Sprache mit der Zeit verkümmert. Deswegen kämpfe ich wie ein Löwe dafür, dass das Hörbuch unter die Leute kommt. (Iris Berben im Magazin hörBücher 1/2008)

Kurzbeschreibung

"Manja" handelt von fünf Kindern und ihren Familien in den Jahren 1920 bis 1934. Der Roman setzt mit der Schilderung der Nächte ein, in der die Kinder gezeugt werden: Innige Liebe, eheliche Vergewaltigung, flüchtige Leidenschaft, zärtliche Wärme und erstarrte Entfremdung sind die Spielarten ihrer Entstehung. Auch ihr familiäres Milieu ist ganz verschieden: Karl entstammt einer klassenbewussten Proletarierfamilie, Heini dem liberalen Bürgertum, Franz dem Kleinbürgertum, Harry dem reichen Großbürgertum, Manja einer armen Einwandererfamilie aus Polen. Die Freundschaft dieser Kinder, die sich in einem verlassenen Mauergrundstück am Stadtrand eine eigene Welt geschaffen haben, wird 1933 auf eine harte Probe gestellt: Manja und Harry sind plötzlich nicht mehr "rasserein"...
Anna Gmeyner schildert den politischen und menschlichen Erdrutsch von 1933.
"'Manja' ist ein lesenwertes Buch. Der Roman gibt Poesie und Zeitbild in einer Mischung, die anrührt und aufklärt ... Die Personen sind sozial so geordnet und in ihren Charakteren so gezeichnet, dass ein Kaleidoskop der moralischen und politischen Optionen im damaligen Deutschland entsteht." (Heribert Seifert, Neue Zürcher Zeitung)Anna Gmeyner (1902 -1991) gehörte um 1930 zur literarischen Avantgarde. Ihre Theaterstücke wurden bis 1933 mit Erfolg in Deutschland aufgeführt. Im Exil schrieb sie Filmdrehbücher und Romane. "Manja" kam 1938 bei Querido in Amsterdam unter dem Pseudonym Anna Reiner heraus. 1984 erschien das Buch zum ersten Mal in Deutschland bei persona. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gina
Format:Audio CD
Es gibt Bücher, die liest man und vergisst man, und es gibt Bücher, wie dieses, die einen richtig gehend umklammern und nicht mehr loslassen. Die Geschichte von 5 Kindern, 4 Jungen freundschaftlich verbunden in ihrer Bewunderung und Liebe für ein Mädchen - Manja - ist zugleich ein beklemmendes und umfassendes Dokument der deutschen Gesellschaft in der Zeit von 1920 bis 1934. Wunderschön poetisch beschreibt Anna Gmeyner die Stimmung und Gefühlsregungen der Menschen dieser Zeit am Beispiel der Familien der 5 Kinder. Das Erschütternde hieran ist, dass keiner der Charaktäre überzogen oder wirklichkeitsfern erscheint, man hat vielmehr den Eindruck einer direkten Nahaufnahme, die in ihrer Unmittelbarkeit oft schmerzlich ist und, vor allem gegen Ende des Buches, Fassungslosigkeit, Wut und Nachdenklichkeit hervorruft. Die Wirkung dieses an sich schon sehr berührenden und erschütternden Romans wird noch betont durch die eindringliche und mitreissende Erzählweise von Iris Berben, die vom ersten Moment an fesselt. Sie gibt jedem einzelnen der Charaktäre eine eigene Stimme und erweckt somit sie und mit ihnen eigentlich die deutsche Gesellschaft dieser Zeit zum Leben. Man taucht in die Geschichte ein und hat das, manchmal vollkommen fassungslos machende, Gefühl als stummer Beobachter selbst alles direkt mit zu erleben.

Fazit: Kaufen, hören, nachdenken, nochmal hören!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bianca Wenzel TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
'Jetzt sind wir wieder beisammen', sagte sie mit einem tiefen Atemzug. 'Wir wären schrecklich arm ohne die Mauer.' Das war wieder ein Satz, den keiner so einfach sagen konnte wie Manja, so, als ob man sein Herz aufmachte, ohne sich zu schämen. Und wieder wirkte der alte Zauber auf die vier Knaben, und wieder sind die Dinge ringsumher mehr als das wenige, das sie sind, riecht das Wasser vtm Fluss nach Meer, locken die Schiffe, wölbt sich der gestirnte Nachthimmel, in die Luft voll Getön, Geruch, Geräusch, zu tieferer Wirklichkeit gesteigert.'

Irgendwo in Deutschland, 1920-1934, eine schwierige Zeit. Eine Zeit voller Schrecken, voller Umbrüche, eine Zeit, in der Freundschaften so wichtig waren. Und so fanden sich fünf Kinder: Karl, Heini, Franz, Harry und Manja. Sie stammen allesamt aus unterschiedlichsten Familien. Manja selbst entstammt einer jüdischen Einwandererfamilie, die mittlerweile verarmt ist. Karl ist Sprössling einer Proletarierfamilie, Heini einer liberalen Familie, Harry, der Halbjude, gehört dem reichen Großbürgertum an. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft freunden sich die fünf an und halten zusammen wie Pech und Schwefel. So trotzen sie auch den nationalsozialistischen Einflüssen, die dieser Tage immer stärker werden, die Freundschaft und Liebe zu Manja ist größer als rassenfeindliche Ideologien. Doch jedes der fünf Kinder wächst in einem anderem sozialen Umfeld auf, wächst mit den Ideologien der Eltern auf, die beeinflussen, die Druck machen. Können die Kinder dem Druck der Zeit standhalten, halten sie weiterhin zu Manja?

'Wenn man das eine herausnehmen und ein anderes dafür hineinlegen könnte. Welches? ... Was von dem, was sie sein werden ist schon in ihnen aufgezeichnet? Was von dem, was sie erleben werden, wächst mit ihnen mit? Welcher jähzornige Urahne bedroht sie, welche Eigenschaften eines längst Toten, eine Kette Lebender überspringend, wird sie anfallen? Welche fremde Schuld hat sie schon gezeichnet. Welche Angst kreist in ihrem Blut? Ist ihr Schicksal angelegt wie ihr Geschlecht? Unausweichlich, wie das fast kahlköpfige Kind, an dessen Bettchen er jetzt steht, ein Mädchen und eine Frau, das dunklere mit dem flachen Gesicht daneben, ein Knabe und ein Mann wird. Wer gibt hier Rechenschaft, wer führt hier Buch?'

Anna Gmeyner hat mit 'Manja' ein eindrucksvolles und nachhaltiges Zeitdokument geschaffen, dass zwar fiktiv ist, aber durch ihre genauen Beschreibungen und Betrachtungen dermaßen realistisch scheint, dass der Hörer sich vorkommt, als würde Iris Berben eine Geschichte von ihr bekannten Menschen erzählen. Sie lässt den Hörer direkt daran teilhaben, bindet den Hörer ein, ein in eine Geschichte von literarischer Brillianz, die das Erzähltalent Gmeyners wunderbar zur Geltung bringt. Eine Geschichte über eine Kinderfreundschaft, die so unbeschwert, locker und leicht sein könnte, wenn sie nicht in dieser schrecklichen Zeit begonnen hätte.
Der Hörer bleibt wütend, fassungslos und hilflos zurück, weil er nicht eingreifen kann, er kann nicht an den Menschen rütteln und rufen: 'Wacht doch bitte endlich aus diesem Albtraum auf und tut etwas!' Nein, das funktioniert leider nicht, aber uns bleibt die Geschichte, die an Bekannte, Freunde und Verwandet empfohlen werden kann und so ein Dialog geschaffen werden kann, der dazu beiträgt, dass die Schrecken der damaligen Zeit bewusst bleiben, aber keine Chance mehr erhalten. Der Hörer merkt aber auch, wieviel Herzblut Berbens in diesem Hörbuch steckt, sie gibt jedem der zahlreichen, völlig unterschiedlichen, Charaktere eine eigene Klangfarbe, lässt die Dialoge sehr lebendig werden und verleiht den poetischen Beschreibungen hingegen eine nahezu nüchterne, distanzierte Stimme. Iris Berben schafft so ein Hörerlebnis der ganz besonderen Art, das schon mehr Hörspiel als Lesung ist, wobei es schwerfällt bei dieser Geschichte von Spiel zu sprechen, das immer etwas Fröhliches mit sich bringt. 'Manja' begeistert, bewegt, betrübt, berührt und beeindruckt.

'Manja' ist eine leicht gekürzte Hörbuchfassung auf zwölf CDs mit einer Gesamtspieldauer von 873 Minuten. Hervorzuheben sei hier auch noch das wunderschöne Booklet mit zahlreichen wertvollen Informationen zu Anna Gmeyner, Iris Berben, dem Walter Adler sowie zum Buch 'Manja'. Ferner werden Zitate aus dem Buch präsentiert, ein altes Buchcover ist zu sehen und dies alles in einer äußerst gelungenen Aufmachung. Alles in allem ein rundum gelungenes Hörbuch.
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Von Xirxe TOP 1000 REZENSENT
Format:Audio CD
Ich muss gestehen, ich hatte leichte Zweifel als ich mit diesem umfangreichen Hörbuch begann. 873 Minuten - und das zu einem solch ernsten Thema. Ist das auszuhalten? Nein, zumindest nicht immer. Doch dies hängt nicht mit der Länge der Lesung oder des Inhalts an sich zusammen, sondern mit der unbeschreiblich eindringlichen Sprache Anna Gmeyners, die kongenial von Iris Berben umgesetzt wurde. Immer wieder musste ich innehalten, um das Gehörte erst einmal zu verdauen.
Fünf Kinderschicksale in der Zeit von 1920 bis 1934 werden geschildert, jedes so individuell wie Menschen nun mal sind. Manja, das 'Ergebnis' einer spontanen Liebesnacht, voller Lebendigkeit und Liebe dem Leben gegenüber, lebt in einer verarmten jüdischen Einwandererfamilie. Und dann die vier Jungen, deren Familien einen Querschnitt durch die gesamte Gesellschaft bilden: die politisch engagierte Arbeiterschaft, das großbürgerliche, reiche Judentum, die liberalen konfessionslosen Intellektuellen und die faschistischen Kleinbürger. Gemein ist ihnen, dass sie Manja lieben, egal wer aus welcher Familie kommt. Es ist eine schöne, wenn auch von Geldsorgen geprägte Kindheit die da erzählt wird. Doch das Unheil des III. Reiches rückt näher und macht auch vor der Freundschaft dieser Fünf nicht halt. Denn Manja und Harry, einer der vier Jungs, sind nicht rasserein...
Gmeyners Sprache ist voller Poesie und doch so genau, dass man das Schrecken und Grauen dieser Zeit förmlich mit den Händen greifen kann. Iris Berben setzt dies in einer fantastischen Art und Weise um. Rauh und hart klingt ihre Stimme, wenn der faschistische Familienvater seinen Sohn zusammenbrüllt, weich und sanft wenn Manja sich um ihre schwache Mutter kümmert. Einfach brilliant!
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