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Manisch: Thriller Taschenbuch – November 2008


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 1. Auflage (November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442468337
  • ISBN-13: 978-3442468331
  • Originaltitel: Twisted Wing
  • Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 2,9 x 18,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 473.132 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ruth Newman ist Anfang dreißig, wurde in Reading geboren, wuchs in London auf und lebt nun in Cambridge. Schon seit ihrer frühesten Kindheit wollte sie Autorin werden. Mit vierzehn schrieb sie ihre erste Kurzgeschichte, die ihr ein Interview in der „Hackney Gazette“ einbrachte. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie am berühmten King's College in Cambridge und arbeitete nach ihrem Abschluss in verschiedenen Universitätsbibliotheken von Cambridge und seit 2002 als Online-Redakteurin. Dem Schreiben widmet sie sich leidenschaftlich in ihrer Freizeit.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Matthew Denison hatte den Eindruck, gleich vor Übelkeit ohnmächtig zu werden. Ein Mordopfer hatte er zum letzten Mal während seines Medizinstudiums im Leichenschauhaus gesehen, und damals hatte er gegen die Schande ankämpfen müssen, wie ein Häufchen Elend auf dem Boden des Autopsiesaals zusammenzuklappen. Er schwitzte bereits vor Nervosität, obwohl er noch nicht mal am Schauplatz des Verbrechens war. Was sollte er nur tun, wenn er die Leiche sah und sich übergeben musste? Der Gedanke, sich auf all die wichtigen Spuren zu erbrechen, ließ ihn aufstöhnen.
Detective Chief Inspector Stephen Weathers warf ihm beim Fahren einen Blick zu. »Alles klar mit dir, Matt? Du weißt, dass du nicht mitkommen musst.«
Denison öffnete das Seitenfenster, um frische Luft zu schnappen. »Wir sollten es ausnutzen, dass ich zufällig in der Nähe war.«
»Dieser Todesfall ... wir wissen ja nicht mal, ob es da eine Verbindung gibt«, sagte Weathers. Er stellte das Radio an. Denison sagte nichts: Sie wussten beide, dass ein Mord am Ariel College nur eines bedeuten konnte.
Der Moderator des Lokalsenders von Cambridge hatte bereits über den Mord berichtet, obwohl Weathers selbst gerade erst verständigt worden war und es spät nachts war. Denison wurde mit einem Schlag klar, dass vermutlich bereits Journalisten vor dem College lauerten. Er fing an, an seiner Krawatte zu ruckeln und sich mit zitternder Hand durchs Haar zu fahren.
Die vertrauten Zwillingstürme der Ariel's Chapel tauchten über den Hausdächern auf, als sie näher kamen. Sie bogen um eine Ecke, und da stand sie in all ihrer gotischen Pracht. Denison blinzelte. Sie schien in einem schockierenden Pink zu leuchten.
Selbst vom entfernten Ende der Straße konnten sie die Ansammlung von Transportern und Autos, von Männern und Frauen mit Mikrofonen, Kameras und Klemmbrettern sehen. Die Blaulichter auf drei Polizeiwagen waren an, doch die Sirenen waren ausgeschaltet.
Weathers fuhr so nah wie möglich an die Pforte heran, und sie bahnten sich einen Weg durch die Reportermeute und das Blitzlichtgewitter der Kameras. Denison hielt den Kopf gesenkt, rückte dann aber verlegen die Brille zurecht. Peinlich berührt erkannte er, dass er das nur tat, um deutlich zu machen, dass er keine Handschellen trug - nur für den Fall, dass einer der Reporter einen falschen Eindruck davon bekam, warum er einen Kriminalbeamten begleitete. Einmal hatte er einen Artikel darüber verfasst, wie ansteckend Paranoia sein konnte; jetzt fragte er sich, ob er nicht zu viel Zeit mit seinen Patienten verbrachte.
Ein Sergeant eskortierte sie durch eine kleine Tür, die in das größere Holztor der Pförtnerloge eingelassen war. Auf der anderen Seite sahen sie sich hunderten von Studenten in Abendkleidern und Smoking gegenüber. Die Studenten hatten kleine Grüppchen gebildet. Einige saßen bedrückt auf dem Rasen. Viele der Mädchen trugen das Sakko ihres Freundes über den festlichen Kleidern, manche hatten sich auch in Polizeidecken gehüllt. Sie unterhielten sich mit gedämpften Stimmen, doch es lag keine Erregung darin. Die Gesichter waren verzerrt, die Haut bleich unter der Sommerbräune. Ein Mädchen blickte zu Denison auf; ihre tief liegenden Augen glichen rußigen Flecken.
»Heute Abend hat ihr Maiball stattgefunden«, sagte der Sergeant ruhig. »Deshalb ist die Kapelle auch wie ein Christbaum angestrahlt, und auf dem vorderen Rasen steht eine Hüpfburg.«
»Wissen sie von dem Mord?« Weathers stellte die Frage, während sie an den Studenten vorbeigingen, die in der Dunkelheit wie graue Gespenster auf einem Schlachtfeld aussahen.
»Sie wissen nicht, wer umgebracht wurde, aber sie haben mitbekommen, dass es einen Mord gegeben hat.«
Sie gingen unter einem Torbogen unterhalb der College-Bibliothek hindurch und betraten den nächsten Innenhof, Carriwell Court. Unter ihren Füßen knirschte der Kies. Chinesische Laternen warfen ihr Licht in den Schatten. Hier waren mehr Polizisten, aber nur zwei Studenten, ein Junge und ein Mädchen, die an entgegengesetzten Seiten des Hofes mit Ermittlungsbeamten sprachen.
Denison sog einmal tief die warme Nachtluft ein, bevor er Weathers und dem Sergeant durch eine Tür und die Steintreppe hinauf folgte. Er konnte Stimmen hören, und als sie oben ankamen, konnte er auch etwas Unangenehmes riechen. Eine seltsame Mischung aus Kupfer, Ammoniak und dem Gestank nach Erbrochenem.
Denison blieb oben an der Treppe stehen und hielt sich am Holzgeländer fest. Vor einer halben Stunde haben wir noch ein Bier getrunken, dachte er. Was zum Teufel mache ich hier?
Weathers drehte sich um. »Du weißt, dass du das nicht tun musst, Matt«, sagte er.
Denison versuchte, die Achseln zu zucken. Sein Mund war trocken. »Ich möchte nur helfen.«
Weathers nickte. Er sagte nichts weiter, sondern drehte sich wieder um und betrat mit Denison auf den Fersen ein Zimmer, in dem es von Leuten wimmelte.
Ein junger Mann im Smoking stand da, er hatte Blut und wer weiß was noch an Händen und Hosenbeinen. Auch sein weißes Hemd war verschmiert. »Ich habe versucht, sie wieder reinzutun«, sagte er wieder und wieder zu einer Polizeibeamtin. »Ich habe nur versucht, sie wieder reinzutun.«
In einer anderen Ecke hatte sich ein Mädchen wie ein Fötus zusammengerollt. Sie war ganz rot von dem Blut, das sie bedeckte. Beim ersten Blick glaubte Denison, sie sei nackt, doch dann erkannte er, dass ihr BH und ihr Slip blutdurchtränkt waren. Ein Sanitäter versuchte, ihr mit einer Taschenlampe in die Augen zu leuchten. Instinktiv ging Denison hinüber, um zu sehen, ob er behilflich sein konnte. Das Mädchen wiegte sich mit leerem Blick hin und her. Ihre Pupillen waren riesig und schwarz, und nur ein schmaler Ring war von der Iris geblieben. Ihre Lippen bewegten sich, doch es war kein Laut zu hören.
»Ist sie verletzt?«, fragte er den Sanitäter.
Der Sanitäter schüttelte den Kopf. »Soweit ich erkennen kann, nicht. Zumindest nicht körperlich. Das Blut scheint nicht von ihr zu sein.«
»Gütiger Gott«, hörte Denison Weathers sagen. Er stand auf, und als die Sanitäter, Polizeibeamten und Pathologen ihre Position veränderten, sah er zwischen und hinter ihnen die Leiche, die mit ausgebreiteten Gliedern in einer Blutlache lag. Die Bauchdecke klaffte auseinander, und die Eingeweide waren herausgerissen und über den Boden verteilt worden.

KAPITEL 2

»Sie ist völlig abwesend«, sagte Denison in sein Handy.
Detective Chief Inspector Weathers klang frustriert. »Was heißt das? Ist sie immer noch katatonisch?«
»Na ja, eigentlich nicht. In ihrem Fall handelt es sich um eine ernste psychomotorische Störung, aber der Laie würde so etwas vermutlich als Katatonie bezeichnen. Ich habe ihr Antidepressiva verschrieben, aber die brauchen in der Regel eine Weile, bis sie wirken. Es könnte sein, dass wir ihr in Kürze Elektroschocks verabreichen müssen, sonst besteht die Gefahr, dass sie an Unterernährung stirbt.«
Denison blickte durch das Fenster in Olivia Corscaddens Zimmer, wo das Mädchen unter weißen Tüchern in einem Krankenbett lag. An ihrem Arm hing eine Infusion, die sie mit genug Flüssigkeit versorgte, um zu vermeiden, dass sie dehydrierte, doch die Schwestern mussten sie wie ein Baby füttern. Sie pürierten das Essen und schoben es ihr löffelweise in den Mund. Die Hälfte des Essens landete in der Papierserviette auf ihrer Brust; die andere Hälfte schien sie automatisch und mit leerem Blick zu schlucken.
Sie war ein hübsches Ding, dachte Denison, sogar mit dem blauen Auge und der geplatzten Lippe. Nicht zum ersten Mal fragte er sich, was diese extreme Reaktion hervorgerufen hatte. Hatte sie den Mord gesehen? Hatte sie selbst den Mörder abgewehrt?
War die Identität des Schlächters von Cambridge in diesem abwesenden Kopf eingeschlossen?
»Also, wenn Dornröschen deine Zeit verschwendet, könnte ich dich in Cambridge brauchen«, sagte Weathers. »Hast du heute schon Zeitung gelesen?«

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Lesezeichen am 2. Januar 2009
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Es dauert ein wenig, sich in den Psychothriller "Manisch" von Ruth Newman reinzufinden. Es hängt nicht an der Story, die wahrlich fesselnd ist, sondern vielmehr an dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil der Autorin. Denn im Verlaufe des Romans springt sie häufig zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was an sich nicht so dramatisch wäre, würden diese Zeitsprünge nicht so unübersichtlich stattfinden. Oft ist es mitten in einem Kapitel von einem Absatz zum nächsten, dass Newman Ort und Zeit verändert und genau das macht es beim Lesen anfangs etwas anstrengend und holprig. Allerdings gewöhnt man sich mit der Zeit dran und irgendwann so ab der Hälfte des Romans zeigt sich, dass genau dieses Stilmittel einen besonderen Anteil an der Grundspannung von "Manisch" hat.

Worum geht es in dem Psychothriller?
An einem College in britischen Cambridge treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Zwei Studentinnen sind bereits brutal ermordet worden, bei einer fehlte der Kopf. Als ein dritter Mord geschieht, findet der mit den Morden beauftragte Detective Chief Inspector Stephan Weathers neben der weiblichen Leiche die vollkommen weggetretene Olivia und ihren Freund Nick - beide blutbesudelt. Offensichtlich hat Olivia den Mord miterleben müssen, wenn sie nicht sogar die Täterin war. Weathers zieht seinen alten Freund, den Psychologen Matthew Denison hinzu, der bereits im Rahmen der ersten beiden Morde bei der Tätersuche unterstützend dabei war. Denison soll versuchen, Olivia aus ihrer Apathie zu befreien und ans Licht zu holen, was die Studentin offensichtlich mit aller Macht verdrängt.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von S. Kapper am 29. November 2008
Format: Taschenbuch
Bereits drei Morde sind am Ariel College geschehen. Neben dem dritten Opfer findet man die blutbesudelte Olivia und ihren Freund Nick, die beide unter Schock stehen. Olivia ist vollkommen apathisch und wird in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Nick scheint das alles viel besser zu verkraften und steht von Anfang an unter Verdacht, der Mörder der drei jungen Frauen zu sein, die alle in seiner und Olivias Clique waren.
Der sympathische, etwas schüchterne Psychologe Matthew Denison versucht nun von Olivia zu erfahren, was in der Mordnacht wirklich geschah. Nach einem Monat ist das Mädchen endlich wieder ansprechbar, doch was Denison hört, weckt in ihm einen schlimmen Verdacht.

Mehr kann man wirklich nicht verraten, nur soviel: Nichts ist so wie es zunächst scheint.
Man wähnt sich bereits auf der richtigen Spur, glaubt den Mörder zu kennen, doch dann passiert plötzlich etwas völlig Unerwartetes und wirft alle Überlegungen über den Haufen. Mehrere Male gelingt es der Autorin, den Leser in eine bestimmte Richtung zu locken, um ihn dann mit neuen Erkenntnissen wieder in die völlige Ahnungslosigkeit zu führen.
Zusammen mit Matthew Denison rätselt man bis zum Ende des Buches und wird immer wieder von der Intelligenz und Abgebrühtheit des Mörders überrascht. Rückblicke in die Vergangenheit der Protagonisten geben diverse Hinweise auf den Ablauf der Verbrechen, doch deutet man sie immer wieder falsch, was die Spannung bis zur letzten Seite garantiert.

Der Schreibstil Newmans ist angenehm, man kann das Buch locker und flüssig lesen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von J. Renno am 17. Januar 2009
Format: Taschenbuch
Man merkt, das dieses Buch ein Erstlingswerk ist. Die Zeiten springen teilweise völlig unvermittelt hin und her, manchmal ist dies an einer anderen Schrift zu erkennen, manchmal muss man einfach raten. Der Titel des Buches hat überhaupt gar nichts mit dem Inhalt zu tun.Seltsam. Dennoch ist es recht gut geschrieben, und wenn man sich auf die Story eingelassen hat, kann man es gut lesen. Am Ende nimmt alles noch eine einigermassen überraschende Wendung, wenn auch etwas konstruiert. Mein Fazit: okay. Mehr allerdings nicht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Edelnickel am 23. Oktober 2011
Format: Taschenbuch
Ich habe dieses Buch als Mängelexemplar auf dem Wühltisch ergattert. Ich hatte schon oft großartige Entdeckungen auf solchen.

So auch bei "Manisch". Zugegeben, man muss sich erst reinlesen und manchmal etwas überlegen, wenn Newman in der Zeit springt. Aber sehr schnell merkt man, dass gerade das spannend ist. (Und es gibt auch einen einfachen Indikator: die Schriftart.)

Dieser Thriller hat mich einfach nur gefesselt. Dieses psychologische Verwirrspiel, diese hemmungslose Offenheit. Manche Stellen haben selbst mich noch schockiert, zum Beispiel wenn vom Schicksal der Protagonistin erzählt wird.

Lange Rede, kurzer Sinn: kaufen! Lesen!
Es lohnt sich; ich empfehle dieses Buch alles Freunden des Thrillers (und Psychologieinteressierten).

Oh, grausame Abgründe der menschlichen Seele!

(P.S.: Extrapunkt, dass die Kapitel nicht so endlos lang sind und viele Absätze enthalten. So kann man das Buch auch unterwegs oder im Bett lesen. Wenn man denn albtraumsicher ist.)
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