Der Kern des Buches entfaltet sich auf den Seiten 47 bis 122. Sage und schreibe 27 Manipulationstechniken wollen die Autoren im richtigen Leben entdeckt haben.
Das Leben ist randvoll mit Manipulationsversuchen - sozusagen. Und das Buch wirkt: Gerade wollte ich noch den Satz formulieren "Natürlich kann sich die keiner alle merken", da fällt mir schon auf, dass ich der "Evidenztaktik" verfallen und selber zu Manipulateur geworden bin. Diese beschreibt den Sachverhalt, dass man Tatbestände ohne Begründung als völlig klar darstellt.
Aber Scherz beiseite: Das Buch kann durchaus helfen, manipulative Strategien der Gegenseite zu durchschauen und entsprechend zu reagieren. Allerdings sind 27 Techniken ein wenig viel und überschneiden sich auch hie und da. Ein wenig Konzentration wäre hier hilfreich gewesen.
In der Praxis dürfte sich zwar kaum jemand in einer bestimmten Situation überlegen welche Manipulationsstrategie sein Gegenüber gerade verfolgt, aber das Buch hilft zumindest dabei, das Erkennen von Manipulationsmustern zu verbessern.
Hilfreich ist an diesem Buch vor allem der erste Teil mit einschlägigen Abwehrtechniken, die tatsächlich verbürgt sind und nicht nur in Manipulationssituationen hilfreich. Dieser Teil lohnt allein den Kauf des Buches.
Den "Praxisteil", der fast die Hälfte des Buches ausmacht, ist dagegen von einem anderen Autoren verfasst worden. Dort werden typische Manipulationssituationen im Büro dargestellt und von "Experten" bewertet. Leider verzichtet die Bewertung der einzelnen Situationen über weite Strecken darauf, sich an den im ersten Teil formulierten Techniken auszurichten, und der Autor verwendet andere Gruppierung der Techniken als im ersten Teil. Eine bessere Abstimmung wäre hier wünschenswert gewesen.