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Manifest des evolutionären Humanismus: Plädoyer für eine zeitgemässe Leitkultur Broschiert – Juni 2006


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Produktinformation

  • Broschiert: 196 Seiten
  • Verlag: Alibri; Auflage: 2., korr. u. erw. Aufl. (Juni 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865690114
  • ISBN-13: 978-3865690111
  • Größe und/oder Gewicht: 11,4 x 1,8 x 18,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (76 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 62.834 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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109 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Pyrrhon am 23. Juli 2008
Format: Broschiert
Michael Schmidt-Salomons "Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur" hat große Verbreitung gefunden. Darüber darf man froh sein. Er greift die wesentlichen Aspekte unserer Gesellschaft auf, unterzieht sie einer strengen Prüfung und stellt uns eine (auf)geklärte, geläuterte Version vor. Kritik an der Kirche und ihrer Apologetik ist ein wesentlicher Teil von Schmidt-Salomons Werk:
Er entlarvt die Theorie des "Intelligent Design" als den hilflosen Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse in Glaubensschemata zu pressen. "In Anbetracht des weltweit fortschreitenden religiösen Fundamentalismus ist es deshalb von absoluter Dringlichkeit, auf einen Prozess weltweiter religiöser Abrüstung hinzuwirken."
Grundbedingung dafür sei, dass auch minderprivilegierte Menschen Zugang zu Wissenschaft, Philosophie und Kunst finden. Rationale Aufklärung über Wesen und Wirkungsweise von Religion muss den gebührenden Stellenwert im Bildungssystem erhalten.

Besonders erhebend fand ich das vierte Kapitel über Sinn und Sinnlichkeit, mit dem Untertitel: "Warum uns der evolutionäre Humanismus nahe legt, aufgeklärte Hedonisten zu sein": Einen Sinn des Lebens kann man nur in diesem Leben erfahren (ist eigentlich logisch), mit und durch seine Sinne. So gesehen vertritt der Autor hier ein wunderbar einleuchtendes Theorem, das uns erlaubt, durch unsere Sinne zu leben und ihnen auch zu vertrauen - ganz im Gegensatz zur kirchlichen Lehre, die Leib- und Sinnesfreuden gegenüber feindlich eingestellt ist und die den Sinn des Lebens nicht in diesem aktuellen irdischen, sondern in einem jenseitigen, himmlischen (oder höllischen) Leben sucht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ekkard am 21. Oktober 2014
Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
"Evolutionärer Humanismus" ist der Versuch, Menschlichkeit in ständiger (gesellschaftlicher) Entwicklung zu begreifen und zu fassen. Die Religionen müssen sich den berechtigten Vorwurf gefallen lassen, dass sie streckenweise unmenschliche Härte und Grausamkeit von höchster Stelle aus verkünden. Anders zu sein und zu fühlen, wird mit dem Absolutheitsanspruch Gottes unterdrückt und geschmäht. Sofern moderne Gläubige ihre Heiligen Schriften uminterpretieren, gewissermaßen "weichspülen", schaffen sie keine wirklich humane Religion, wie sie vielleicht meinen, sondern ein Lügengebäude, das in der Antike so sicher nicht gemeint war.

Das Manifest ist kein unterhaltsames Lesebuch, sondern stellt harte Forderungen an unsere Weltsicht. Zugleich befreit es von "Traditionsblindheit", nämlich einer Welt- und Menschensicht, die geprägt durch Traditionen, die menschliche Realität nicht wahrnehmen will. Damit reibt sich das Manifest besonders an den traditionellen Religionslehren, die sich natürlich nicht an dem orientieren, was wir heute über Mensch und Welt wissen.

Einen Punkt habe ich abgezogen, weil das Buch nicht intuitiv verständlich und lesbar ist. Aber sehr zu empfehlen für Menschen, die an ihren Traditionen bzw. deren Absolutheitsanspruch leiden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Richard Mandel am 21. Mai 2014
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Je mehr Selbstzensur in der Kritik gegenüber Religion erwartet wird, umso wichtiger werden klare Argumente und Leitideen, um die humanistische Position sachlich und stark zu vertreten.
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123 von 150 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Kritiker am 20. Juni 2007
Format: Broschiert
Ein sehr gutes Buch! Mit messerscharfem Verstand und mit fundierter Kenntnis stellt Dr. Michael Schmidt-Salomon allgemein verständlich den säkularen Humanismus vor. Dabei wird auf Religionskritik (neben den theistischen Religionen" werden auch die atheistischen und politischen Religionen kritisiert) nicht verzichtet.

Er stellt die Stützpfeiler des evolutionären Humanismus vor (Wissenschaft, Philosophie, Kunst). Es wird klar, dass der Evolutionäre Humanismus kein dogmatisches, sondern ein "offenes System" ist. Es wird deutlich warum der rationale Glaube an die Wissenschaft nicht mit "Wissenschaftsgläubigkeit" zu verwechseln ist.

Kritik und Verbesserung ist der Motor des evolutionären Humanismus, der damit im totalen Gegensatz zu der Ideologie der Religionen steht, die absolute nicht zu hinterfragende "Wahrheiten" verkünden.

Es werden brandaktuelle und kontrovers diskutierte Themen behandelt (halbierte Aufklärung, Fundamentalismus, ID, Bioethik, Sozial- und Bildungssystem usw.) Sehr gefallen hat mir das Kapitel "Den Eigennutz in den Dienst der Humanität stellen!" und die Zehn Angebote (nicht Gebote) des evolutionären Humanismus.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch ! 5 Sterne !
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113 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von kpoac TOP 1000 REZENSENT am 14. April 2007
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Auch wenn MSS sein Buch ein Manifest nennt, ist es eher eine mit sehr spitzer Feder großartig und empathisch vorgetragene Streitschrift. Streitschriften sind spitz, plakativ, direkt und in Bezug auf die Argumentation selbstbezüglich zur Zielsetzung. Seine Ideen, Wissenschaft, Kunst und Philosophie in Mittelpunkt des Lebens zu stellen, kann man sehr wohl und schnell teilen. Humanismus und Aufklärung sind seine Forderungen einer Leitkultur, die alle Menschen begreifen, da die o. a. Triade von Wissenschaft den rationalen Aspekt, Philosophie als Verbindung zur Kunst und diese dann selbst den intuitiven, emotionalen und empathischen Teil aller Sinneswahrnehmungen bedient. In scheinbaren Widerspruch setzt er die Religion. Hier jedoch unter dem Aspekt der religiösen Institutionen und den bibelexegetischen Auswertungen mit hohem Bezug zur Wörtlichkeit. Damit verschränkt er seine Argumentation mit Widersprüchen, da historisch bedingte Veränderungen der Interpretation ausgelassen werden, um seinem Ziel argumentativ näher zu kommen.
MSS predigt nahezu den Gedanken der Aufklärung, ist verliebt in die Idee des Kantschen SAPERE AUDE und sieht dennoch im Widerspruch zu ihm die fehlende Vernunft nicht ursächlich in der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Für ihn ist sie nicht selbstverschuldet, sondern von der Sozialisation im historischen Kontext bewirkt.

Umso mehr sieht er den Zwang, hier ausbrechen zu müssen; den Eigennutz ohne Bezug zur Gemeinschaft zu fördern, weil letztendlich sich dieser Bezug evolutionär und logisch folgend von selbst als Integration einstellt. Mir scheint, als folge er Marc Aurel, der sinngemäß sagte, kümmere dich um die, die noch Sinn in die Gemeinschaft bringen.
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