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Manifest des evolutionären Humanismus: Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur
 
 
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Manifest des evolutionären Humanismus: Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur [Broschiert]

Michael Schmidt-Salomon
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (70 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wir leben in einer Zeit der Ungleichzeitigkeit: Während wir technologisch im 21. Jahrhundert stehen, sind unsere Weltbilder mehrheitlich noch von Jahrtausende alten Mythen geprägt. Diese Kombination von höchstem technischen Know-how und naivstem Kinderglauben könnte auf Dauer fatale Konsequenzen haben. Angesichts der Gefahren, die aus der Renaissance unaufgeklärten Denkens in einem technologisch hoch entwickelten Zeitalter erwachsen, entwirft das Manifest des Evolutionären Humanismus eine säkulare Gegenposition, die im Einklang mit den häufig desillusionierenden Ergebnissen der (natur-) wissenschaftlichen Forschung steht. Das Manifest liefert auf diese Weise nicht nur eine kompakte Zusammenfassung der Grundpositionen einer "zeitgemäßen Aufklärung", es ist auch ein entschiedenes Plädoyer für eine "alternative politische Leitkultur", die auf die besten Traditionen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst zurückgreift, um das unvollendete Projekt der aufgeklärten Gesellschaft gegen seine Feinde zu verteidigen.

Über den Autor

Dr. phil. Michael Schmidt-Salomon, geb. 1967, ist freischaffender Philosoph und Schriftsteller sowie Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
75 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Michael Schmidt-Salomons "Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur" hat große Verbreitung gefunden. Darüber darf man froh sein. Er greift die wesentlichen Aspekte unserer Gesellschaft auf, unterzieht sie einer strengen Prüfung und stellt uns eine (auf)geklärte, geläuterte Version vor. Kritik an der Kirche und ihrer Apologetik ist ein wesentlicher Teil von Schmidt-Salomons Werk:
Er entlarvt die Theorie des "Intelligent Design" als den hilflosen Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse in Glaubensschemata zu pressen. "In Anbetracht des weltweit fortschreitenden religiösen Fundamentalismus ist es deshalb von absoluter Dringlichkeit, auf einen Prozess weltweiter religiöser Abrüstung hinzuwirken."
Grundbedingung dafür sei, dass auch minderprivilegierte Menschen Zugang zu Wissenschaft, Philosophie und Kunst finden. Rationale Aufklärung über Wesen und Wirkungsweise von Religion muss den gebührenden Stellenwert im Bildungssystem erhalten.

Besonders erhebend fand ich das vierte Kapitel über Sinn und Sinnlichkeit, mit dem Untertitel: "Warum uns der evolutionäre Humanismus nahe legt, aufgeklärte Hedonisten zu sein": Einen Sinn des Lebens kann man nur in diesem Leben erfahren (ist eigentlich logisch), mit und durch seine Sinne. So gesehen vertritt der Autor hier ein wunderbar einleuchtendes Theorem, das uns erlaubt, durch unsere Sinne zu leben und ihnen auch zu vertrauen - ganz im Gegensatz zur kirchlichen Lehre, die Leib- und Sinnesfreuden gegenüber feindlich eingestellt ist und die den Sinn des Lebens nicht in diesem aktuellen irdischen, sondern in einem jenseitigen, himmlischen (oder höllischen) Leben sucht.

Schmidt-Salomon beweist, dass eine Ethik ohne Gott möglich ist, mehr noch: dass wichtige Errungenschaften wie Menschenrechte und Demokratie nicht dem Konto des Christentums gutgeschrieben werden können, "musste doch jedes einzelne Menschenrecht dem Christentum ... in einem erbitterten Machtkampf abgerungen werden. ... Eine Ethik aber, die die Grundbedürfnisse (Interessen) der Menschen derart ignoriert, verdient es nicht, 'Ethik' genannt zu werden".
Bis heute hat der Vatikan die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert!

Schmidt-Salomon beschränkt sich nicht nur auf die christlichen Religionen. Religionen an sich kommen bei ihm schlecht weg. Dazu gehören auch die sog. "politischen Religionen" in totalitären Systemen.
Dort, wo er Kritik übt, tut er das unbarmherzig, tabulos, aber fair. Er bietet immer Auswege an und stellt Alternativen vor. Diese scheinen logisch, plausibel und durchdacht.
Es sieht aber auch die Grenzen: die "prinzipielle Unverträglichkeit von aufklärerischem und religiösem Denken". Klar arbeitet er heraus, dass das "Christsein" keine halbe Sache sein kann: "Ein christlicher Fundamentalist weiß - und das ist sein Vorteil gegenüber dem liberalen (Tauf-)Schein-Christen! -, dass Jesu Erlösungstat ohne Voraussetzung von Hölle und Teufel in etwa so sinnlos ist wie ein Elfmeterschießen ohne gegnerische Mannschaft." Dies ist mit ein Grund dafür, dass nicht nur die Anzahl der konfessionslosen Menschen steigt, sondern auch die der religiösen Fundamentalisten.
Als zusammenfassende Erklärung darf man im Anhang B die zehn Angebote (nicht: Gebote!) des evolutionären Humanismus verstehen, die den Zehn Geboten des Buches Exodus (Anhang A) gegenübergestellt werden. Diese zehn Angebote sind im Vergleich zu den beklemmenden "göttlichen" Zehn Geboten erhebend, befreiend und vor allem unverbindlich.
Zu vorletzt möchte ich noch auf die Anmerkungen hinweisen, in denen ich zahlreiche interessante Literaturhinweise fand.
Und zuletzt gilt mein Werben der Seite 196, wo Sie einen Aufruf zur Diskussion finden und das Manifest online unterzeichnen können. Die Giordano Bruno Stiftung ist allemal einen Besuch wert!
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83 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hart aber notwendig! 21. Januar 2006
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
In weiten Teilen unserer Gesellschaft, auch unter den Nicht-Gläubigen, überwiegt immer noch die Vorstellung, dass es ein Verdienst der jüdischen und christlichen Religion sei, den Menschen ethische und moralische Kategorien geliefert und somit ein humaneres und friedlicheres Miteinander geschaffen zu haben. Beschäftigt man sich jedoch mit den Texten des Alten sowie des Neuen Testamentes, kann man der Schlussfolgerung Michael Schmidt-Salomons nur zustimmen, dass „[w]äre die Bibel tatsächlich ‚Gottes Wort’, müsste man den in ihr wirkenden göttlichen Tyrannen gleich mehrfach wegen kolossaler Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen“ (67f.).

Diese übertrieben anmutende Aussage belegt Schmidt-Salomon anhand zahlreicher der Bibel entnommener Textpassagen. Hier nur ein paar Beispiele.
Gleich zu Beginn des AT fordert Gott seine Untergebenen zur Vernichtung ganzer Völker auf: „Du musst alle Völker verzehren, die der Herr, dein Gott, für dich bestimmt. Du sollst in dir kein Mitleid mit ihnen aufkommen lassen“ (Deut. 7,16; Schmidt-Salomon, S. 168).
Noch erschreckender und abstoßender wirken Textstellen aus dem NT: „Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen brennen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen“ (Mt. 13, 41-43; Schmidt-Salomon, S. 51).
Es lässt sich nun darüber streiten ob Schmidt-Salomon sich und seinem Anliegen einen Gefallen bereitet, wenn er dieses Szenario als „jenseitiges Auschwitz mit Engeln als Selektionären an der himmlischen Rampe“ (51) bezeichnet. Klar ist aber, dass ein Weltbild, in welchem anders denkende Menschen im Ofen verbrannt werden, denkbar schlecht geeignet ist, um menschenwürdige Verhältnisse auf Erden herzustellen.

Das „Manifest des evolutionären Humanismus“ ist zu aller erst die härteste und kompromissloseste Abrechnung mit sämtlichen Religionen seit langem. Allerdings belässt es Schmidt-Salomon nicht bei reiner Kritik sondern wirbt für ein alternatives Gesellschaftsmodell, welches ohne die Hilfe eines allmächtigen Schöpfers auskommt. Grundlegend sei es, den Menschen als Produkt eines evolutionären Prozesses zu begreifen, für den der Eigennutz die hauptsächliche Antriebskraft im Leben darstelle. Dies bedeute jedoch nicht, dass wir in einer kaltherzigen Ellbogengesellschaft leben, die erst durch die heilende Wirkung der Religionen gezähmt werden müsse. Vielmehr lasse sich das Prinzip Eigennutz, hat man es einmal erkannt und akzeptiert, zum Wohle der Gesellschaft benutzen.
Abschließend formuliert Schmidt-Salomon seine „10 Gebote des evolutionären Humanismus“, die er als Gegenprogramm dem jüdisch-christlichen Dekalog gegenüberstellt.

Fazit: Hart, aber unbedingt notwendig! In einer Zeit, in der eine wachsende Zahl von christlichen Fundamentalisten das Rad der Geschichte ins tiefste Mittelalter zurückdrehen will (hier in Deutschland lautstark und verkaufsträchtig vertreten durch Peter Hahne), wird es Zeit, dass auch den hier lebenden 25 Millionen konfessionslosen Menschen, die sich keinem Gott sondern einzig und allein den Werten der Aufklärung verpflichtet fühlen, ein Sprachrohr gegeben wird.

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114 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Humanismus 20. Juni 2007
Von Kritiker
Format:Broschiert
Ein sehr gutes Buch! Mit messerscharfem Verstand und mit fundierter Kenntnis stellt Dr. Michael Schmidt-Salomon allgemein verständlich den säkularen Humanismus vor. Dabei wird auf Religionskritik (neben den theistischen Religionen" werden auch die atheistischen und politischen Religionen kritisiert) nicht verzichtet.

Er stellt die Stützpfeiler des evolutionären Humanismus vor (Wissenschaft, Philosophie, Kunst). Es wird klar, dass der Evolutionäre Humanismus kein dogmatisches, sondern ein "offenes System" ist. Es wird deutlich warum der rationale Glaube an die Wissenschaft nicht mit "Wissenschaftsgläubigkeit" zu verwechseln ist.

Kritik und Verbesserung ist der Motor des evolutionären Humanismus, der damit im totalen Gegensatz zu der Ideologie der Religionen steht, die absolute nicht zu hinterfragende "Wahrheiten" verkünden.

Es werden brandaktuelle und kontrovers diskutierte Themen behandelt (halbierte Aufklärung, Fundamentalismus, ID, Bioethik, Sozial- und Bildungssystem usw.) Sehr gefallen hat mir das Kapitel "Den Eigennutz in den Dienst der Humanität stellen!" und die Zehn Angebote (nicht Gebote) des evolutionären Humanismus.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch ! 5 Sterne !
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ein sehr gutes Buch für eine "zeitgemäße Leitkultur"
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Veröffentlicht am 13. Mai 2010 von Baumann Eduard
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