Welch Album. Gäbe es Led Zeppelin heute noch: So müßten sie klingen! Und das soll nicht heißen, dass es sich bei „Manic Nirvana" lediglich um den zigsten Aufguss altbekannter Klänge handelt. Weit gefehlt! Dieses Album klingt dermaßen frisch und steckt so voller Ideen und Kreativität, dass man sich seinem Reiz auch nach mehrmaligem Hören nur schwer entziehen kann. Und vor allem: Robert Plant und Mitstreiter hauen wieder kräftig in die Seiten. Im Gegensatz zu den mehr oder minder poppigen Vorläufern hat hier eindeutig wieder eine raue, oftmals bluesige Gitarre das Sagen. Einzelne Nummern herauszuheben hat letztlich wenig Sinn, befindet sich doch das ganze Album durchweg auf hohem künstlerischen Niveau. Ausfälle sind hier wirklich nicht zu beklagen. Treibende, energiegeladene Nummern, bei denen vor allem Gittarist Doug Boyle und die Rhythmsection ihr ganzes Können zeigen, finden sich ebenso wie atmosphärisch dichte mid-tempo Songs und Balladen. Und auch schrägere Töne werden auf gekonnte Art und Weise immer mal wieder untergemischt.
Man merkt dem abwechslungsreichen Material einfach an, dass hier Musiker mit Können und Spaß an der Freude zu Werke gegangen sind. Speziell Mister Plant muss ja auch keinem, der sich mit Rockmusik einigermaßen auskennt, heute noch etwas beweisen. Trotzdem: Was er auch auf diesem nunmehr sechsten Soloalbum wieder aus seiner Stimme herausholt gehört nach wie vor zur Spitzenklasse. Dieser Mann schreit, jault, leidet wie zu besten Zeiten und jagt einem nicht nur einmal einen kalten Schauer über den Rücken. Tja, und da schließlich auch die beinahe schon obligatorischen Led-Zep-Zitate nicht fehlen, kann man hier von einem rundum gelungenen Album sprechen, dass bestimmt bei alten und neuen Fans großen Gefallen finden dürfte.
Fazit: Mit „Manic Nirvana" zeigt der alte Herr samt Mitstreitern nochmal allen „Led Clones" was ne Harke ist!
Gütesiegel „Besonders empfehlenswert"!