Mit "Maniac" schliessen das Autorenduo Lincoln Child und Douglas Preston die von Ihnen selbst so geannte Triolgie rund um Diogenes Pendergast, den Bruder von Special Agent Aloysius Pendergast ab. Nachdem der erste Roman der Trilogie, "Burn Case", bei dem Diogenes eigentlich erst gegen Ende auftaucht, eher zu den schwächsten Romanen von Preston/Child gehört, haben sie mit "Dark Secret" zu ihrer alten Form zurückgefunden und nun mit "Maniac" ein furioses Ende geschrieben.
Wieder einmal steht das New York Museum of Natural Historie, bekannt vor allem aus dem Erstlingswerk der Autoren "Relict", wo im Zuge einer Ausstellungseröffnung eines alten ägyptischen Grabes mysteriöse Dinge passieren und es Tote gibt.
Der Horror beginnt damit, dass dem Museum ein verdächtiges Pulver zugeschickt wird, das sich nach einiger Aufregung als die pulverisierten und von Diogenes Pendergast gestohlenen Diamanten des Museums herausstellt.
Um die öffentliche Aufregung zu unterdrücken, entschliesst sich das Museum eine lange im Keller ruhende Ausstellung eines ägyptischen Grabmals auch dank einer unverhofften Spende von mehreren Millionen Dollar wiederzueröffnen. Schon bei den ersten Besichtigungen kommt es zu Toten und als ein Techniker und der ägyptische Spezialist, der Dr. Nora Kelly als vom Leiter der ethnologischen Abteilung des Museums Hugo Menzies ernannte Ausstellungsverantwortliche unterstützen soll, offensichtlich dem Wahnsinn verfallen wird schnell klar, dass mehr als nur ein Fluch auf dem Grab liegt.
Mit Hilfe seines Freundes Lieutenant Vincent d'Agosta plant derweil Special Agent Aloysius Pendergast seine Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis, in das ihn Indizien, die sein Bruder gestreut hat, gebracht haben. Ihm ist klar, dass Diogenes das ultimative Verbrechen plant, etwas von nie gesehener Grausamkeit. Und schnell wird deutlich, dass Diogenes wohl Mitverursacher der Geschehnisse im Museum ist.
Die Zeit verrinnt und es spitzt sich alles auf einen Showdown anlässlich der Eröffnungsfeier zu. Und es stellt sich permanent die Frage "Gelingt es Aloysius und seinen Mitstreitern, seinen gefährlichen Bruder noch zu stoppen?"
Preston/Child lassen sich bei Manic etwas Zeit, bevor der Roman in Fahrt kommt. Wie Schachspieler stellen sie ihre Personen in Position. Und dieses mal bieten sie alles auf, was Fans des Autorenduos an handelnden Personen aus allen anderen Pendergast-Thrillern kennen. Die Museumswissenschaftlerin Dr. Nora Kelly, Ihr frisch gebackener Ehemann und Reporter William Smithback jr., Lieutenant Vincent d'Agosta, seine Ex-Geliebte und FBI Agentin Laura Hayward, die aufgrund ihrer Verletzungen aus "Dark Secret" noch im Krankenhaus liegende Margo Green, das im Rollstuhl sitzende Computergenie El Glinn und noch einige mehr. Eine ganz besondere Rolle kommt dieses mal Pendergast's Mündel Constanze Green zu.
Auch wenn manches mal "weniger mehr ist", so bereichert die Vielzahl an Charaktere den Thriller. Preston/Child gelingt es in virtuoser Manier einen unglaublichen Spannungsbogen aufzubauen und vor allem bis zum Schluß zu halten. Zwar mag einiges im Handlungsverlauf an andere ihrer Thriller erinnern, doch dies tut dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch. Das Fernduell der beiden Pendergast-Brüder ist furios und das Buch mal zwischendrin aus der Hand zu legen, ist fast unmöglich. "Maniac" ist Lesevergnügen pur.
Sicherlich mag der Roman auch für sich alleine lesbar sein. Aber es empfiehlt sich, zumindest den Vorgängerroman "Dark Secret" zu lesen, um nicht allzu oft verwirrt über die immer wieder auftauchenden Querbezüge zu sein. Am interessantesten ist "Maniac" sicherlich für alle die Leser, die alle Romane von Preston/Child gelesen haben, denn allein aufgrund der Vielzahl an handelnden Personen ist der eine oder andere Erinnerungseffekt garantiert und macht einen zusätzlichen Reiz dieses Buches aus.
Ein rundum gelungenes Werk von Douglas Preston und Lincoln Child hat bei mir gerade mal 2 Tage überlebt - ich war und bin begeistert und freue mich jetzt schon auf den nächsten Thriller - mit Special Agent Pendergast????