Für die ersten Gehversuche mit Teleobjektiven und Zooms an meiner DSLR, hatte ich mir bereits ein preisgünstiges Tamron Einbein Stativ angeschafft. Gerade für diesen Einsatzbereich sind Einbeine super praktisch, weil gut zu transportieren und gering im Gewicht. Ein Gurt reicht und das Ding ist umgehängt.
Durch die Verwendung eines hochwertigeren Zoom-Objektivs (Tamron 70-200/2.8) stieg das Gewicht inclusive Kamera und BG auf über 2kg an. Das machte der Stativkopf des Tamron leider nicht mit und wurde zu instabil. Die Kamera kippte trotz Klemmung ab, was auf die Dauer dann doch recht nervig war. Da ein Wechsel des Stativkopfes nicht in Frage kam, habe ich mich nach einem neuen Einbeinstativ umgeschaut. In einem der Pentax Foren stiess ich auf das Manfrotto 685B.
Das Bedienkonzept des Manfrotto machte mich neugierig. So habe ich es bestellt. Schon beim Auspacken wird deutlich, das das über 130¤ teure Stativ in einer anderen Liga spielt. Die Verarbeitung der sehr hochwertigen Materialien (eloxiertes ALU etc.) des 685B ist exzellent. Das Bedienkonzept ausgefeilt und durchdacht. Der Hersteller gibt 8kg Tragkraft an, was dem 685er lockerst zuzumuten ist.
Auch der pistolenförmige Griff des Manfrotto sticht sofort ins Auge. Mit ihm wird das dreiteilige Teleskop verstellt und in Position gebracht. Ein kleiner Sicherungshebel verhindert ein unbeabsichtiges Lösen der Arretierung. Am anderen Stativende befindet sich ein beweglicher, ausreichend großer Gummifuß. Dieser gibt mittels ein- oder herausschrauben eine Metallspitze frei, die in unbefestigten Gelände das Stativ sicher an seiner Stelle stehen lässt. Super praktisch finde ich den Klappfuß. Ausklappen, draufstellen, Arretierung lösen und das Stativ nur nach oben herausziehen. Innerhalb weniger Sekunden ist das bis zu 170cm hohe 685er einsatzbereit.
Das Manfrotto kommt ab Werk ohne Stativkopf. Ich finde das ganz sinnig, da sich der Käufer dann individuell für eine, nach seinen Bedürfnissen gestaltete Stativkopflösung entscheiden kann. Der Nachteil ist das der Preis nochmal in die Höhe geht.
Im Gegensatz zu meinem Vorrezensenten habe ich mich für eine "einfache" Lösung entschieden. Da der "Neiger" beim Einbein ja schon kostenlos mitgeliefert wird, habe ich mich für den Manfrotto 234RC entschieden. Dieser "Einwegeneiger" lässt das Hochformat zu. Mehr brauchts bei meinem Einbein nicht. Einen Kugelkopf verwende ich nur beim Dreibein. Das spart Gewicht und ist auch in der Handhabung einfacher. Zudem treibt er mit seinen gut 30¤ den Einstandspreis des Komplettsets nicht noch weiter unnötig in die Höhe.
Der Stativkopf wird mittels komfortabler Rändelschraube im Griff des Manfrotto befestigt. Schlauer Weise liefert Manfrotto auch einen Gewindeeinsatz für die Anpassung von Stativköpfen anderer Fabrikate mit.
Kurz und Knapp
Positives:
+ Haptik und Verarbeitung
+ Bedienkonzept
+ hohe Flexibilität
+ Schnell einsatzbereit/verstaut
+ Ausstattung
Negatives:
- hoher Einstandspreis
- Stativkopf muß extra bestellt werden
Neutral:
o Schultergurt statt Handschlaufe wäre wünschenswerter
Mein Faziz: Mir fehlt eigentlich nur noch ein Schultergurt zum Glück. Manfrotto hat stattdessen stabile Handschlaufe eingepackt. Aber das ist ein Luxusproblem und lässt sich mit Angeboten aus dem Zubehörregal schnell beseitigen.In Verbindung mit dem 234RC ist das 685B ein sehr leistungsfähiges und stabiles Einbein, mit dem wohl Besten, weil komfortabelsten Bedienkonzept. 5 Sterne für das Manfrotto.