.
Ich gehöre zu denjenigen, die Manfred Krug lange Zeit in seinen Fernsehfilmen genossen haben.
Einen wie ihn gibt es nicht wieder: Nach außen hin gemütlich, dennoch agil, clever, bürgernah, kumpelhaft, greifbar - er ist einer von uns. So jedenfalls vermittelt er sich in seinen Rollen, zu denen nicht nur der Tatort-Kommissar, der Rechtsanwalt von nebenan, sondern eben auch klassische Figuren gehören. Zu meinen Favoriten zählt "Auf Achse". Das alles ist lange her, und in diesem Bildband wird klar, auch "M. K." ist in die Jahre gekommen ...
Um so schöner ist es, daß der "bekennende Krawatten-Sammler" (über 3.000 Schlipse soll Manfred Krug angeblich besitzen) sein Archiv geöffnet hat. Ich war zunächst skeptisch - und wurde positiv überrascht: Jedes seiner Bilder erzählt eine kleine Geschichte. Seine Jugend, seine Jahre in der DDR, seine Filme in West-Berlin - all diese privaten und beruflichen Momente sind festgehalten worden, in schwarz-weiß und später auch in Farbe. Man schaut gerne hin, liest Krugs Kommentare - es ist ein detaillierter, niemals langweiliger Blick hinter die Kulissen seines Lebens: Schauspieler, Sänger, Autor ... und manches Detail wird einem erst damit bewußt.
Wir erfahren zudem auch etwas über Jurek Becker und Joseph Vilsmaier (damals noch für die Kamera zuständig), um nur einige zu nennen - und wir nehmen Einblick in Briefwechsel und Zeitungsartikel.
Einziger Nachteil: Das (handsignierte) Buch ist sehr groß und damit sehr schwer.
.