Stephen Sondheim ist nach Meinung der Kritiker der einflussreichste Musical-Komponist unserer Zeit. Lieder und Bühnenstücke, so dezent und ergreifend, von so elegischer Trauer oder einfacher Freude, mit subtilem Humor, die die Lautstärke des musikalischen Gewaltmenschen Andrew Lloyd Webber ebenso elegant umgehen wie die ziellose, dem Selbstzweck dienende Virtuosität klassicher Gesänge. Umso beachtlicher, dass es Mandy Patinkin überzeugend gelingt, die Vielfalt des Materials mit unbestreitbarer gesanglicher Professionalität und darstellerischer Treffsicherheit dazustellen. Mit einer Stimme, die in grummelnd tiefen Lagen das gleiche Maß an Volumen besitzt, wie sie über Präzision in schillernden Höhen verfügt, die so farbig ist wie kaum eine Andere, hat er sich zu einem der eindrucksvollsten Interpreten von Sondheims Musik avanciert, auf der Bühne wie auch im Studio. In Diesem Solokonzert präsentiert er Sondheims Musik, wie er sie empfindet, und er zeigt, dass es das aus seine Eigene Art und Weise tut. Einzige Begleitung kommt von einem grandiosen Pianisten mit präzisem Anschlag und dezenter Pedalisierung, und mehr ist nicht nötig, um Patinkin eine Plattform für seine Darbietung zu geben.