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Manager statt MBAs: Eine kritische Analyse
 
 
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Manager statt MBAs: Eine kritische Analyse [Gebundene Ausgabe]

Henry Mintzberg , Jan W. Haas
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Rücksichtslos, einzig mit dem Profit im Blick und trotzdem oft nicht erfolgreich, wie spektakuläre Missmanagement-Fälle zeigen -- zur Zeit macht sich die Wirtschaft nicht besonders beliebt. Könnte die Art, wie viele Manager ausgebildet werden, für die derzeitige Managementkultur und damit die Misere verantwortlich sein? Für Mintzberg ein klarer Fall. Er ist schon lange nicht nur ein profilierter Autor und Dozent, sondern auch ein bissiger Kritiker der MBA-Ausbildung. Bleibt zu hoffen, dass sein hervorragend recherchiertes und geschriebenes Buch die Diskussion auch in Deutschland voranbringt.

Mintzbergs Hauptargumente: Herkömmliche MBA-Programme richten sich an die falschen Leute und verwenden die falschen Methoden -- mit schädlichen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Bislang ist der MBA ein Vollzeitstudium für junge Leute ohne Führungserfahrung. Nach der Ausbildung gelten sie als qualifiziert für die Leitung eines Unternehmens. „Das vorgebliche Formen von Managern aus Menschen, die noch nie geführt haben, muss als grober Schwindel bezeichnet werden“, urteilt Mintzberg kühl. Zudem sieht er es als Problem, dass sich für die MBA-Programme vor allem ehrgeizige, aggressive Persönlichkeiten interessieren, deren Motiv meist die Gehaltssteigerung durch das zusätzliche Zertifikat ist. Was herauskommt, sind, so legt er nahe, Söldner in der Chefetage, die oft arrogant und praxisfern agieren.

Mintzberg plädiert dafür, in Zukunft engagierte und verantwortungsbewusste Teilnehmer aus dem Pool der praktizierenden Manager auszuwählen – auf der Grundlage ihres nachweisbaren Erfolgs in dieser Funktion. Zudem sollte das Programm berufsbegleitend sein, damit die Teilnehmer in die Praxis eingebettet bleiben. Bisher steht Führungspraxis – eine der späteren Hauptaufgaben des Managementalltags! - in den Business Schools kaum auf dem Programm. Dort wird Management als eine Wissenschaft gesehen, unterrichtet wird mit Hilfe von Fallstudien, was, so Mintzberg, vor allem die Analysefähigkeiten schult. Ergebnis: der MBA begünstige einen „buchhalterischen“ oder „heroischen“ Managementstil. Detailliert hat er recherchiert, wie sich die Top-MBA-Absolventen einer Elite-Business School in der Praxis bewährt haben – herausgekommen ist eine Liste der Pleiten, Pech und Pannen.

Mintzbergs Argumente sind einleuchtend und detailliert mit Fakten und Beispielen untermauert. Er geizt auch nicht mit konstruktiven Vorschlägen: allein drei Kapitel sind Anregungen und neuen Konzepten gewidmet, wie man die MBA-Programme neu gestalten könnte. Allerdings bleibt ein Rest von Zweifel, wie umsetzbar seine an sich sehr sinnvollen Ideen sind: Manager, die im Berufsalltag stehen, sind üblicherweise schwer beschäftigt – wie viele würden einen anstrengenden berufsbegleitenden MBA packen? Und wie sollen sie überhaupt vorher, zu Anfang ihrer Karriere, in die Führung und ins Management einsteigen? Wenn sie schon erfolgreich führen, brauchen sie einen MBA vermutlich nicht mehr. -- Sylvia Englert

Pressestimmen

21.01.2005 / Handelsblatt: Scharfe MBA-Kritik jetzt auch auf Deutsch "Eine fulminante Kritik."

23.03.2005 / Die Zeit: Die Führungskrise "Mintzberg macht Vorschläge, die in die richtige Richtung gehen, können sie doch jene Wende herbeiführen, die notwendig ist, damit die Gesellschaft nicht länger die Zeche zahlt für den Erfolg des MBA."

06.06.2005 / Personalwirtschaft: Manager statt MBAs "Eine fundierte Auseinandersetzung mit dem 'Mythos MBA', sowohl in theoretischer Hinsicht als auch in der praktischen Umsetzung. Eine wertvolle Hilfe für MBA-Interessenten, ebenso wie für Personaler und Führungskräfte, die über neue und wirksame Wege der Managemententwicklung nachdenken."

01.08.2005 / WISU: MBA-Ausbildung: A Hard Look "Management-Papst Mintzberg kritisiert viele amerikanische MBA-Programme. Deutsche Hochschulen, die jetzt selbst welche entwerfen, können davon lernen."

Kurzbeschreibung

In der Ausbildung zukünftiger Manager läuft etwas verkehrt.Weltweit signalisieren Lehreinrichtungen den Studenten und Unternehmen, Management sei an akademischen Institutionen lehr- und lernbar. Das ist falsch, sagt Henry Mintzberg: Management ist keine wissenschaftliche Disziplin. Nur Berufspraxis und Erfahrung können gute Manager hervorbringen. Mintzberg räumt mit den falschen Erwartungen an den MBA auf und fordert, die Studiengänge praxisnah zu reformieren. Hier macht er konkrete Vorschläge für einen berufsbegleitenden und praxisbezogenen Studiengang.

Über den Autor

Henry Mintzberg ist Cleghorn Professor of Management Studies an der McGill University in Montréal. Er gilt als »Strategie-Papst« und ist einer der bekanntesten Management-Autoren der Welt.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung Das vorliegende Buch befasst sich mit Managementausbildung, bei der es um Management geht. Nach meiner Überzeugung befinden sich beide in einer tiefen Krise, aus der sie sich nur gemeinsam und durch Wandel befreien können. Die so genannte Managementausbildung krankt daran, dass es sich bei ihr um eine betriebswirtschaftliche Ausbildung handelt, welche die Aufgaben eines Managers nur verzerrt widerspiegelt. Managementpraxis besteht aus einer Menge handwerklichen Könnens (Erfahrung), gepaart mit einer guten Prise Kunst (Einsicht) und ein wenig Wissenschaft (Analyse). Eine Ausbildung, die sich übermäßig auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützt, begünstigt einen Managementstil, den ich "buchhalterisch" nenne. Halten sich die Hochschulabsolventen für Künstler (wie heute zunehmend der Fall), ebnet diese Ausbildung einem verwandten Managementstil, den ich als "heroisch" bezeichne, den Weg. Genug davon - als Entscheider benötigen wir weder Helden noch Technokraten. Stattdessen brauchen wir ausgeglichene, engagierte Menschen, die einen Managementstil ausüben, den man als "verbindlich" bezeichnen kann. Menschen, denen mehr an der Stärkung ihrer Unternehmen als an höheren Aktienkursen liegt und die Hybris nicht mit Führungsstärke verwechseln. Um Manager dieses Schlages heranzubilden, wird sich die Managementausbildung verändern müssen - in Richtung ebendieser Verbindlichkeit. Sie wird Manager dazu ermutigen müssen, aus ihren eigenen Erfahrungen zu lernen. Mit anderen Worten müssen wir dafür sorgen, dass das Handwerk und die Kunst des Managements in die Managementausbildung einfließen und somit auch in die Managementpraxis zurückkehren. Es ist höchste Zeit, herkömmliche MBA-Programme als das zu betrachten, was sie tatsächlich sind - oder aber, sie abzuschaffen. Sie bieten eine Spezialausbildung in den betriebswirtschaftlichen Funktionen, vermitteln aber nicht, wie man ein Unternehmen führt. Gegen die Förderung von bereits praktizierenden Managern mithilfe spezieller Kurse ist überhaupt nichts einzuwenden, doch das vorgebliche Formen von Managern aus Menschen, die noch nie geführt haben, muss als großer Schwindel bezeichnet werden. Unsere Business-Schools sollten endlich der Unternehmensführung die Bedeutung zubilligen, die ihr gebührt. Dies mag vielen als seltsame These erscheinen, denn MBA-Programme sind heute so beliebt wie nie zuvor, ihre Absolventen stehen im Zenit ihres Erfolges und die US-amerikanische Unternehmenswelt, die diesem Befähigungsnachweis so hohe Bedeutung zollt, hat scheinbar die höchste Stufe ihrer Entwicklung erreicht. Doch ich werde im Folgenden zeigen, dass ein Großteil dieses Erfolges auf Täuschung beruht und die Art und Weise, mit der wir Führungskräfte ausbilden, die Qualität unseres Führungspersonals untergräbt - mit drastischen Folgen sowohl im wirtschaftlichen wie auch im gesellschaftlichen Bereich. Allein in den USA werden jährlich beinahe eine Million Menschen mit einem Befähigungsnachweis namens MBA auf die Wirtschaft losgelassen. Die meisten von ihnen kennen Kunden und Mitarbeiter, Produkte und Prozesse kaum aus eigener Anschauung. An ihrem neuen Arbeitsplatz sollen sie Menschen führen, die über dieses Wissen verfügen, da sie es auf dem einzig möglichen Wege erworben haben - durch intensive eigene Erfahrung. Menschen, die sich mangels des genannten Befähigungsnachweises jedoch zunehmend auf die berufliche "Kriechspur" verwiesen sehen, wo sie von Leuten "geführt" werden, die hierzu nicht legitimiert sind. Herkömmliche MBA-Programme, die als Ausbildungsgänge für angehende Manager konzipiert sind, richten sich an die falschen Leute und verwenden die falschen Methoden, mit schädlichen Folgen. Dieser These sind Kapitel 1 bis 7 dieses Buches gewidmet. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den Leuten, das zweite mit den Methoden und die nächsten vier mit den Folgen. Kapitel 7 betrachtet Veränderungen, die in jüngerer Zeit an MBA-Programmen vorgenommen wurden, und gelangt zu dem Schluss, dass die meisten dieser Korrekturen kosmetischer Natur sind. Die bereits in den 1960er Jahren entwickelte vorherrschende Struktur hält sich weiterhin hartnäckig. Die beachtenswerten Ausnahmen finden sich überwiegend in England, dessen innovative Ansätze ich vorstellen werde und die zu den letzten drei Kapiteln dieses Buchs überleiten. In Kapitel 8 untersuchen wir die Praxis der Managemententwicklung innerhalb und außerhalb der Unternehmen, in denen die Manager tätig sind. Hier findet sich ein reichhaltiges Angebot, dessen Verknüpfung mit der Managementausbildung sich geradezu aufdrängt. Kapitel 9 zeigt anhand einer Programmfamilie, die ich mit einem Team von Kollegen entwickelt habe, wie eine solche Verbindung aussehen kann. Das abschließende Kapitel dieses Buches versteht sich als Appell an die Business-Schools, sich selbst zu erneuern und zu entwickeln, damit aus ihnen eines Tages echte Managementschulen werden können. Doch zunächst einige terminologische Klarstellungen.[...]

Auszug aus Manager statt MBAs von Henry Mintzberg. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung
Das vorliegende Buch befasst sich mit Managementausbildung, bei der es um Management geht. Nach meiner Überzeugung befinden sich beide in einer tiefen Krise, aus der sie sich nur gemeinsam und durch Wandel befreien können.
Die so genannte Managementausbildung krankt daran, dass es sich bei ihr um eine betriebswirtschaftliche Ausbildung handelt, welche die Aufgaben eines Managers nur verzerrt widerspiegelt. Managementpraxis besteht aus einer Menge handwerklichen Könnens (Erfahrung), gepaart mit einer guten Prise Kunst (Einsicht) und ein wenig Wissenschaft (Analyse). Eine Ausbildung, die sich übermäßig auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützt, begünstigt einen Managementstil, den ich "buchhalterisch" nenne. Halten sich die Hochschulabsolventen für Künstler (wie heute zunehmend der Fall), ebnet diese Ausbildung einem verwandten Managementstil, den ich als "heroisch" bezeichne, den Weg. Genug davon - als Entscheider benötigen wir weder Helden noch Technokraten. Stattdessen brauchen wir ausgeglichene, engagierte Menschen, die einen Managementstil ausüben, den man als "verbindlich" bezeichnen kann. Menschen, denen mehr an der Stärkung ihrer Unternehmen als an höheren Aktienkursen liegt und die Hybris nicht mit Führungsstärke verwechseln.
Um Manager dieses Schlages heranzubilden, wird sich die Managementausbildung verändern müssen - in Richtung ebendieser Verbindlichkeit. Sie wird Manager dazu ermutigen müssen, aus ihren eigenen Erfahrungen zu lernen. Mit anderen Worten müssen wir dafür sorgen, dass das Handwerk und die Kunst des Managements in die Managementausbildung einfließen und somit auch in die Managementpraxis zurückkehren.
Es ist höchste Zeit, herkömmliche MBA-Programme als das zu betrachten, was sie tatsächlich sind - oder aber, sie abzuschaffen. Sie bieten eine Spezialausbildung in den betriebswirtschaftlichen Funktionen, vermitteln aber nicht, wie man ein Unternehmen führt. Gegen die Förderung von bereits praktizierenden Managern mithilfe spezieller Kurse ist überhaupt nichts einzuwenden, doch das vorgebliche Formen von Managern aus Menschen, die noch nie geführt haben, muss als großer Schwindel bezeichnet werden. Unsere Business-Schools sollten endlich der Unternehmensführung die Bedeutung zubilligen, die ihr gebührt.
Dies mag vielen als seltsame These erscheinen, denn MBA-Programme sind heute so beliebt wie nie zuvor, ihre Absolventen stehen im Zenit ihres Erfolges und die US-amerikanische Unternehmenswelt, die diesem efähigungsnachweis so hohe Bedeutung zollt, hat scheinbar die höchste Stufe ihrer Entwicklung erreicht. Doch ich werde im Folgenden zeigen, dass ein Großteil dieses Erfolges auf Täuschung beruht und die Art und Weise, mit der wir Führungskräfte ausbilden, die Qualität unseres Führungspersonals untergräbt - mit drastischen Folgen sowohl im wirtschaftlichen wie auch im gesellschaftlichen Bereich.
Allein in den USA werden jährlich beinahe eine Million Menschen mit einem Befähigungsnachweis namens MBA auf die Wirtschaft losgelassen. Die meisten von ihnen kennen Kunden und Mitarbeiter, Produkte und Prozesse kaum aus eigener Anschauung. An ihrem neuen Arbeitsplatz sollen sie Menschen führen, die über dieses Wissen verfügen, da sie es auf dem einzig möglichen Wege erworben haben - durch intensive eigene Erfahrung. Menschen, die sich mangels des genannten Befähigungsnachweises jedoch zunehmend auf die erufliche "Kriechspur" verwiesen sehen, wo sie von euten "geführt" werden, die hierzu nicht legitimiert sind.
Herkömmliche MBA-Programme, die als Ausbildungsgänge für angehende Manager konzipiert sind, richten sich an die falschen Leute und verwenden die falschen Methoden, mit schädlichen Folgen. Dieser These sind Kapitel 1 bis 7 dieses Buches gewidmet. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den Leuten, das zweite mit den Methoden und die nächsten vier mit den Folgen. Kapitel 7 betrachtet Veränderungen, die in jüngerer Zeit an MBA-Programmen vorgenommen wurden, und gelangt zu dem Schluss, dass die meisten dieser Korrekturen kosmetischer Natur sind. Die bereits in den 1960er Jahren entwickelte vorherrschende Struktur hält sich weiterhin hartnäckig. Die beachtenswerten Ausnahmen finden sich überwiegend in England, dessen innovative Ansätze ich vorstellen werde und die zu den letzten drei Kapiteln dieses Buchs überleiten. In Kapitel 8 untersuchen wir die Praxis der anagemententwicklung innerhalb und außerhalb der Unternehmen, in denen die Manager tätig sind. Hier findet sich ein reichhaltiges Angebot, dessen Verknüpfung mit der Managementausbildung sich geradezu aufdrängt. Kapitel 9 zeigt anhand einer Programmfamilie, die ich mit einem Team von Kollegen entwickelt habe, wie eine solche Verbindung aussehen kann. Das abschließende Kapitel dieses Buches versteht sich als Appell an die Business-Schools, sich selbst zu erneuern und zu entwickeln, damit aus ihnen eines Tages echte Managementschulen werden können.
Doch zunächst einige terminologische Klarstellungen.[...]
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