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5.0 von 5 Sternen
Ein wichtiges Buch., 11. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Manager statt MBAs: Eine kritische Analyse (Gebundene Ausgabe)
Mintzberg ist sicherlich das, was man einen Management-"Guru" nennen koennte. Vor allem aber ist er ein herausragender Management-DENKER. Einer, der in seinen Veroeffentlichungen reflektiert, gruebelt, argumentiert, pointiert kommentiert und uns einfach mitdenken laesst. Seine Strategie-Buecher (Strategie-Safari und The Rise and Fall of Strategic Planning) sind zu Recht Legende. Denn Mintzbergs kontra-intuitive, kompromisslose Denke leistet wichtige Beitraege zu Lehre und Management-Praxis.
Dieses neue Buch von Mintzberg wendet sich nun einer ganz anderen Themenstellung zu: der Management-Ausbildung per MBA, die inzwischen auch ausserhalb der USA und zunehmend im deutschsprachigen Raum Fuss fasst (explizit, aber auch implizit, da ihre Philosophie auch die deutsche Hochschulausbildung beeinflusst). Dieses Buch ist, weil es ganz besonders den MBA amerikanischer Machart aufs Korn nimmt und seine Folgen fuer Management und Fuehrung seziert, zunaechst einmal ein Buch ueber amerikanische Probleme. Zur Mitte des Buches hin widmet er sich aber auch explizit den Problemen internationaler Management-Ausbildung und Praxis und reflektiert u.a. auch sehr gelungen ueber deutsche Eigenheiten.
Auch deutsche Wirtschaftsstudenten, MBAs, Manager und Personaler koennen aus diesem Buch viel lernen. Allein schon, weil Mintzberg zahlreiche, auch im deutschen Sprachraum sogar zunehmend gaengige Paradigmen radikal in Frage stellt.
Zum Stil des Buches: dies ist keine leichte Kost. Es ist ein umfangreiches, nachdenkliches, reichhaltiges und fuer deutsche Leser auch recht eigenartig strukturiertes Buch. Es ist so sorfaeltig recherchiert, dass man von der Vielseitigkeit der Argumentation manchmal ueberwaeltigt wird. Man muss sich also Zeit nehmen fuer diesen provokanten und wertvollen Waelzer.
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profund vorgetragene Kritik an MBA-Programmen - von einem Insider, 18. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Manager statt MBAs: Eine kritische Analyse (Gebundene Ausgabe)
Der Autor ist Managementprofessor an der Universität Montreal, zudem profilierter Autor und Strategieexperte. Früher unterrichtete er selbst an einer Business School, heute gilt er als scharfer Kritiker der MBA-Ausbildung.
Das Buch trägt den Untertitel mit vollem Recht. Zudem ist die Analyse sehr eingehend und dicht. Deshalb will ich nicht die ein oder andere These herausgreifen, sondern den Tenor der Kritik verdeutlichen: Wie man Management betreibt, lernt man auch heute noch an keiner MBA-Schule. Diese Einrichtungen teilen ein sehr verzerrtes Bild von der Management-Profession. Sie glauben nämlich, dass Management in viele kleine Teile zerlegt werden kann, die dann heißen: Marketing, Finanzen, Produktion, Personal. Aber wer sich durch diese Fächer gearbeitet, also den Lehrstoff gelernt hat, ist noch längst kein Manager. Er hat nur Bücher gelesen und Fakten gelernt, mehr nicht. Sie können gut analysieren und sich auf Basis von Zahlen, Berichten und Auswertungen in kurzer Zeit eine Meinung bilden und eine Entscheidung empfehlen - genau so, wie sie es in der Schule Hunderte Male gemacht haben. Der Nachteil? Sie haben nicht sehen gelernt: MBAs laufen durch den Betrieb, kommen mit Menschen zusammen, aber sie sehen nicht, was sich verändert, was zu tun ist, um das Unternehmen nach vorne zu bringen. Sie bleiben in ihren Analyse-Werkzeugen stecken, die allein auf dem Papier funktionieren. Für Unternehmen eine verheerende Konsequenz, aber auch für den einzelnen und für die Gesellschaft.
Mintzberg gliedert sein Buch in folgende Kapitel, deren Überschriften sehr pointiert gewählt sind:
1 Die falschen Leute
2 Die falschen Methoden
3 Schädliche Folgen I: Die Korrumpierung des Bildungsprozesses
4 Schädliche Folgen II: Die Korrumpierung der Managementpraxis
5 Schädliche Folgen III: Die Korrumpierung gestandener Unternehmen
6 Schädliche Folgen IV: Die Korrumpierung gesellschaftlicher Institutionen
7 Ein neuer MBA-Typ?
8 Managemententwicklung in der Praxis
9 Die Ausbildung praktizierender Manager
10 Die Entwicklung echter Managementschulen.
In dieser kritischen und profund vorgetragenen Kritik an MBA-Programmen geht es zentral um die Frage, wie Manager lernen und welche Bedeutung die Art des Lernens für den einzelnen, für das Unternehmen und für die Gesellschaft hat. Deshalb ist das Buch von unschätzbarem Wert - nicht nur für Management-Development- und Human-Resource-Leiter, sondern tatsächlich für alle, die in unserer Gesellschaft Verantwortung tragen.
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Hervorragendes Buch über die Realität des MBA-Studiums, 16. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Manager statt MBAs: Eine kritische Analyse (Gebundene Ausgabe)
Management lernt man nicht im Hörsaal. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit weist Henry Mintzberg nach, dass MBA-Absolventen zu Unrecht von Unternehmen und öffentlichen Institutionen hofiert werden. Viele Beispiele, Standpunkte und kleine Geschichten helfen ihm dabei. Fast so spannend wie ein Roman liest sich dieses Buch, das vom Schreibstil her ganz unwissenschaftlich, manchmal gar im Plauderton daherkommt. Das darf aber nicht über seinen Gehalt hinwegtäuschen: Sämtliche Aspekte werden von allen Seiten beleuchtet, keine Behauptung steht nackt im Raum. Mintzberg scheut sich nicht davor, etablierte Thesen und Modelle in Frage zu stellen. Ebenso erkennt er aber auch das an, was sich als gut bewährt hat. Dass ein von ihm und einigen Kollegen entwickeltes alternatives Ausbildungsprogramm zufällig genau den Kriterien für ein wirklich innovatives und praxisnahes Ausbildungskonzept für Manager zu entsprechen scheint, riecht zwar ein wenig nach Eigenwerbung, macht aber Mintzbergs Kritik am gängigen MBA-Studium nicht weniger wahr. Obwohl dieses Buch für eine breite Leserschaft - vom Studierenden bis zum Spitzenmanager - aufschlussreiche Informationen bereithält, legen wir es besonders Personalverantwortlichen ans Herz, die die Zukunft ihres Unternehmens nicht einem Etikettenschwindel überlassen wollen.
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