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Um den Business-Lesern das leicht verdächtige Thema nahezubringen, verwenden die beiden Autoren eine betont nüchtern-sachliche Sprache, sie plädieren für Emotionen, indem sie den Verstand ansprechen. Manche Dinge in ihrem Buch sind für den Nicht-Gefühlskrüppel fast schon witzig, zum Beispiel die Illustrationen eines Gesichtes in unterschiedlichen Gefühlszuständen -- wie sieht die Mimik aus, wenn jemand glücklich, traurig oder wütend ist? Die gängigen Smileys lassen grüßen. Doch ihre meisten Tipps und Erklärungen der beiden Psychologen sind wirklich nützlich. Zunächst geben sie dem Leser Raster und Analysemethoden an die Hand, um emotionale Situationen und Probleme zu analysieren. Doch sie erklären nicht nur, wie man Emotionen richtig bei anderen und sich selbst erkennt, sondern auch, wie man sie strategisch und geschickt nutzt (zum Beispiel durch das Phänomen emotionalen Ansteckung oder indem man die richtige Stimmung schafft).
Natürlich gibt es auch ausführliche Selbsttests, in denen man feststellen kann, ob man Gefühle richtig interpretieren kann und ob man schon emotional intelligent ist. Hier sind die Autoren auf vertrautem Terrain, schließlich haben sie den Mayer-Salovey-Caruso Emotional Intelligence Test aus der Taufe gehoben. Kleiner Trost: die Lektüre des Buches ist nicht überflüssig, denn der EQ ist, so die Autoren, nicht ausschließlich angeboten, sondern ausbaufähig. Wer dieses Projekt anpacken will und das Ziel hat, effektive zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, der ist mit diesem Buch wirklich gut bedient. -- Sylvia Englert
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Nach der Einleitung, die Lust nach mehr weckt, erläutern die Autoren im ersten Kapitel, wie Gefühle und Verstand funktionieren. Das machen sie mit erstaunlich wenigen Fremdwörtern, mit anschaulichen Beispielen und Reduktionen auf Prinzipien. Im zweiten Kapitel entwerfen sie ein emotionales Raster, nach dem Menschen funktionieren und das Handlungsplanung erleichtern soll. Nach diesem ersten Teil folgt das Ergründen der eigenen emotionalen Kompetenz. Als Wissenschaftler sind die Autoren daran interessiert, emotionale Kompetenzen auch objektiv messen zu können. Den entsprechenden Faktor nennen sie nicht EQ, sondern EI-Wert, was so viel wie emotionaler Intelligenzquotient heisst. Teil III befasst sich mit der Entwicklung der eigenen emotionalen Kompetenz. Dabei sind die Autoren weitaus positiver gestimmt als ich, dass sich auch diese Kompetenz lernen lässt. In Teil IV geht es um die Nutzung der emotionalen Kompetenz, also um die praktische Umsetzung. Der Anhang und damit fünfte Teil enthält eine Fülle von Fragen, die zwar die Kriterien eines wissenschaftlichen Tests nicht erfüllen, aber dem Leser die Möglichkeit bieten, sich gezielter und besser mit den eigenen Gefühlswelten auseinanderzusetzen. Und wie es sich für ein wissenschaftliches Buch gehört, finden wir auch eine ausführliche Literaturliste und ein hilfreiches Register.
Mein Fazit: Wer sich dafür interessiert, wer auf den Homo oeconomicus folgt, kommt an diesem anspruchsvollen und fundiertem Buch zur emotionalen Intelligenz nicht vorbei.
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