Das positive vorweg. Aber vieles wurde auch in anderen Rezensionen schon gesagt: sehr anschaulich und interessant aufbereitet, bringt der Autor dem Leser zum einen wichtige Management-Prinzipien näher. Zum anderen erfährt man einiges über Personen und Persönlichkeiten des Zeitgeschehens. Oft auch Persönlichkeiten ausserhalb der Wirtschafts-Welt. Diese überwiegend prominenten Persönlichkeiten stehen jeweils beispielhaft für ein Managementprinzip, dass der Leser lernen soll. Gute Idee, verständlich und kurzweilig geschrieben.
Nun zu dem Punkt, der mich enttäuscht. In fast keinem Kapitel wird tatsächlich untersucht, was der Prominente denn nun genau anders macht, wie er es schafft, genau dieses Managementprinzip so exzellent umzusetzen. Ich hatte erhofft, zu erfahren: "Wie denkt Steve Jobs?" (steht im Buch beispielhaft dafür, Gute Ideen auch umzusetzen). Dass er das schafft, wofür er steht wusste ich ja schon vorher. Aber welche Werte treiben ihn, welche Ideale, wie hat er seinen Konzern organisiert um das zu erreichen? Diese Fragen bleiben offen. Wir lernen, dass man gute Ideen umsetzen solle (aha) und das Steve das gut macht, ansonsten viel "Schmuck", also viel Interessantes aus seiner Biografie. Auch schön, aber gelernt habe ich das Prinzip nicht. Dann gehts z.B. um Madonna: Sie steht dafür, sich immer wieder neu zu erfinden. Ich habe die gleichen Fragen wie oben: "Wie gelingt ihr das?". Die Frage bleibt unbeantwortet. Manchmal erscheinen mir die Prominenten sehr weit an den Haaren herbeigezogen. Irgendwer musste halt für das nächste Prinzip gerade Pate stehen. So z.B. für das wirklich wichtige Prinzip "Feedback". Da kommt der Erfinder der Dampfmaschine, James Watt, weil er auch den Fliehkraftregler (gibt einer Maschine Feedback) erfunden hat. Haaaalllo: "Von den Besten lernen" heißt das Buch!!! Über gekonntes Feedback einholen und ertragen können habe ich so nichts gelernt.
An einer Stelle läuft es so, wie erhofft. Thomas Mann steht für beharrliches Arbeiten. Zahlreiche Buchprojekte werden aufgezählt, die sich - wenn man Buddenbrooks kennt - natürlich über viele Jahre ziehen mussten. Wie hat er das geschafft? Konsequent jeden Tag 1 Seite geschrieben. Das kann ich nachmachen. So kann ich von den Besten lernen.
Im NLP lernt man das Prinzip des Modellierens. Man nimmt sich denjenigen vor, der etwas ganz hervorragend kann, und untersucht, wie derjenige denkt, fühlt, welche Werte und Glaubenssätze dahinterstehen, und welcher Sinn ihn antreibt. Lieber Herr Arnold, bitte mache Sie eine NLP-Ausbildung, lernen Sie Modellieren, suchen Sie dann exzellente Leute, erkenen Sie an denen deren Prinzipien, schreiben Sie dann ihr Buch nochmal über diese Leute, dann lerne ich auch etwas von Besten.
Wer nur Managementprinzipien gut erklärt bekommen möchte, ist mit dem Buch recht gut beraten.