Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bambi oder Waldschrat?, 21. September 2009
"Manafon" entsagt nicht nur der Songstruktur wie wir sie von "Brilliant Trees" oder "Secrets from the beehive" kennen, sondern auch dem sphärischen Element, das David so gut beherrscht. Doch anders als bei seinem ersten Harmonie- und Songstruktur-Entsagungsalbum "Blemish" finden sich hinter seinem Gesang und den Gitarrensounds feinsinnige Klangstrukturen, die sich als Geflecht einer eigentümlichen Hörwelt erweisen - fernab von dem, was wir Musik nennen. Durch sie finde ich Zugang zu diesem Album. Seit "Tin Drum" hat David Sylvian mich in subtile, fragile Welten geführt und ich gehe auch diesmal mit, wenngleich ich die Kluft zwischen 5 Sternen und einem Stern durchaus nachvollziehen kann. Freilich setzt sich Sylvian dem Aufteufelkommrausavantgarde-Vorwurf aus. Und obwohl ich mich frage, ob ich mir diese Hörmühe nur deshalb mache, weil Sylvian der Held meiner jungen Jahre war, schlage ich mich auf die 5-Sterne Seite. Denn besser eine solche Reise ins musikalisch Ungewisse als ein weiter 80er-Jahre-Held, der sich nur immer selbst kopiert.
Und wenn die Planken von Davids Waldhäuschen morsch geworden sind, wird er vielleicht das "Manafon" gegen das "moneyphone" austauschen und der Welt mitteilen, dass er wieder ein paar leichtverdauliche Songs geschrieben hat.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vermutlich das beste Album von David Sylvian, 15. September 2009
Kermit hat offensichtlich nichts verstanden. Ich verfolge die Karriere von David Sylvian seit Japan Tagen. David ist immer konsequent seinen Weg gegangen. Wer bitte erwartet von David Sylvian, dass er an seine alten Erfolge anknüpft. Joni Mitchell hat einmal gesagt, niemand würde zu einem Maler wie Van Gogh sagen "paint us starry night again". Aber von Musikern wird seltsamerweise erwartet, dass sie immer und immer wieder das gleiche Repertoire wiederholen.
Vielleicht sollte Kermit dann einfach Phil Collins hören, da weiß man, was man hat. Nun aber zu Manafon: Wer nicht mit musikalischen Scheuklappen durch die Welt läuft und bereits Blemish vieles abgewinnen konnte, wird mehr als belohnt. Die rhythmischen Strukturen treten noch mehr in den Hintergrund, Davids Stimme bleibt das tragende Element, rauhe, auf das absolute Minimum reduzierte, improvisierte Musik, die doch alles innehat was man braucht: Bilder, Emotionen, Farben, Wärme, Harmonie und Disharmonie. Ein musikalischer Kosmos ohnegleichen.
Die einzelnen Instrumente als Klangfacetten sind so flüchtig und scheu wie das Reh auf dem Cover. Nichts ist zum festhalten, alles ist im Fluß und doch wiederkehrend. Mich erinnert die Botschaft dieser Musik an die Bücher von Hermann Hesse.
Ich würde nie behaupten, dass diese Musik jedem gefällt. Aber diejenigen, die sich mehr für die Kunst denn für die Unterhaltung interessieren, werden etwas wahrhaft seltenes in heutigen Zeiten finden: wirkliche Kunst in der Musik.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
konsequent, 18. September 2009
David Sylvian ist einer der wenigen Künstler der immer wieder neue Wege beschreitet. Man muß ihm nicht folgen, wer es tut wird belohnt mit einer musikalischen und poetischen Reise, die einmalig ist. Wer nicht, kann ja weiter die alten Sachen hören. Auf seinem neuesten Werk folgt er den Spuren Hollis, der leider in der Stille verschwunden ist. Hoffen wir, dass Sylvain uns länger erhalten bleibt und immer wieder überrascht.
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