Nicht gerade das beste Wetter hat Kate sich für ihre Reise Richtung Oxfordshire ausgesucht. Ein Schneesturm macht es ihr unmöglich weiterzufahren- mehr noch, sie baut einen Unfall und kann sich zusammen mit ihrer Katze Mitsy, die sich in einer Transportbox befindet, nur noch in letzter Minute aus dem Auto retten, das droht in einen See zu fallen. Sie hat jedoch Glück im Unglück- sie wird gerettet und zu einem Haus in der Nähe gebracht, wo sie wenig später, mit einem angeschlagenen Kopf und mit einer Amnesie erwacht. Die Bewohner des Hauses sind der alleinstehende Vincent James und seine an Mukoviszidose erkrankte, kleine Tochter Jadie. Außerdem befindet sich auch die burschikose Haushaltshilfe Tara im Haus, die keinen Zweifel daran lässt, dass es ihr lieber wäre, wenn Kate nicht gerade bei ihnen gestrandet wäre, da Tara heimlich verliebt in den Hausherren ist und jede Frau als Bedrohung ansieht.
Ohne es zu wissen, gelingt Kate ein kleines Wunder- sie bringt Jadie zum Sprechen, was Vincent und Tara in helles Erstaunen versetzt. Jadie war vor zwei Jahren, kurz nach dem Tod ihrer Schwester Amber, die ebenfalls an ihrer Krankheit litt, verstummt und weigerte sich seitdem zu reden. Aus Dankbarkeit bittet Vincent die verwirrte Kate, die immer noch nicht weiß, wer sie ist, so lange zu bleiben, wie sie möchte- allerdings bleibt ihr bei der momentanen Wetterlage auch nichts anderes übrig.
Zu gern würde Kate endlich ihr Gedächtnis wiederbekommen- die Gelegenheit dazu bietet sich ihr, als Taras Bruder Colin, ein Psychologe, der sich wegen der schlechten Wetterlage ebenfalls im Dorf aufhält, Kate mithilfe von Hypnosesitzungen heilen möchte. Doch statt Aufschluss über ihr jetziges Leben zu erhalten, sieht sie sich während der Hypnose in einem anderen Körper. Dort heißt sie Kitty, lebt um das Jahr 1900 herum und ist unsterblich verliebt in Garrett, einem Nachbarsjungen, der, wenn er Karriere in London gemacht hat und reich geworden ist, zurückkommen möchte, um sie zu heiraten.
Immer tiefer versinkt Kate während ihrer Sitzungen in Trance, was nicht ungefährlich zu sein scheint- doch um endlich ihr Gedächtnis zurückerlangen zu können, glaubt sie keine andere Wahl zu haben.
Colin vermutet einen Zusammenhang zwischen ihrem früheren Leben und ihrem heutigen und tatsächlich scheint es, als ob die Menschen, von denen Kate umgeben ist, Parallelen zu den Leuten in Kittys Leben aufweisen. Kann es sein, dass auch die Seele des Menschen der Kitty einst alles bedeutet hat, in einem anderen Körper wiedergeboren wurde?
Wer kurzweilige und rätselhaft-mystische Romane liebt, wird um den neuen Roman von Melanie Rose nicht drumherum kommen, denn in 'Man Liebt Nur Dreimal' bekommt der Leser eine wunderschöne aber auch spannende Geschichte geboten, in deren Mittelpunkt Kate steht, die, um sich selbst finden zu können, erst einmal zurück in eines ihrer anderen Leben zurückgehen muss. Es werden in dem Roman Dinge wie Reinkarnation, Karma und die Chance auf Wiedergutmachung angesprochen, allerdings braucht man nicht zu befürchten, dass es in dem Buch nun allzu esoterisch zugeht. In erster Linie ist es ein anrührender Frauenroman, in dem auch die Liebe eine nicht unbedeutende Rolle spielt.
Die Geschichte wird in 'Ich-Form' aus der Sicht von Kate erzählt. Man nimmt als Leser nicht nur an Kates Erlebnissen in der Gegenwart teil, sondern erlebt, ebenfalls aus ihrer Erzählperspektive heraus, auch den Werdegang von Kitty mit. Sowohl Kates als auch Kittys Handlungsverläufe sind spannend geschrieben. Während Kate sich fragt, welche Geheimnisse Vincent und seine Mutter vor ihr verbergen, ob Colin wirklich so uneigennützig zu Werke geht, was es mit dem wortkargen aber freundlichen Adam auf sich hat und warum sie Jadie gegenüber beinahe mütterliche Gefühle entwickelt, sind Kittys Erlebnisse eher tragisch zu nennen. Dennoch kann man, genau wie die Heldin des Romans als Leser nicht genug davon bekommen, mehr über Kittys und Garretts Leben erfahren zu wollen und die Auflösung aller Rätsel und Mysterien, führen (bis auf die Sache mit Vincents Ehefrau, diese wurde mir ein wenig zu einfach und unglaubwürdig erzählt) am Ende zu einem großen Ganzen, das man jedoch erst durchschauen kann, wenn man auch ans Ende des Romans angelangt ist.
Obwohl die Story genau auf meiner Wellenlänge lag und ich das Buch durchaus weiterempfehlen möchte, gab es jedoch auch ein paar Kleinigkeiten, die mich ein wenig gestört haben. Einmal die schon angesprochene Sache mit Vincents Frau und auch die Tatsache, dass Kate recht lange auf der Leitung steht, wer ihr wahrer Seelenverwandter ist- dabei nicht nach dem Herzen geht, sondern nur durch Kittys Erlebnisse allein schließlich mit der Nase darauf gestoßen wird. Kate ist keineswegs eine unsympathische Heldin, doch ich hätte mir vielleicht bei ihr ein wenig mehr Ecken und Kanten bei ihrer Charakterisierung gewünscht.
Erfrischend und amüsant fand ich jedoch Vincents Mutter, die für einige humorvolle Szenen sorgt, auch Jadie ist einfach ein süßes kleines Mädchen, dass ich schnell in mein Leserherz geschlossen habe und nicht zu vergessen Adams Großeltern, die mich mit ihrer tiefen Liebe füreinander bezaubert haben'
4.5 von 5 Punkten. Eine Rezension von Happy End Bücher.de (NG)