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miles davis hatte sich nach 1974 (d.h. nach "get up with it) für ca. sechs jahre völlig aus dem öffentlichen leben zurückgezogen, feierte dann aber in live-konzerten ein fulminantes comeback. "the man with the horn" ist eine der beiden scheiben, die ich persönlich mit dieser zeit und diesem comeback verbinde.
vergleicht man die musik mit miles davis' vorherigem jazz-rock, wird klar, dass damals die idee der frühen 70er, jazz und rock zu verbinden, bereits überholt war. jazz war wieder jazz, und rock/pop war wieder rock und pop.
nichtsdestotrotz geht es auf "the man with the horn" richtig zur sache, und das ist gut so. miles wollte damals schwarze hörer über radio zurückgewinnen, und hat deshalb seine musik "hörertauglich" gemacht. dabei wollte er wohl jazz mit allen formen von populärer musik verbinden. deshalb ist die scheibe zum einen richtig "rockig", nur ist es eben kein jazz-rock mehr, weil die platte zum teil eben auch reine rockelemente hat. jazz und rock fusionieren nicht mehr, sie stehen sich sozusagen als zwei verscheidene musikalische modelle gegenüber. statt jazz-rock also eher "jazz und rock". zum teil ist die platte soulig, wobei jazz und soul wiederum nebeneinander stehen und nicht verschmelzen (rein "poppig" ist die musik natürlich auch).
anspieltip: das gnadenlos gute "back seat betty, der zweite titel der platte.
alternativtip ist "we want miles", auch aus der zeit, etwas weniger rock ...
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