Ein starkes Popalbum hat Neneh Cherry mit "MAN" 1996 abgeliefert. Dass sie zu solch guter Musik fähig ist, konnte man schon bei ihrer 2. Scheibe "Homebrew" erahnen. Nur wirkt die Musik hier noch ausgereifter und in sich stimmiger, man könnte sagen erwachsener. Leider war dieses Album dann auch das letzte größere musikalische Zeichen von Neneh Cherry. Was besonders schade ist, denn gerade auf "MAN" kann man die Entwicklung in ihrer Musik gut hören, wer weiß wohin sich die Musik entwickelt hätte. Aber es ist ja nie zu spät, und so bleibt die Hoffnung auf ein Comeback-Album.
Woman - Eingeleitet wird dieser Titel durch ein langes Streichersample, das sich dann durch den ganzen Titel zieht. Der Sound erinnert an Blues und klingt sehr melancholisch, entsprechend gefühlvoll singt Neneh Cherry dann auch. Super Ballade - traurig und wunderschön.
Feel it - Schöner langsamer Titel mit eingängiger Melodie, die man gleich mitsummen kann. Relativ ruhiger Gesang, auch hier wieder ein wenig wehleidig, erst beim Refrain geht die Sängerin aus sich raus. Schöner Zwischenteil mit computerverzerrter Stimme, die in den Hintergrund tritt und perfekt abgestimmtem Sound dazu.
Hornbeam - Etwas stampfiger Sound aus Gitarren- und Basselementen. Wirkt schön rockig und versprüht ein wenig Festival-Atmosphäre. Guter langer Schluss, der nochmal richtig rockt. Geil.
Trouble man - Hier hat Frau Cherry voll den Blues. Der Sound besteht aus einem Bar-Klavier und Trommel- und Schlagzeugelementen, die allerdings ganz dezent im Hintergrund schwingen. Die Melodie ist ein wenig schwierig und braucht ein wenig Zeit um zu überzeugen.
Golden ring - Nur mit einer Akustik-Gitarre begleitet singt Neneh hier sehr überzeugend und schön. Der Titel wirkt fast wie ein Acapella-Stück, da der spanische Gitarrensound relativ leise im Hintergrund klingt. Gefühlvoller und sehr starker Song.
7 Seconds - Nachdem dieser coole Popsong schon vorab als Single sehr erfolgreich war, durfte er auch mit auf's Album. Youssou N Dour singt die schöne Melodie gemeinsam mit Neneh Cherry. Der Titel hat eigentlich Alles was ein guter Popsong braucht und passt daher perfekt mit auf's Album.
Kootchi - Der coole Gitarrensound und die rauhe Stimme von Neneh Cherry lassen diesen Titel herrlich rockig wirken. Besonders beim Refrain explodiert dann Alles in ein schönes Rock-Feuerwerk. Interessanter Spannungsaufbau von den Strophen bis zum Refrain. Auch sehr beachtenswert die Rockröhre der Sängerin bei diesem Song.
Beastiality - Ein lockerer Akustikgitarrensound und eine simple Melodie. Aus mehr besteht dieser Titel eigentlich nicht. Schön und entspannend.
Carry me - Ist ein düsterer und langsamerer Titel. Am Ende verwandelt sich das Singen fast in Schreien und so ist dieser Song dann auch etwas gewöhnungsbedürftig aber nicht unbedingt schlecht.
Together now - Wirkt wieder rockig, wobei der Sound etwas breakbeatartig und ruppig wirkt.
Everything - Ein schöner Popsong zum Abschluss. Gute Soundkulisse aus Klavier-, Schlagzeug, Streicher- und Synthieelementen. Die Melodie bleibt sofort im Ohr und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Schön gesungen, toller Titel.
Abwechslungsreich und auch im Jahr 2010 noch modern. So kann man dieses Album zusammenfassen. Auf alle Fälle ein Highlight der 1990er Jahre und für Fans guter Popmusik bedenkenlos zu empfehlen.