Und dieser Dank kommt aus vollem Herzen, denn ohne Sie wäre mir dieses Klein- od unter den Krimiserien entgangen. Aber Sie haben in Ihrem Krimilexikon grade diese Serie sehr enthusiastisch besprochen, und so wurde meine Neu- gier geweckt.Und meine hohen Erwartungen an die Serie wurden mehr als be- friedigt.
Der Mann mit dem Koffer (Deutscher Titel dieser Serie) heißt McGill, Vorname unbekannt. Früher war er mal Geheimagent, aber dann geriet er in Verdacht, einem Überläufer geholfen zu haben, und wurde gefeuert. Seitdem kann er sich in Amerika nicht mehr sehen lassen und treibt sich auf dem Kontinent herum,lebt aus dem Koffer, erledigt jede Drecksarbeit, meist als Detektiv. Nebenbei versucht er krampf-haft, Beweise für seine Unschuld zu finden. Doch bereits in der Ersten Episode "Man from the Death" erweißt sich diese Hoffnung als Illusion. Er findet nämlich heraus, daß seine eigenen Chefs die Aktion damals geplant haben, um den Russen einen Doppelagenten unterzujubel. Und selbst wenn man es zulassen würde, das McGill diese Wahrheit publik macht, wäre dann das Leben dieses Doppelagenten keinen Pfifferling mehr wert. So entscheidt sich McGill, weiter der Mann mit dem Koffer zu bleiben.
Die Produktinsfirma ITC war in den 60ern für zwar professionel gemachte, aber doch konventionelle Krimiunterhaltung bekannt. So wirkt diese Serie wie ein Fremdkörper nicht nur im Gesamtbild von ITC sondern im Gesamtbild der TV-Unterhaltung der 60er, wo Fernsehwelt noch gleich heile Welt war. "Man from the Death" ist ein Muster für die zynische Weltsicht, die hier propagiert wird. Folglich ist auch McGill ein Zyniker. Aber sein Zynismus ist nur Reflexion der zynischen Welt um ihn herum, und Reaktion darauf, daß er von seinen Auftraggebern fast immer wie der letzte Dreck behandelt wird. Er teilt aus, tritt auch schon mal einen am Boden liegenden Gegner. Doch noch mehr steckt er ein. Fast in jeder Episode wird er zusammengeschlagen. Mehr- fach landet er am Ende übel zugerichtet im Krankenhaus. Trotz all seiner Härte ist er kein Gewinner. Folglich haben die meisten Episoden kein Happy End. Meist bleibt zumindest ein bitterer Nachgeschmack.
Ein übriges trägt der Hauptdarsteller Richard Bradford dazu bei, die Serie von anderen abzuheben. Er war wie seine großen Vorbilder Brando und James Dean ein Methodic-Acting-Schauspieler, Spielte keine Rolle, sondern lebte sie. Durch seine bloße physische Präsenz hebt er selbst die schwächeren Episoden über den Durchschnitt der Krimi-Unterhaltung heraus.
Die Bildqualität ist erstaunlich hoch. Als Bonus gibt es sogar ein Interview mit dem inzwischen 70jähren Bradford