Ein überaus sinnvolles Buch in schonungsloser Klarheit über das dunkelste Kapitel der Deutschen im 20. Jahrhundert.
Die 1948 geborene französische Historikerin Wieviorka, die Professorin am Nationalen Forschungszentrum für Wissenschaft (CNRS) in Paris ist, antwortet ihrer Tochter, die sie nach dem Schicksal der jüdischen Freundin Berthe, einer Auschwitz Überlebenden fragt. In kindgerechter Sprache werden Begriffe wie Razzia, Deportation, Zionismus und Genozid erklärt. Mutter und Tochter sprechen in ihrem Dialog über den Antisemitismus der Deutschen, über die Vernichtung der Juden, über das Warschauer Ghetto, über die Frage nach der Schuld und die Pflicht zur Erinnerung.
Das ist in seiner Klarheit überaus verdienstvoll und lesenswert.P>Das Buch, von dem ich erst über Iris Berbens Lesungen etwas hörte, sollte ein Muß für jeden jungen deutschen Schüler sein. Auch Erwachsene können darin noch Neues erfahren. Wer sich eingehender mit der Thematik befassen will, dem seien neben Guido Knopps 'Holokaust' von Ian Buruma 'Erbschaft der Schuld, Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und Japan' sowie von Alfred Grosser 'Ermordung der Menschheit, Der Genozid im Gedächtnis der Völker' empfohlen.