Mehr Farbe, mehr Seiten, mehr Informationen für den Whiskyliebhaber. Dem Herausgeber Ingvar Ronde ist es wieder gelungen ein vorzügliches und umfassendes Dokument der Whisky-Industrie vorzulegen. Informative Artikel von Charles Maclean über die amerikanische Prohibition, von Gavin D. Smith Diskussion der aktuellen Trends im Malt Blending finden sich ebenso, wie eine Darstellung Iorwerth Griffiths' zu aktuellen Entwicklungen in der irischen Whiskylandschaft. Das gegenwärtige Trendthema Blending bearbeitet ausführlich Dominic Roskrow. Für den Einsteiger findet sich eine ausgezeichnete und umfassende Darstellung der jeweiligen Schritte bei der Whisky-Herstellung von der Gerste, dem Mälzen, Malen, Fermentieren, Destillieren, dem Wood-Management, der Lagerung bis hin zum Blending. Die Informationen zu den schottischen und irischen Destillerien wurden aktualisiert. An manchen Stellen wären aktuelle Fotos wie zum Beispiel bei Benromach oder Knockdhu wünschenswert. Eine Menge an Informationen werden dem Leser geboten. Es ist in der Tat schwierig bei den derzeit rasanten Entwicklungen alle wichtigen Neuerungen der Whisky-Industrie aufzuzählen, dennoch fehlt bei The Glenlivet die Erwähnung einer neuen revolutionären Malzmühle. Im Juli 2011 wurde die alte Porteus Mill mit einem Bühler Maltomat ersetzt. Diese State of the Art Mühle gibt es im U.K. sonst nur noch in einer Brauerei in Manchester. Leider wird bei Tamdhu der alte Besitzer Edrington aufgeführt, der im Juni 2011 die gesamte Anlage, die Maltings eingeschlossen, an Ian Macleod Distillers veräusserte. Bei der Auflistung der Destillerien hätten die neue Lowland Distillery Daftmill sowie die Lewis Distillery Abhainn Dearg eine breitere Würdigung verdient. Erfreulich ist gegenüber der 2011er Ausgabe die ganzseitige Präsentation der Port Ellen Distillery. Erfreulich sind ebenfalls die neuen fotografischen Darstellungen der geschlossenen Destillerien. Eine eher kursorische Aufzählung von Destillerien des Globus fehlt nicht, schade, das die deutsche Rothaus Destillerie nicht gewürdigt wurde, während die japanischen Destillerien doch etwas umfassender bearbeitet werden. Insgesamt ist das Malt Whisky Yearbook 2012 mehr als gelungen, detailreich und leicht zu lesen. Es ist jeden Cent wert und darf in keiner Whisky-Bibliothek fehlen. In englischer Sprache, 298 Seiten, Paperback. The Gateway to Distilleries.