Reggie Noble alias Redman ist einer einzigartigsten Rapper New Yorks, was er mit seinen doch sehr abgefahren ersten drei Alben, die man teilweise schon als Klassiker bezeichnen kann bewiesen hat. Ab "Doc's Da Name 2000" fiel jedoch die Qualität seiner Musik, wirkte kommerziell und einfallslos, was auch mit dem Kollabo-Album "Blackout!" zusammen mit Method Man bestätigt wurde. Für "Malpractice" verpflichtete er namhafte Leute und alte Weggefährten wie Meth, George Clinton, Erick Sermon, Rockwilder, Keith Murray oder Scarface, die ihm helfen sollten, seine Formkurve wieder nach oben zu bewegen. Dies gelingt auch gleich mit "Diggy Doc", das mit einem bouncenden Erick Sermon-Beat glänzen kann, über den Red gewohnt gut performt, allerdings dauert das Stück gerade einmal lächerliche 1:56 Minuten. Typisch Sermon, nämlich verdammt funky, wurde auch die nächste Produktion von E-Dub, in Form von "Lick A Shot". Ein sehr cooles und groovendes Instrumental, trifft auf einen ebenfalls sehr gut aufgelegten Redman, der nichts anbrennen lässt. Viele kennen "Dirrty" von Christina Aguilera aus dem Jahr 2002. Auf "Malpractice" gibt es die Originalversion "Let's Get Dirty (I Can't Get In Da Club)". Hier stand Rockwilder an den Reglern und produzierte einen echten Smash. Die Elektro-Sounds erinnern etwas an "Rockwilder" von Red & Meth, allerdings donnern die Beats hier deutlich härter und schneller aus dem Subwoofer, was einen echten Head-Banger ergibt, perfekt für Partys und Clubs geeignet. Leider sinkt die Qualität ab hier rapide, was auf langweilige Songs wie "Real Niggaz" und die viel zu vielen Skits zurückzuführen ist. Erst ab "Uh-Huh" und "Da Bullshit" (feat. Icarus) macht das anhören wieder etwas mehr Spaß, da die Produktionen doch wieder sehr funky und im Fall von "Da Bullshit" auch sehr rhythmisch geworden sind. Eine richtigen Hit liefert uns Redman mit "Enjoy Da Ride". Ein dynamisches Geigenspiel unterlegt mit schnellen und treibenden Bässen verhilft mit einer Flow technischen Meisterleistung von Red, Meth, Street Life und Saukrates dem Album zu einem seiner mit Abstand besten Songs. Dummerweise folgt ab hier wieder eine Schwächeperiode, die wieder einen Haufen an Skits, aber auch Lieder wie "J.U.M.P." oder "Muh-Fucka", enthält. Wirklich gut wird es erst wieder mit dem Bass-Monster "Doggz II" zusammen mit DMX. Wie bereits angedeutet dominieren hier die tief pumpenden und sehr elektrischen Beats, die sich verdammt krass anhören, was durch Red und DMX noch verfeinert wird und sie das Album-Highlight erschaffen. Sehr bekannt und auch beliebt sind Redman's "Soopaman Luva" Songs, was wohl hauptsächlich an den amüsanten Lyrics liegt. Teil eins ist sehr gelungen, was an dem klasse Instrumental von Erick Sermon liegt, der zweite hingegen ist grottenschlecht. Der Name Adam F. ist nur wenigen ein Begriff, dabei hat der Brite einiges drauf. Er produzierte mit "Smash Sumthin'" den perfekten Abschluss für "Malpractice". Nach einem mystischen Intro beginnt der geniale Beat, der sowohl ordentlich abgeht, dass er sich für Clubs eignet, aber auch etwas pompös und respekteinflößend wirkt, was an dem bombastischen Refrain liegt. Ein echter Hit, der eine durchschnittliche Platte gut beendet.
Ein wirklich überzeugendes Werk hat Redman mit "Malpractice" nicht gerade abgeliefert. Er schafft es zwar einige echte Banger uns auf die Ohren zu Zimmern, leider nervt auch ungefähr die Hälfte der Tracklist gewaltig. Wer auf den Erick Sermon-/Def Squad-Sound abfährt kann sich diese Platte sicher ohne Bedenken zulegen, der gewöhnliche Rap-Fan sollte jedoch vorher gut reinhören. Ein Fehlkauf ist es aber auf keinen Fall.