Audiobook-Rezensionen
Die Geschichte der kleinen Jüdin Malka Mai ist vom Kern her authentisch. 1943 musst sie zusammen mit ihrer Mutter Hanna, einer Ärztin, und ihrer älteren Schwester aus Polen fliehen. Weil die Reise für das 7-jährige Mädchen zu anstrengend wird, erkrankt Malka und wird von ihrer Mutter bei Bauern zurückgelassen, - später soll sie nach Ungarn nachkommen. Jäh wird aus dem Leben der kleinen Prinzessin ein Leben, das aus Hunger, Kälte, Angst und Einsamkeit besteht. Aktionen, Umsiedlungen und die dumpfe Angst vor deutschen Stiefeln bestimmen die Tage und Monate, in denen das Mädchen oft völlig auf sich allein gestellt ist. Bis sie schließlich wieder mit ihrer Mutter zusammen sein wird, durchlebt sie Schrecken und Elend bis hin zu Typhus. Eine ihrer Überlebensstrategien lautet keine Gedanken, keine Hoffnungen zuzulassen. Vor allem nicht auf ein Wiedersehen mit ihrer Mutter, die sie verdrängend die Frau Doktor Mai aus vergangenen Zeiten nennt.
Mirjam Pressler zählt zu den erfolgreichsten Autoren der Kinder- und Jugendbuchszene. Für das Buch "Malka Mai" wurde sie bereits mit dem Züricher Jugendbuchpreis "La vache qui lit" ausgezeichnet. Die echte Malka Mai, die sie 1996 in Israel getroffen hat, hat vieles vergessen bzw. verdrängt. Insofern ist die Geschichte authentisch und fiktiv zugleich. Wobei der fiktive Part von der Autorin mit derartig viel Einfühlungsvermögen geschrieben wurde, dass er als absolut wahr erscheint.
Eva Gosciejewicz, festes Mitglied unter Dieter Dorn am Residenztheater, liest die wechselnden Perspektiven von Malka und Hanna. Mit ihrer klaren und weichen Stimme gelingt es ihr, die Welt des kleinen Mädchens transparent zu machen, ohne jedoch in ein kindliches Bewusstsein abzudriften. "Sie war allein!" - diese zentrale Erfahrung des Kindes bringt sie unvergesslich rüber. Lesung, Spieldauer: ca. 210 Minuten, 2 MC. Ab 12 Jahren.
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
"Was für ein Buch! Man begreift beim Lesen dieses Buches, warum Menschen, junge und alte, Bücher brauchen. Eine erschütternde Geschichte in einer wunderschönen poetisch nüchternen Sprache, die keine Sentimentalität aufkommen lässt. Bilder, die sich einprägen. Ein Fiebertraum Malkas, der an ein Chagallsches Bild erinnert. Mit anderen Worten: Ein Meisterwerk, das einen zentralen Platz im Schaffen dieser wunderbaren Schriftstellerin einnehmen wird." (Badische Zeitung)
"Eine packende Herzenssache." (Nürnberger Nachrichten)
"Diese Geschichte eines kleinen Mädchens und seiner Mutter geht an Herz und Nieren. Genau im Einzelnen und exemplarisch zugleich, öffnet dieses Buch Jugendlichen den Zugang zu unglaublichen Zuständen und haut noch einmal in die Kerbe des Vergessens. Großartig." (Ellen Pomikalko, BuchMarkt)
"Polen 1943: Malka muss mit ihrer Mutter und Schwester vor den Deutschen fliehen: Sie sind Jüdinnen. Auf der Flucht werden sie getrennt und Malka muss sich ihren Weg allein erkämpfen. Ein bewegendes Jugendbuch, das eindringlich von Angst und Verlorenheit, von Grausamkeit und Egoismus, aber auch von Hilfsbereitschaft und vom Überlebenswillen erzählt." (SR/Radio Bremen)
"Die einfache, schrecklich einfache Geschichte einer Flucht. Man darf sich nicht scheuen zu sagen, wie spannend diese Geschichte sich liest. Und zugleich ist zu sagen: Ganz karg ist dieses Buch, überall ist eine Reduktion auf das Wesentliche am Werk, ganz reich ist dieses Buch, voller Blicke, Gesten und Bewegungen." (Reinhard Osteroth, DIE ZEIT)