Wir werden in die Geschichte (und die ihrer Familie) der kleinen (7!) Jahre alten Jüdin Malka hineinzogen. Sie lässt nicht mehr los, solange man dabei ist. Eine „Aktion" zwingt Mutter Hanna mit ihren Töchtern Minna und Malka, überstürzt die Heimatstadt zu verlassen. Nicht allzu weit entfernt ist die Grenze nach Ungarn. Es ist eigentlich die Ukraine und von Ungarn besetzt.
Eine lange Reise beginnt. Malka wird sich später erinnern an „Gesichter, die wie Herbstlaub an einem vorbeifliegen". So viele Menschen kreuzen den Weg der drei: hilfreiche und teuflische, gierige und gebende.
Bestürzung, Traurigkeit, ja Trauer ergreifen uns beim Lesen. Die Begebenheiten in diesem Buch und das, was die gejagten und verfolgten Menschen erleben gehen so sehr unter die Haut. Die Gefühle Malkas, ihrer Mutter und Schwester werden in einer Weise dargestellt, das man selbst glaubt, „in ihren Schuhen" zu laufen. Wir begleiten sie beim Lesen auf den langen Strecken der Flucht durch Berge, Schluchten und Täler. Ganz besonders Malkas Schicksal ist so grauenvoll. Aus der behüteten goldhaarigen Prinzessin wird durch die Umstände ein verzweifeltes, einsames Kind. Sie muss ums Überleben kämpfen und lernen, für sich zu sorgen, für Unterschlupf, für Nahrung. Dann geht es nicht mehr. Aber sie erhält Hilfe im letzten Augenblick.
Die Wunden, die Narben auf ihrer Seele können nie mehr wieder gut gemacht werden. Es gibt keine Versöhnung und nur die Tatsache bleibt: Malka und auch ihre Mutter und Schwester werden für immer gezeichnet sein von diesen Jahren. Und es gibt keinen Trost. Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit bleiben zurück, wenn wir die letzte Seite lesen. Eins triumphiert: das Leben. Es heißt doch: Wo Leben ist ist auch Hoffnung.