"Malizia" erzählt eine frivol-freche Geschichte inmitten der bigott-katholischen Gesellschaft Siziliens. Laura Antonelli, die mit diesem Film ihre Karriere als italienische Erotik-Ikone begründete, spielt das Hausmädchen Angela, das im Palazzo eines reichen Witwers auf dessen drei Söhne aufpasst. Für den pubertierenden Sprößling Nino wird sie zum Subjekt der Begierede. Er stellt ihr nach, belästigt und erpresst sie - solange bis aus Angela ein erotischer Racheengel wird.
Das Qualitätsvolle an "Malizia": der Film trifftet nie ins Plumpe oder Vulgäre ab. Die seltsame wechselseitige Abhängigkeit von Angela und Nino ist mit Raffinesse und Humor umgesetzt. Angela verharrt nicht in der Opferrolle, sie versteht es, den Spieß umzudrehen und den kleinen Testosteron-Ragazzo in die Defensive zu treiben. Die Kamera bleibt auf frivole Perspektive eingestellt. Und die Filmmusik passt herrlich dazu.
Schade nur, dass der 1973 entstande Streifen es bis dato nicht geschafft hat, auf DVD mit deutschsprachiger Tonspur zu erscheinen. Ein Klassiker wie "Malizia" hätte es sich verdient.