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Malina: Roman
 
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Malina: Roman [Gebundene Ausgabe]

Ingeborg Bachmann
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (24. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518417703
  • ISBN-13: 978-3518417706
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 11,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 304.327 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Ingeborg Bachmann
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Malina
OA 1971 Form Roman Epoche Moderne
Ingeborg Bachmanns einziger Roman, Auftakt des geplanten Todesarten-Zyklus, offenbart die psychische und physische Zerstörung eines weiblichen Ichs durch das männliche Prinzip. Die fragmentarischen Teile »Der Fall Franza« und »Requiem für Fanny Goldmann« erschienen erst nach dem frühen Tod der Autorin, die 1973 an den Folgen eines Brandunfalls starb.
Entstehung: Nach der Trennung von Max Frisch und einem psychischen Zusammenbruch zog Bachmann zunächst nach Berlin und 1965 nach Rom, wo sie weiter an ihrem vermutlich 1962 begonnenen Todesarten-Projekt arbeitete. Über Jahre entwarf sie neue Konzepte für den Zyklus, ohne ein Buch abschließen zu können, und geriet immer mehr unter den Druck der Verleger. 1970, zehn Jahre nach ihrem ersten Prosaband Das dreißigste Jahr, erschien Malina in ihrem neuen Verlag Suhrkamp.
Inhalt: Die namenlose Ich-Erzählerin des Romans, eine in Wien lebende bekannte Schriftstellerin, reflektiert und beschreibt ihre Situation als Geliebte zweier Männer. Vordergründig eine Dreiecksgeschichte zwischen Ich-Erzählerin, ihrem Geliebten Ivan und Malina, mit dem sie zusammenlebt, findet das eigentliche Geschehen im Innern der Protagonistin statt. Ihre seelischen Konflikte, ihre Wünsche, Sehnsüchte und Fantasien, ihre Vorstellung von Glück werden eindringlich und beklemmend dargestellt. Im ersten Kapitel Glücklich mit Ivan beschreibt die Erzählerin ihr Verhältnis zu ihrem unerreichbar erscheinenden Geliebten. Malina, der »dritte Mann« aus dem zweiten Kapitel, ist Repräsentant der Vernunft, der die materielle Grundlage ihres Zusammenlebens sichert. Er erscheint als der männliche Teil im Bewusstsein der Erzählerin. Seine Rationalität ist dem weiblichen Ich lebensnotwendig, sie kann jedoch ihre Ansprüche ihm gegenüber nicht geltend machen. Malina wirkt menschlich und gesellschaftlich überlegen. Die Unterdrückung nimmt das weibliche Ich trotz des Wunsches nach Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung ohne Gegenwehr hin.
Die Traumsequenzen der Ich-Erzählerin im zweiten Kapitels kreisen um ihren Vater. Die Ich-Erzählerin setzt die Herrschaft des Vaters über das Kind mit der Herrschaft des Mannes über die Frau gleich. Die Unterdrückung wird zusätzlich in den historischen Kontext des Holocaust gestellt. Das dritte Kapitel Von letzten Dingen ist als ein fiktiver Dialog zwischen der Erzählerin und Malina über das Schreiben.
Aufbau: Der nach einem kunstvollen musikalischen Kompositionsprinzip gestaltete Roman kommt ohne herkömmliche Handlung aus. Reflexionen und skizzenartige Beschreibungen stehen collageartig neben Traumsequenzen, Dialogen und Briefen. Den drei Kapiteln des Buches werden wie bei einem Theaterstück Personen, Zeit und Ort vorangestellt. Erst im Verlauf des Romans wird die Aufspaltung der weiblichen Hauptfigur in einen männlichen und einen weiblichen Teil deutlich, die einen erbitterten Kampf um Freiheit und Gleichberechtigung führen. Der weibliche Teil wird so lange an die Wand gedrängt, bis er am Ende des Romans in einer Wand verschwindet.
Wirkung: Die Kritik warf der Autorin die Entfernung von der Wirklichkeit und den Rückzug ins Innere vor. In den späten 1970er Jahren erfuhr der Roman auf der Grundlage feministischer Literaturtheorie eine neue Bewertung. Der Forschungsschwerpunkt verlagerte sich von der Lyrik auf die späte Prosa Bachmanns. S. Na. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Aus Anlaß des 80. Geburtstags von Ingeborg Bachmann am 25. Juni 2006 legt der Verlag mit Malina das 1971 erschienene Kultbuch, den einzigen vollendeten Roman der Autorin, in einer Sonderausgabe vor. Das Nachwort zu dieser Ausgabe stammt von Elfriede Jelinek, die auch das Drehbuch zu der Verfilmung des Romans mit Isabelle Huppert unter der Regie von Werner Schroeter schrieb.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Psychogramm des Scheiterns 21. Dezember 2006
Von deathdealer92618 TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die leicht verschmitzt lächelnde Ingeborg Bachmann auf dem Cover dieser Ausgabe wird wohl den einen oder anderen Leser ein wenig in die Irre führen. Denn "Malina" ist alles andere als lustig. Es ist traurig. Im ersten Kapitel, das paradoxerweise "Glücklich mit Ivan" heisst, wird es sogar tieftraurig. Hier erzählt die namenlose Hauptfigur von ihrer Beziehung zu Ivan, ihrem Freund, der sie anscheinend zwar auch zu lieben scheint, denn immerhin ist er ja mit ihr zusammen, dies aber so gut wie nie zeigt. Er interessiert sich nicht für Ihre Probleme, lässt sie nicht ausreden und sagt Treffen fast immer nur zu um sie dann doch sitzen zu lassen. Dabei bemüht die Frau sich, stellt fast ihr ganzes Leben nur auf Ivan ein, erledigt kaum noch vernünftig Ihre Arbeit (Beantworten der Post u.a.) und kümmert sich liebevoll um seine Kinder. Nur mit Malina kann sie sich vernünftig unterhalten. Auch erfährt man ein bisschen über die Vorgeschichte der Frau, nämlich im zweiten Kapitel. In, wahrscheinlich, Träumen erzählt sie vom Zweiten Weltkrieg, von Gaskammern und Vergewaltigungen. Schon hier wird auf die Dominanz der Männer gegenüber Frauen hingewiesen. Im letzten Kapitel versucht sie durch ein Gespräch mit Malina, auch über das Schreiben, ihre Probleme zu lösen.

Mehr möchte ich gar nicht sagen, um nicht zuviel vorweg zu nehmen.

Es ist kein Buch, welches man mal eben so weglesen kann. Es folgt keinem bestimmtem Ablauf und ist daher eventuell nicht ganz leicht zu lesen. Es wurde ja schon bemängelt, das der rote Faden fehlen würde, das es keinen stringenten Handlungsablauf haben würde. Mag sein, aber dieses Buch, diese Sprache von Ingeborg Bachmann ist trotzdem stark genug ein genaues Bild der Frau und der gesamten Situation zu zeichnen, auch wenn es vielleicht manchmal nur hingeworfene Gedanken sind die hier auftauchen. Die allerdings auch durchweg zusammengehören und eine Entwicklung aufzeigen. Man muss sich eben nicht immer noch eine großartige Geschichte drumherum einfallen lassen, wenn man eine Idee, eine Problematik schildern möchte. Es gibt unzählige Werke, auch namenhafter Autoren, die man locker um einige, manchmal sogar hunderte, Seiten kürzen könnte, eben weil es zu Geschwafel ausartet und den Sinn der Sache völlig überdeckt, wenn man dies und jenes noch dazuschreibt. Hier bekommt man kein überflüssiges Wort vor die Augen, hier wird vom Beginn bis zum Ende große Literatur pur serviert. Denn auch wenn man den Schreibstiel als "knapp" bezeichnen möchte, so ist er aber dennoch prägnant und präzise. Und das die Autorin mit Worten umgehen kann, weiss man doch wohl, ist sie doch für Ihre Lyrik weitaus bekannter als für Ihre Prosa.

"Malina" ist also ein Buch über eine Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt nicht selbst verwirklichen kann, ja teilweise sogar daran zweifelt überhaupt in dieser Welt existieren zu können. Speziell im letzten Kapitel wird etwas weniger nur von der Beziehung zu Ivan gesprochen, sondern mehr von der Beziehung zwischen Männern und Frauen überhaupt. Und gut weg kommen die Männer dabei nicht. Es ist ein Psychogramm des Scheiterns! Und genauso wie es geschrieben wurde, wurde es perfekt geschrieben, zumindest für mich, auch wenn das zweite Kapitel etwas schwerer zugänglich war, muss man sich doch nur reinlesen, vielleicht mal zurückbkättern und nochmal lesen, dann klappt es schon. Und liest man bis zum Ende, hat man Buch hinter sich, welches beklemmend, verstörend wirkt, aber auf jeden Fall den Leser berührt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wunderbar ! 5. Oktober 2011
Format:Taschenbuch
Dies ist ein Buch, bei dem ich einfach alles vergessen möchte, was irgendjemand darüber sagt oder denkt, weil es so tief hinab in Gefühlswelten führt, daß Vergleiche, Interpretationen etc. mir erstmal fernliegen.

In absolut einzigartiger Weise spricht die Ich-Erzählerin von sich selbst. Das ist so aufrichtig, so originell, so quälend, wie es nichts Vergleichbares gibt.

Man wird eingeweiht in das Dilemma einer Frau, die gleichzeitig hochintelligent und hochsensibel ist und auf einer extremen Suche nach einem Weg, aufrichtig zu sein. Und das zu dieser Zeit...

Sie schreibt sich das Herz aus dem Leibe.

Man könnte sagen, sie scheißt auf alles. Aber das Gegenteil ist der Fall. Sie existiert in absolut schmerzlicher Sehnsucht allem Weltlichen gegenüber, dem sie nicht nahekommen kann.

Das Buch ist unglaublich unterhaltsam und gut geschrieben und liest sich gerade so weg.

Bis auf den Mittelteil. Dieser ist so unfaßbar brutal, abgefuckt und schwer verdaulich, daß ich es richtig anstrengend fand.

Sie schreibt selbst von "Passionsgeschichte", das trifft es wohl. Aber in jedem Satz spürt man die stolze Haltung, die sagt: Mein Leid ist meine Sache. Nicht das winzigste Zugeständnis wird es geben.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ingeborg Bachmanns einziger Roman Malina ist ein einzigartiges Stück Literatur. Poetisch wie ihre wunderbare Lyrik und psychologisch tiefgründig ist es ein wahres Meisterwerk.
Insbesondere diese Ausgabe der Suhrkamp Basisbibliothek ist sehr zu empfehlen, da sie wichtige Querverweise gibt, Erläuterungen anbietet und mit Worterklärungen (Österreichisch!) versehen ist. So wird auch Schülern der Zugang zu diesem Werk vereinfacht.
Unbedingt lesen!
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Am 8. Juni 2001 veröffentlicht
es war mord
für mich steht bei "malina" die liebe im vordergrund. die fanatische, fast manische liebe der erzählerin zu ivan. Lesen Sie weiter...
Am 3. September 2000 veröffentlicht
warnung
wir sollten uns hier nicht täuschen, malina ist nichtder roman, für den er gehalten wird. es ist wahrscheinlich einer der ausgangspunkte, von denen aus das 20Jh. Lesen Sie weiter...
Am 19. November 1999 veröffentlicht
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