Der inzwischen mehr als 20 Jahre alte Film von 1991 basiert auf dem eigentlich unverfilmbaren Roman von Ingeborg Bachmann. Wer ihn kennt, mit der eingefügten Legende der Prinzessin von Kagran, mit den Mordträumen des zweiten Kapitels, mit dem schwindelerregenden Selbstverlust (oder Mord?) im letzten Kapitel, der kann ahnen, dass kaum ein anderer als Werner Schroeter sich diesem Werk nähern konnte, ohne restlos zu scheitern.
Selbstverständlich kann der Film das Buch nicht einfach "umsetzen"; er ist ein eigenständiges Kunstwerk, darin liegt sein besonderer Reiz. Isabelle Huppert ist in ihrer Rolle als namenlose Hauptdarstellerin genial, und Matthieu Carriere (den ich sonst nicht besonders schätze) steht ihr kaum nach. Die beiden gehen in ihren Rollen auf, und das ist in diesem Film eine enorme Leistung.
Das Spiel mit dem Feuer im ganz wörtlichen Sinn ist ein auf den ersten Blick fremd scheinender und unerlaubter Rückgriff auf das Leben Ingeborg Bachmanns, die 1973 an den Folgen einer Verbrennung starb (sie hatte im Bett geraucht). Um es klar zu sagen: Die Protagonistin in Malina ist nicht einfach Ingeborg Bachmann - aber die Verbindung ist doch nicht völlig abstus, auch wenn jeder Literaturstudent im ersten Semester lernt, dass Erzählfigur und Autor nicht identisch sind.
Schroeter schafft Bilder für das kaum Bildbare. Und dies lohnt auf jeden Fall das Ansehen dieses starken und wichtigen Films.