...Ist alles bloss eine Verkettung der Umstände? So könnte man meinen. Der Roman beginnt mit einem Prolog. Mit "Notizen von God für Mr. Koopmann". Das Schicksal hat vor 300 Millionen Jahren auf Pangäa begonnen. Durch die angesprochene Verkettung der Umstände werden verschiedene Vorfälle im Laufe der Zeit der 17-jährigen Mirjam zum Verhängnis. Die Tochter des Holländers Joop Koopmann kommt an ihrem Geburtstag durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben. Für Joop bricht eine Welt zusammen. Noch an diesem Morgen hatte er ihre Schönheit bewundert. Ihre Vollkommenheit, ihren Frauenkörper und ihre Lebensfreude. Auf einen Schlag nimmt Joops Leben eine drastische Wende.
Der "Spiegel" bezeichnet Malibu als "bedrückendes, trauriges und zugleich grandioses Buch über das Leiden, darüber, wie gemein das Leben sein kann". Das Leben ist gemein zu Joop. Zuerst stirbt seine Tochter und danach wird er gerade gleichzeitig in verschiedene Schicksale involviert und findet sich selber nicht mehr darin zurecht. Nach dem Umfall zieht God bei Joop ein. Er will sein Leben dem Vater von Mirjam opfern, denn er war es, der das Motorrad gelenkt hatte, als der tödliche Umfall passierte. Zuerst angewidert vom Gedanken God in seinem Haus zu haben, schätzt Joop bald die neue Zweisamkeit und ist froh, nicht alleine zu sein.
Dann ist da noch Philip, ein alter Schulfreund aus Holland, der anscheinend für den israelischen Mossad arbeitet und für Joop eine spezielle Aufgabe vorgesehen hat. Er soll sich mit einem palästinensischen Terrorist anfreunden und möglichst viel über dessen Aktivitäten herausfinden. Als wäre dies für Joop noch nicht genug, taucht plötzlich seine alte Jugendliebe Linda auf. Sie ist die Halbcousine von Joop, ist inzwischen Buddhistin geworden und glaub an die Reinkarnation.
"Easy reading is hard writing", betont Leon de Winter. Der zur Zeit erfolgreichste holländische Schriftsteller wurde im November 2002 für sein Gesamtwerk mit dem "WELT-Literaturpreis 2002" ausgezeichnet. Malibu ist durchaus einfach zu lesen. Es entwickelt eine Lesedynamik - einmal angefangen mit der Lektüre möchte man am liebsten das Buch nicht mehr weglegen. Die vielen parallelen Geschichten und die fein beschriebenen Gefühle machen das Buch zu einem sehr spannenden Roman, der einem zum nachdenken anregt. De Winter katapultiert den Leser von Trauer zu Hoffnung, über Freude zu Angst. Ein Roman über das Leben und Leiden eines Mannes, der in seinem Leben nicht mehr zurecht kommt.