Endlich fand diese weithin unbekannte Perle einen Verleger, und gleich auch noch mit deutschem Ton!
Dieser Film ist eine Zivilisationsparabel nach dem "Two Cities"-Muster. Der Vernunft wird nicht nur eine Chance gegeben, sie nutzt dieselbe sogar! Klar natürlich, dass es "lose Enden" gibt, geben *muss* wie bei allen Filmen dieses Genres: Der Schluss ist *immer* erratisch, sozusagen gewalttätig, deus-ex-machina-mäßig. Wobei darüber zu diskutieren wäre, ob der Schluss, so, *wie* er angelegt ist, den Zuschauer auffordert, ihn übel zu finden; und falls ja: Warum?
Aber bis dahin kommt man aus dem Staunen nicht heraus, sowohl über die konzise Story, die auf jeglichen apokalyptischen Gestus verzichtet, als auch über die soliden Leistungen der Darsteller, allen voran J. Dutronc und J.-L. Trintignant (Serraults Charakter ist zu klar, als dass er, bei all seiner Kunst, richtig Funken draus schlagen könnte).
Bestes französisches Gehirn-Kino kommt als spannendes (Über)Lebens-Drama daher und kann also auch auf dieser Ebene, sozusagen ganz "unverkopft", genossen werden; und eines der gewaltigsten Film-Pferde bestaunt!