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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2001
Weitestgehend vergessen ist die um 1900 geborene Generation der Malerinnen, die Ingrid von der Dollen in ihrer Studie vorstellt. Gründe gibt es dafür viele: Hitler und der Krieg haben manche Karriere verunmöglicht, nach dem Krieg sahen sich die noch immer figurativ und expressiv arbeitenden Künstlerinnen von ihren abstrakt malenden männlichen Kollegen abgelehnt. Typisch, so die Rezensentin Felicitas von Lovenberg, folgender lapidarer Hinweis auf weibliche Lebensläufe: "Tod des Ehemanns; erneute Hinwendung zur Malerei". Umso lobenswerter diese Wiederentdeckung: Lovenberg weist auf die 400 Kurzbiografien des Anhangs hin und zeigt sich begeistert vom "prachtvoll bebilderten Band". Einziger Wermutstropfen: der "etwas hölzern-akademische" Stil der Autorin.
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Kurzbeschreibung
Mit der Präsentation einer Generation von Malerinnen, die aufgrund der historischen Konstellation des 20. Jahrhunderts im Verborgenen blieb, soll die Eingliederung weiblichen Kunstschaffens in die deutsch-österreichische Kunstgeschichte nachgeholt werden.Der Band rückt Künstlerinnen ins Blickfeld, die, zwischen 1890 und 1910 geboren, als erste den Makel des Dilettantismus abstreifen und ein Berufskünstlertum für sich beanspruchen konnten, aber dennoch bisher kaum Beachtung fanden. Sie in die Geschichte der Bildkunst des 20. Jahrhunderts einzugliedern ist Anliegen der Autorin. Im ersten, historischen Teil wird die künstlerische Emanzipation der Frau, die im Kampf um die Zulassung zu den Akademien ihren Ausdruck fand, beschrieben; ferner werden ihre Schaffensbedingungen unter dem Ausnahmezustand von Diktatur und Krieg dargestellt und schließlich ihre soziale Situation in Anbetracht der wechselnden Frauenbilder, die das 20. Jahrhundert hervorbrachte. Ein ausführliches Kapitel ist den Künstlerehen gewidmet. Im zweiten, kunsthistorischen Teil kommt das weite Spektrum des auf die Klassische Moderne folgenden Stilpluralismus, der eine individuelle Bildschöpfung herausfordert, zur Anschauung. Im dritten Teil werden beispielhaft Leben und Werk von 13 Malerinnen vorgestellt. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung basieren auf der Auswertung der mehr als 400 Biographien, die im vierten, lexikalischen Teil aufgeführt sind.