Das Buch bietet auf 64 Seiten, durchgehend illustriert mit farbigen Abbildungen, Tipps für all jene, die nicht nur fertig gekaufte Acrylfarben verwenden möchten, sondern auch ein wenig experimentieren möchten mit ungewöhnlichen Materialien: Pigmente und Schellack, Kunstharze und Bienenwachs, Öle und Leim.
Motivation für diese Experimentierfreude war bei mir, dass ich gerne zufällige und bizarre Oberflächenstrukturen für bestimmte Bildteile bekommen möchte, Strukturen, die man auch in der Natur findet, auf Steinen, Bäumen, Blättern, Felsen usw. Solche Strukturen kann man schwerlich im Detail "malen", sie müssen durch Materialeigenschaften entstehen. Tatsächlich bietet das Buch auch einen sehr umfassenden Überblick über Materialien (Öl, Schellack, Pigmente, Kunstharz, Aceton) und wie man sie ansetzt. Was jedoch (von wenigen Stellen im Buch abgesehen) völlig fehlt, ist eine Beschreibung, welche Effekte damit erzielt werden. Es bietet eher chemische Grundlagen als malerische Tipps und Hilfen. Lesebeispiel: "Auch die Aufnahmebereitschaft einiger schwer benetzbarer Pigmente" führt in Emulsionen zu eigensinnigem Verhalten - wenn nämlich nur eine Phase das Pigment umschließt, d.h. wenn ein Pigment entweder nur hydro- oder lipophile Eigenschaften hat."
Man kann mit dem Buch Hunderte von Emulsionen oder Bindemitteln für Farben selbst herstellen, weiß aber nicht so recht, was sie bewirken und zu welchen Effekten sie führen. Fazit: Mehr Chemielehre als Tipps für die Acrylmalerei. Ich war enttäuscht.