Endlich der neue Erikson! Wer die anderen Bücher von ihm nicht kennt, kann getrost diese Rezension links liegenlassen und sollte dieses Buch auch nicht kaufen.
Zur Handlung: Wie bei Erikson üblich, besteht dieses Buch aus mehreren Handlungssträngen, die sich am Schluß in einem wirklich erd- und welterschütternden Finale zusammenfinden. Cutter und seine Reisegefährten, inclusive Lady Spite, kommen in die Stadt Darujhistan, wo er versucht, wieder Fuß zu fassen. Er kommt dabei in Kontakt mit den restlichen Bridgeburnern, deren Taverne in Darjhuistan nicht gut läuft und die auf die harte Tour feststellen müssen, daß irgendjemand Attentäter auf sie angesetzt hat. Haben sie noch die Kraft für ein paar weitere Kämpfe in sich? Ebenfalls in der Stadt wird Harrlo, der durch Vergewaltigung gezeugte Sohn von Stonny Menackis geraubt und in eine Mine verkauft. Mappo Runt möchte wieder zu Icarium und bedient sich dabei der Dienste der Trygalle Trade Guild. Zusammen mit Gruntle, der dort angeheuert hat, kommt es zu einer wahren Höllenfahrt durch die unterschiedlichen Warren. In der Stadt Black Corall herrscht Anomander Rake, der Sohn der Dunkelheit. Einige seiner Tiste Andii machen nsich auf eine gefährliche Erkundungsfahrt zum sterbenden Gott. Ebenfalls in der Gegend nacht ein neugeborener Gott seine ersten Erfahrungen, und es ist mehr als fraglich, ob er diese überleben wird. Karsa Orlong trifft auf seiner Reise den mysteriösen Traveller (= Dassem Ulthor). Die Götter sind mal wieder dabei, ihren Pantheon zu begradigen. Ach ja: ein wichtiger Teil der Handlung spielt in einem Schwert. Ein Ochse kommt auch immer wieder vor.
Allein eine Auflistung der handelnden Personen und Ochsen, unter denen sich viele alte Bekannte wiederfinden, würde den Rahmen einer Rezension sprengen. Zum Schluß treffen sich aber alle irgendwie zum Showdown in Darujhistan, wo wichtige Köpfe rollen und die (Götter-)Welt unwiderruflich verändert wird. Man darf wirklich gespannt sein, wie diese Auswirkungen in den nächsten Bänden aufgegriffen werden.
Zum Schreibstil von Herrn Erikson gibt es nicht viel Neues zu sagen, auch wenn Teile der Geschichte wie von einem Erzähler vorgetragen werden. Die Dialoge, aus denen ein Großteil des Buches besteht, funkeln wie eh und je. Hier stehen banales häusliches Ungemach und tiefschürfende philosophische Erkenntnisse eng nebeneinander. Erikson führt Wachpersonal in seinen Motiven und Weltbildern genau so liebevoll aus wie Götter. Die Unterscheidung zwischen gut und böse ist bei Erikson ja eh sehr relativ.
Wie bereits erwähnt ist das Buch eher noch dialoglastiger als die Vorgänger, und es treten eher noch mehr unterschiedliche Personen auf. So braucht es 300 Seiten, bis die Personen überhaupt in Szene gesetzt sind. Das stellt auch einen Fan auf die Probe. Man erfährt aber immer mehr über die Welt und den Pantheon des Malanzanischen Imperiums und kann miterleben, wie sich bekannte und wichtige Charaktäre weiterentwickeln oder auch sterben. Ein bisschen mehr äußere Handlung hätte dem Buch aber nicht geschadet. Trotzdem allemal 5 Sterne!