Bereits ein Jahr nach dem grünen Album haben nun viele sog. "Fans von Anfang an" und Musikkritiker mit "Maladroit" eine weitere halbe Stunde Weezer-Musik, über die genörgelt werden muss, da sie wieder nicht an die alten Zeiten des blauen Albums und von "Pinkerton" anknüpfen kann. Und sie haben Recht. Doch will das die Band bzw. Frontmann Rivers Cuomo gar nicht, weshalb das niemand zu erwarten braucht um dann zu kritisieren oder enttäuscht zu sein.
Ich persönlich akzeptiere die musikalische Entwicklung der Band (oben genannte verwenden wohl eher den Begriff "Rückschritt"). Ich gebe dem Album nicht deshalb 5 Sterne, weil Weezer bei mir durch ihre ersten beiden Alben einen Bonus haben, den sie nicht verspielen können, sondern, weil mir "Maladroit" gefällt (siehe da, man bekennt sich). Und weil Weezer nach wie vor eine besondere Band in der heutigen Musiklandschaft ist. Welche ambitionierte Gruppe setzt schon den finanziellen Gewinn hinter der Musik zurück und verscherzt es sich mit dem Label, indem sie das gesamte Album schon seit Monaten im Internet zum Herunterladen bereitstellt? Auch die Nähe zu den Fans durch die geniale Homepage und die zahlreichen Konzerte (hoffentlich bald auch bei uns) muss angesprochen werden.
So, nun aber zur CD selbst: "Maladroit" ist ein deutlicher Fortschritt zum letztjährigen, vielleicht zu geradlinigen Album. Vor allem die die Gitarrenarbeit wurde verbessert, was an den tollen Soli hörbar wird. Auch an Abwechslungsreichtum mangelt es nicht. Es gibt harte Gitarrenriffs, wie bei "Take Control", emotionalen Gesang, wie bei "Slob", Sommerhitverdächtiges ("Burndt Jamb") und natürlich wieder harmonischen Gesang, wie bei "Slave" ("whoooo put on your heart"). Einen richtig schlechten Song habe ich nicht gefunden.
Vielleicht hätte die Platte einen Stern-Abzug verdient, da "Island in the sun" ein zweites mal auf einem Album veröffentlicht wird - was auch immer sich die Plattenfirma dabei erhofft. Aber der Song an sich ist ja im Prinzip keine Schande, weshalb ich das verzeihen kann.
Die sieben Mini-Filme, zeigen zwar leider keine ganzen Lieder, beweisen aber, dass Weezer auch live ihr Handwerk beherrschen.