Sechseinhalb Meter misst das Segelboot der Habecks, knapp vier Jahre ist Sohn Andreas alt und erzählt haben sie vorher niemandem, was wohl ihr größter Traum war, an dessen Erfüllung sie anfangs vorsichtshalber selber noch nicht glauben mochten: als Kleinfamilie im Kleinboot die große Welt zu umrunden. Ausgerüstet mit guten Segelkenntnissen, einem für das Anstehende präpariertem Boot und einer ordentlichen Prise Abenteuerlust starten die Habecks und kommen erst drei Jahre und 28000 Seemeilen später wieder zurück. Ihre Reise führte durch Stürme und Flauten, durch Ängste, Verzweiflung und Gedanken ans Aufhören. Fliegende Fische, Delphine und Wale sind ebenso ihre Begleiter wie ständige Reparaturarbeiten und Maden im Proviant. Sieben Monate verbringt die Familie in Bundaberg/Australien, das Geld ist aufgebraucht. Dennoch geben die Habecks nicht auf, verdienen durch Gelegenheitsarbeiten etwas hinzu, setzen ihre Reise fort.
Immer wieder stoßen die Drei auf freundliche und hilfsbereite Menschen, erfahren Gastfreundschaft und haben oft auch schlicht eine gute Portion Glück. Gesund und um eine außergewöhnliche Lebenserfahrung reicher kommen sie zurück, gerade rechtzeitig zur Einschulung des inzwischen siebenjährigen Andreas.
Der Reisebericht ist sehr einfach geschrieben, der Stil etwas zu nüchtern und sachlich, so dass kaum Spannung aufkommt. Die Schilderungen haben zumeist etwas Verhaltenes. Doch schreibt Hans Habeck andererseits auch so offen über Selbstzweifel und Ängste, was dem Buch etwas sehr Authentisches gibt. Hier ist nichts aufgesetzt, nichts dazugetan. Einen besonderen Reiz der abenteuerlichen Reise bieten die Schilderungen davon, wie der kleine Andreas von der Reise geprägt wird, die sein halbes Leben dauert, die ihn Englisch lernen und vergessen lässt, was ein Heizkörper ist. Gewünscht hätte sich der Leser ein etwas ausführlicheres Abschlusskapitel über die Rückkehr der Familie aufs Festland, die Wiedereingliederung ins normale Leben. Alles in allem eine angenehm leichte und selbst für Nicht-Segler unterhaltsame Lektüre.