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Mal Aria: Roman [Gebundene Ausgabe]

Carmen Stephan
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

17. August 2012
Eine Geschichte über Leben und Tod. Erzählt von einem Moskito.
Am Abend lief Carmen noch um die Wette am Strand – in der Nacht weckt sie ein kalter Schmerz. Es ist der letzte Urlaubstag ihrer Reise durch den Amazonas. Von einem Tag auf den anderen kämpft die junge Frau um ihr Leben. Kein Arzt weiß ihr zu helfen, sieht das Naheliegende. In der scheinbaren Sicherheit eines Krankenhauses geschieht das Unvorstellbare – und nur einer weiß alles: der Moskito, der Carmen gestochen hat und von da an, durch das Blut mit ihr verbunden, zur Stimme der Natur, zum sprachmächtigen Erzähler wird. Immer tiefer verbindet er sich mit Carmen, immer tiefer zieht er den Leser in ihre Geschichte – eine Parabel über die Unkontrollierbarkeit des Lebens, über die großen Fragen des Menschseins.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 1 (17. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100751418
  • ISBN-13: 978-3100751416
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 76.476 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»›Mal Aria‹ zu lesen, ist, als verstünde man plötzlich, nach langen Jahren des Geschnatters, den Akt des Sehens und das Gesehene, den Seher und das Spektakel.« Christian Kracht
»›Mal Aria‹ von Carmen Stephan ist das beste Stück deutschsprachiger Belletristik, das ich heuer gelesen habe. (…) Ein verdammt großes, ein verdammt niederschmetterndes Buch, das ist ›Mal Aria‹ von Carmen Stephan. (…) Gehet hin und leset!« Fritz Ostermayer, ORF FM 4
»ein kühner, kraftvoller Roman.« Christoph Schröder, ZEIT online
»Es ist ein merkwürdiges, ein übermütiges Experiment, das Carmen Stephan da für ihren ersten Roman unternimmt. (…) Und es gelingt, das Experiment.« Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Auf wundersame Art und Weise wird gleichzeitig kalt und bilderreich erzählt – und die Autorin findet für alles ein neues, kaltes, richtiges Bild. Kein einziger schlechter Satz findet sich in diesem Romandebut, alle Sätze sind gut, manche sehr gut, einige unfassbar gut. Es sind Sätze, die von Krankheit und Tod singen.« Maximilian Link, Freitag
»Ein beeindruckendes Buch, das ein wichtiges Thema souverän und unter unterschiedlichen Aspekten behandelt.« Verena Auffermann, Deutschlandradio Kultur
»Doch wo sonst findet man in der zeitgenössischen Literatur Debütanten, die sprachlich feinsinnig und mit profundem Hintergrundwissen Bilder so langsam, schön und morbide produzieren wie sonst nur Filme von Sofia Coppola?« Moritz Scheper, Der Tagesspiegel
»Spannend, verunsichernd und faszinierend.« Alf Mentzer, Hessischer Rundfunk
»Das ist einer der witzigsten und klügsten Einfälle der Literaturgeschichte. (…) ein faszinierender Dialog zwischen Mensch und Natur.« Sonntagszeitung Schweiz

Über den Autor

Carmen Stephan, geboren 1974, lebt in München und Rio de Janeiro. 2005 erschien der Geschichtenband ›Brasília Stories‹. ›Mal Aria‹ ist ihr erster Roman.

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Kundenrezensionen

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus der Sicht eines Anopheles-Moskitos 21. August 2012
Von Buchdoktor HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Carmen, neben einem Zebra-Moskito die Hauptfigur des Romans, hatte ein Jahr lang in Brasilien in einem Architekturbüro gearbeitet. Während ihres abschließenden Urlaubs mit Carl wird sie von einem Moskito gestochen. Mit Carmens Blut im Körper empfindet und beobachtet das Insekt unerwartet wie ein Mensch. Das Wesen mit dem Gewicht eines Wassertropfens kann sich in Carmens Gedanken treiben lassen. Carmen bekommt hohes Fieber, verliert das Bewusstsein. Brasilien wird gerade von einer Welle des Dengue-Fiebers heimgesucht, so vermuten Carmens Ärzte, auch die Touristin sei an Dengue-Fieber erkrankt. Unser blutsuagendes Insekt ist aufgewühlt, schließlich hat es Carmen höchstpersönlich gestochen. Carmen ist an Malaria (Schlechte Luft) erkrankt, der Krankheit, die man nach den Ausdünstungen der Sümpfe benannte. Leider ist Carmen in Brasilien in Behandlung, nicht in Afrika, wo der Volksmund sagt, "Es ist solange Malaria, bis alles andere ausgeschlossen ist."

"Mit sechzig Jahren war Severino der Älteste im Dorf. Natürlich musste dieser Umstand etwas mit seinem Mantel, dem Mundschutz, seiner gänzlich neuen Handschrift zu tun haben. Nur, wie hing das alles zusammen? Manche, die sich in die Hütte wagten, gar mit ihm sprachen, erfuhren die abenteuerlichsten Dinge. Von Moskitos und unsichtbaren Tierchen war die Rede. 'Und die Mücken tun einem das Tier ins Maul?', fragte ihn ein Junge. 'Nein, die Tierchen wachsen im Bauch der Mücke, dann reisen sie von Mensch zu Mensch, dringen durch die Haut in deren Körper ein und treiben da ihr Unheil', antwortete er. Am Ende war es doch Severino, der verrückt geworden war." erzählt Carmen Stephan rückblickend auf die Geschichte der Krankheit über Severino Duarte, der in Italien den Übertragungsweg der Krankheit zu ermitteln versuchte.

Der Countdown läuft, Carmen geht es immer schlechter. Ein weiterer Arzt diagnostiziert Dengue-Fieber. Die Betriebsblindheit überlasteter Ärzte hat mancher schon selbst erlebt - während eine Grippewelle wütet, sieht man leicht in jedem schwer Erkrankten einen Grippekranken und sucht keine andere Ursache. Carmen ist noch immer voller Vertrauen in ihre Ärzte, doch das Zebra-Moskito wird allmählich nervös. Soll es Carmen vor den Augen der Ärzte etwa demonstrativ ein zweites Mal stechen, oder besser doch einen anderen Weg für seinen Aufruf an die Menschen suchen?

In Rückblicken informiert die Autorin, auf welchen Umwegen die Ursache für das "Wechselfieber" gefunden wurde und weist auf die Folgen für Natur und Gesundheit hin, wenn Moskitos nach der Abholzung ganzer Wälder in Wassertümpeln brüten, die sich auf den Brachflächen bilden. Beide Themen, die Betriebsblindheit überlasteter Ärzte und Malaria als ein Problem armer Bevölkerungsschichten, verdienen eine literarische Bearbeitung. Nur wer arm ist, muss heute noch an Malaria sterben. Carmens Ausgeliefertsein gegenüber ihren Ärzten, ihre zunehmende Schwäche durch die Krankheit finde ich außerordentlich gut beobachtet. Die Verbindung von Fakten und Fiktion ist Liebhabern dieser Kombination empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von sabatayn76 TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
'Ist das nicht phantastisch, ihr Menschen seid nur eine unnütze Hülle für Wesen, die es nicht mal zu Fühlern geschafft haben, die nicht mehr als ein Klumpen ohne Geist und Seele sind.'

Inhalt:
Carmen wird in Brasilien von einem Moskito gestochen und plötzlich schwer krank. Keiner erkennt, was die Ursache für ihre Krankheit ist, keiner denkt an Malaria. Nur die Anopheles-Mücke, die Carmen gestochen hat, weiß Bescheid, bleibt in ihrer Nähe, fühlt sich nach dem Bluttrinken mit Carmen verbunden, versucht, den anderen Hinweise zu geben und Carmen so zu retten. Dabei erzählt der Moskito die Geschichte des Wechselfiebers, philosophiert über Leben und Tod, kommentiert die Zerstörung der Erde durch den Menschen.

Mein Eindruck:
'Mal Aria' ist eines dieser Bücher, die man nach dem Auslesen sofort erneut lesen möchte.

Carmen Stephan ist meiner Meinung nach ein Geniestreich gelungen: 'Mal Aria' ist bisweilen amüsant, immer tiefgründig, informiert über die Geschichte der Malaria, bewegt, macht betroffen und nachdenklich.

Dabei ist 'Mal Aria' sprachlich anspruchsvoll, aber so packend erzählt, dass sich das Buch im Nu liest. Auf beinahe jeder Seite möchte man sich Sätze markieren, weil sie so treffend sind und sehr pointiert formuliert wurden.

Auch die ungewöhnliche Perspektive, dass die Anopheles-Mücke die Geschichte erzählt, hat mir sehr gut gefallen und war extrem überzeugend. Der Verlauf der Krankheit wurde sehr realistisch und sehr authentisch beschrieben.

Mein Resümee:
Ein wirklich großartiges Buch. Ich freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Lichtblick! 25. September 2012
Von Biggi
Format:Gebundene Ausgabe
Ein aussergewöhnliches Buch. Mal Aria ist ein hochintelligenter, nachhallender und spannender Roman, der aus den "üblichen" Werken jüngerer deutscher Autoren hervorsticht. Völlig unangestrengt und doch in einer äusserst gehaltvollen Sprache erzählt ein Moskito von den Folgen seines Blutsaugens... Ich möchte nicht zuviel verraten, aber ich bin begeistert und wünsche dem Buch viele Leser. Und dass die Autorin bald mehr schreibt.
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