Nicht nur das Buchformat, sondern auch der Inhalt darf als wuchtig bezeichnet werden. Es werden alle vermeindlichen Gelegenheiten angesprochen, in denen man die Makrofotografie einsetzen kann. Von Aussenaufnahmen in Wiesen, Wäldern und Biotopen bis hin zu Studioaufnahmen an lebenden und toten Objekten ist alles Vertreten.
Inhaltlich gehen die Autoren dabei teilweise ins Extrem. Da finden sich Tauchanzüge, Endoskope, mobile Aquarien und infrarot-bestückte Fotofallen zum Aufzeichnen von fliegenden Insekten. Im hinteren Buchteil wird zudem die Fotografie mit dem Mikroskop ausführlich behandelt.
Das alles mag für den Laien auf den ersten Blick sehr interessant sein, sieht man zum ersten Mal, mit welcher technischer Raffinesse der Profi ans Werk geht. Letztendlich wird kaum ein Anfänger die hier Beschriebenen Werkzeuge und Ausrüstung besitzen, um das hier beschriebene praktisch umzusetzen.
Was letztendlich fehlt und den ansonsten guten Eindruck des Buchses schmälert, ist inhaltlicher Tiefgang in Bezug auf einen Erfahrungsaustausch. Ich hätte mir statt der sehr umfangreichen Behandlung von "Extrem"-Themen lieber den "Plausch aus dem Nähkästchen" gewünscht. Niedergeschriebene Erfahrungen die auf mögliche Anfängerfehler oder Optimierungsmaßnahmen hinauslaufen sind für einen Anfänger sehr viel hilfreicher, als das Wissen, mit welcher technischen Ausrüstung ein Profi mögliche Extremsituationen meistert.
Schlußendlich erhält man ein Buch, welches alle Makrofotografen interessieren dürfte. Anfänger werden zwar hilfreiche Informationen finden, aber mit der Zusammenstellung weniger zufrieden sein