Dieses Buch ist in erster Linie ein Buch zum Schmökern: Es beinhaltet viele Bilder und erzählt immer wieder unterhaltsame Schwenks aus dem Entstehen bestimmter Filme. Wer sich allerdings eine seriöse Darstellung des Prozesses von der ersten Filmidee bis zum fertigen Film wünscht, sollte auf andere Literatur zurückgreifen. Trotzdem bieten die Autoren in Band 1 und 2 einen nützlichen Überblick über alle Schritte, die bis zum fertigen Film zu gehen sind, so dass man andere - mehr fachliche - Literatur gut an den richtigen Stellen des Prozesses einordnen kann. Sehr schön ist, dass oft O-Töne der entsprechenden Filmschaffenden zitiert werden, sowie die in blau gestalteten "Close-ups": ein- oder zeiseitige Einschübe, in denen man mehr über eine Person oder ein bestimmtes Thema erfährt. Störend fand ich allerdings, dass diese Close-ups, sowie die zahlreichen Bilder, immer wieder aus dem Lesefluss des eigentlichen Textes reißen. Man kann die beiden Making-of-Bücher deshalb als schön gestaltete zweibändige Zeitschrift über Filmentstehung bezeichnen, die aber auch Lust darauf macht, sich die (noch nicht gesehenen) Filme auch zu beschaffen, oder sich zu bestimmten Themen tiefer einzulesen. Schön ist ebenfalls, dass die Autoren auch die frühen Filme (z.B. "Metropolis") und ihre Stars nicht vernachlässigen und ihnen einige Kapitel widmen. Auch technische Aspekte (bspw. die frühe Blue-screen-Methode) werden mit Darstellungen und Filmbeispielen sehr einfach und geduldig erklärt - natürlich trotzdem kein Vergleich zu richtiger Fachliteratur.
Als großen Nachteil empfand ich, dass die beiden Bände vor allem ein Rundumschlag über die Geschichte Hollywoods darstellen. Regisseure wie Jim Jarmusch oder europäische Filmemacher werden (wenn überhaupt) nur in Nebensätzen erwähnt. Wer also Hollywood und große Action-Streifen liebt, ist mit diesen Büchern richtig bedient. Ebenfalls nachteilig ist, dass - obwohl die die Neuauflage von 2006 ist - die beschriebenen Filme und deren Bilder alle Mitte der 90er Jahre aufhören. Werden hier Action-Tricks als absolut neuartig beschrieben, muss sich der/die heutige Leser/in ein kleines Schmunzeln verkneifen. Auch Verweise auf gerade geplante oder entstehende Projekte sind natürlich so nicht mehr aktuell, ebenso wie Filmographien oder Lebensläufe. Dies ist vor allem für jüngere Leser/innen schade, die sicher viele der Beispiel-Filme gar nicht mehr kennen. Hier wäre eine komplett überarbeitete Neuauflage wünschenswert, heraus käme aber wohl auch ein komplett anderes Buch.
Fazit: Empfehlenswert als Ferienlektüre für Hollywood-Liebhaber und für Personen, die sich langsam an das Phänomen "Film" herantasten wollen. Nicht geeignet für Stammpublikum kleiner Arthouse-Filmtheater.