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Was für ein Verhältnis hat nun der Autor, dessen Werke allesamt im Original auf englisch veröffentlicht worden sind, zu seiner Heimat Deutschland? Ist er eventuell mit Hans zu identifizieren? All diese Fragen führen zur uns nun vorliegenden Lebensgeschichte von Fred Uhlman, 1901 in Stuttgart geboren und aufgewachsen.
In seiner Autobiographie erfährt man nicht nur dies, sondern gewinnt auch einen Gesamteindruck von der Persönlichkeit Fred Uhlmans, dessen Lebensschicksal eng mit dem von Hans Schwarz und auch den anderen leider nicht im deutschen Buchhandel erhältlichen Büchern - verwoben ist.
Uhlman charakterisiert sich selbst als Träumer, der dans la lune lebt; folglich ist seine Geschichte zunächst ein an Thomas Mann erinnerndes Nebeneinander von Kunst (Maler- und Schriftstellerei) und bürgerlich-kaufmännischen Versuchen, aber vor allem ein interessantes Zeitdokument eines Flüchtlings mit den Stationen Paris, Tossa del Mar und London, wo er schließlich , obwohl er kein Wort Englisch sprach, seine neue Heimat findet --> „The Making of an English man".
Hinzu kommen die lesenswerten Zwischenepisoden, die den Bericht über den politisch-sozialen Abgrund hinaus lesenswert machen, so z. B. die Episode in Paris von der gescheiterten Zucht exotischer Fische, oder die Zeit als Gefangener in einem Lager deutscher Emigranten in England.
Viele Bücher sind gedruckt worden, in denen Menschen versuchen, ihr Holocaust- Erlebnis zu verarbeiten (auch die Eltern von Uhlman kamen in deutschen Konzentrationslagern um). Unter diesen nimmt Uhlmans Buch einen besonderen Platz ein. Es ist, so schreibt er selbst, „ die Geschichte eines mittelmäßigen Menschen und seiner Zeit [...], eines Mannes, der egoistischer Weise vielleicht, glaubte, dass es wichtiger sei, gute Bücher zu schreiben als in 24 Sekunden um die Welt zu reisen, dass es wichtiger sei, gute Bilder zu malen als ein Vermögen zu erwerben und dessen einziges Ziel - leider nicht zu verwirklichen - es war, sich den Sternen zu nähern, nicht mit Hilfe einer Rakete, sondern durch die Reinheit seiner Kunst."
1986 stirbt er in London. Seine Haltung den Deutschen gegenüber hat sich im Laufe seines Lebens gemildert, wie ein kurz vor seinem Tode der französischen Zeitung "Le monde" gegebenes Interview belegt. Auch weil dies keineswegs selbstverständlich ist, ist Uhlmans Geschichte lesenswert.
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